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Gegen Köln: Bonuspunkte vergolden!

hsv vfl 2009

"Das ist unfassbar. Die haben nur verteidigt und können es wohl selber nicht fassen, dass sie gewonnen haben." (David Jarolim nach den 0-1 gegen den VfL) – Mit ein paar Tagen Abstand zum Hamburger Auswärtssieg muss ich sagen: Ja, der VfL hat nur verteidigt, aber es lässt sich schon begreifen, dass wir das Ding gewonnen haben. Den Hamburgern fehlte erst das Glück und dann die Mittel, der VfL nutzte eine von drei Chancen. So einfach ist Fußball manchmal. Ein Sieg deckt vieles zu, gerade wenn er eine Negativ-Serie beendet. Gleichzeitig muss man festhalten, dass sich unser Team gegen das letzte HSV-Aufgebot nicht mit Ruhm bekleckert hat. In der ersten Halbzeit hatte ich im Stadion den Eindruck, dass die Blau-Weißen das vorweihnachtliche Stück „Wir warten auf das erste Gegentor“ aufführen. Mit etwas Pech wäre daraus fast „Wir warten auf das dritte Gegentor“ geworden ...

 

Fuchs ist meilenweit von seiner Bestform entfernt, Heerwagen wirkt nicht immer sicher, Aza und Ono produzieren zu wenig Kreatives und nach vorne geht herzlich wenig – es stimmte auch in Hamburg so einiges nicht. Jede Oberliga-Mannschaft hätte spielerisch mehr geboten“, hieß es gar bei „Legats Liga“. Aber Toto Legat phantasiert ja auch gerne mal von Scheichs, die angeblich nur darauf warten, dem VfL ihre Petro-Dollars in den Rachen zu werfen. Wie auch immer: Die drei Hamburger Bonuspunkte sind ganz wichtig.

Ich hatte die Hinrunde nach Freiburg insbesondere vor dem Hintergrund der eigenen Form und des Restprogramms schon fast abgeschrieben. Nach dem Tor von Grote führte mein fußballverseuchtes Hirn gleich hektische Berechnungen durch: „Wenn wir Freitag auch noch gewinnen, dann haben wir 14 Punkte und sind wieder voll dabei ...“ Hätte, wenn und aber. Fakt ist, dass wir nach 13 Spieltagen 11 Punkte gehamstert haben, damit die letztjährige Hinrunden-Bilanz egalisiert haben und auf einem Abstiegsplatz stehen. Eine gute Zwischenbilanz sieht anders aus. Gegen den angeschlagenen FC aus der Stadt mit der großen Kirche bestreitet der VfL nun ein weiteres Mini-Endspiel.


Ein Sieg wäre so wichtig. Damit würde man den Erfolg in Hamburg vergolden. Aber der VfL ist eben der VfL und so muss man gerade nach dem jüngsten Hoffnungsschimmer wieder den nächsten Nackenschlag befürchten. Sicher ist jetzt schon, dass die FC-Fans am Freitag für ein gut gefülltes Ruhrstadion sorgen werden. Das Gäste-Kontingent ist ausverkauft. Wie üblich gibt es aber noch ausreichend Karten für die Ostkurve. Warum das so ist, werde ich wahrscheinlich nie verstehen. Ebenfalls nicht so ganz klar ist auch, was ein Team wie der FC überhaupt in der Bundesliga verloren hat.

Unter der Überschrift „Das San Marino der Bundesliga“ schrieb die Süddeutsche in dieser Woche über den FC: „Derzeit gibt es in der Bundesliga wohl keine Mannschaft, die weniger Spielkultur auf den Platz bringt als der 1. FC Köln - trotz oder gerade wegen prominenter Profis wie Maniche, Petit oder Lukas Podolski.“ Treffender lässt sich der aktuelle Zustand der Kölner Mannschaft kaum umschreiben. Und: Für wen ist die Gelb-Sperre von Prinz Peng überhaupt ein Nachteil?

Das Köln-Spiel wird dann wohl ein dreckiges und zähes Ringen auf Augenhöhe und voraussichtlich nichts für Fußball-Ästheten. Vollkommen in Ordnung wäre es aber, wenn nach den 90 Minuten Milivoje Novakovic in die Mikro knarzt: „Das ist unfassbar. Die haben nur verteidigt und können es wohl selber nicht fassen, dass sie gewonnen haben."

 

 
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