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Eine Einzelkritik-Zwischenbilanz, Teil 1

bochum scf 2009

Die Spielzeit 2009/2010 hat dem VfL bis dato zwölf Liga-Spiele, zwei Pokal-Auftritte, drei Trainer, acht Punkte und ungezählte Negativ-Erlebnisse beschert. Höchste Zeit eigentlich, um einmal durchzupusten und eine erste Zwischenbilanz zu ziehen. Dann folgen auch noch zwei peinliche Test-Niederlagen und, langsam, aber sicher: Endzeitstimmung. Die Mannschaft befindet sich am Abgrund und - so steht zu befürchten - geht noch einen Schritt weiter. „Wild auf die 2. Liga" hieß vor ewigen Zeiten eine CD vom legendären Fanzine "Vfoul". Passt doch gut in diese Zeit. Geht es so weiter, darf man sich für die nächste Saison auf Auswärtsspiele in Cottbus und Fürth freuen. „Interessante“ Anstoßzeiten inklusive ...

 

Denn: Gegen wen wollen wir denn noch was holen, wenn nicht gegen einen biederen SC Freiburg? Gruselige Auswärtsauftritte, bittere Konter im eigenen Stadion und als nächstes zum HSV. Die Hamburger haben zuletzt vier Pflichtspiele nicht gewinnen können. Aber bitte, kein Problem, da hilft der VfL Bochum 1848 doch gerne! Die bauen wir wieder auf. Wie viele Tore sollen es denn sein? -

 

Es ist zum Heulen, schon wieder eine Desaster-Hinrunde. Es fehlt ganz viel Qualität, etwas Glück und es bleibt nur: Hoffnung. Und 22 Spieltage.

 

Wenn die Gegenwart derart schlechte Laune macht und die Aussichten trübe sind, dann hilft vielleicht ein Blick zurück. Was bisher geschah, eine Einzelkritik-Zwischenbilanz von Nr. 1 bis 26.

 

1 – Daniel Fernandes: Es begann im Jahr 2008 mit zwei gehaltenen Elfmetern in Münster und endet als Nr. 3a oder 3b. Fernandes ist sicher ein netter Kerl, womöglich auch mit Potenzial, aber eben sehr zittrig und nur bedingt bundesligatauglich. Spielte in dieser Saison nur gegen die Mainzelmännchen. Seitdem Luthe vom Himmel gefallen ist, ist Fernandes´ Zukunft in Bochum endgültig Vergangenheit. Vielleicht findet sich ja in der Winterpause ein Abnehmer.


2 – Matias Concha: Die gute Nachricht zuerst: Concha dreht wunderschöne Pirouetten und spielt selten richtig schlecht. Leider aber auch selten gut. Fast schon egal, ob Concha oder Pfertzel auf rechts verteidigen, offensiv passiert da wenig. Das Manko des Schweden ist zudem, dass er - im Gegensatz zu Marc Pfertzel - nur Rechtsverteidiger spielen kann. Da hätten wir auch Oli Schröder behalten können. Im Sommer läuft Conchas Vertrag aus und die Zeichen stehen auf Trennung.

3 – N.N.: Die Rückennummer 3 wird nach dem Weggang von Martin Meichelbeck nicht mehr vergeben. Werner Altegoer höchstpersönlich wird in Kürze ein überdimensionales Trikot mit der Nr. 3 unter das Dach der Ostkurve ziehen ... Vielleicht hab ich da auch was missverstanden. In jedem Fall schön: Der jubelnde Kleeblatt-Reservist Meichel nach dem Pokal-Sieg gegen den VfB.


4 – Marcel Maltritz: Der Capitano hat schon bessere Zeiten gesehen. Macht immer wieder schwere Fehler und nur ab und an ein passables Spiel. Ist das noch eine Formkrise oder schon die Normalform? Etwas mehr Unterstützung von den Fans würde ihm guttun, aber das kann er wohl vergessen. Dabei hätten alle gern den souveränen "alten" Malte zurück. Die Hoffnung stirbt zuletzt.

5 – Christoph Dabrowski: Der Vize-Capitano hat auch schon bessere Zeiten gesehen. In der letzten Rückrunde war der Lange noch der große Leader. Lang, lang ists her. Die alte Zweikampfstärke und die Torgefahr sind verblasst. Wie meinte mein BVB-Kollege nach dem Spiel in Dortmund: „Der Dabrowski ist aber auch nicht mehr bundesligatauglich.“ Wird Zeit, dass Dabro mal das Gegenteil beweist. Immerhin: Gegen Bremen machte er ein ordentliches Spiel und in Frankfurt waren Andere noch schlechter. Dicker sind die Strohhalme derzeit nicht ...

 

6 – Christian Fuchs: Konnte bislang nicht an die zum Teil starken Leistungen der letzten Saison anknüpfen. Auf der Haben-Seite stehen zwei schöne Assists (Gladbach, Wolfsburg) und ansonsten Leerlauf, Abspielfehler und verlorene Zweikämpfe. Träumte mal von einem Wechsel nach England. Momentan fragt man sich: In welche Liga?

 

7 – Slawo Freier: Das größte Sorgenkind. Der Wille ist da, aber meist kommt nichts dabei raus. Bleibt dort hängen, wo er früher spielend den Gegenspieler aussteigen ließ. Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen sind weg. Seitdem Herrlich da ist, gilt dies auch für den Stammplatz. Slawos Vertrag läuft noch bis zum 30.06.2013 – es könnten lange und bittere Jahre werden.

 

Fortsetzung folgt

 
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