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Darek für Heiko: Retten, was zu retten ist!

Das ist mal ein Hammer: Der VfL schmeißt zwei Spieltage vor Schluss Heiko Herrlich raus und schiebt mit Interim Darek Wosz die nun wirklich allerletzte Patrone in den Lauf. Trotz der jüngsten sportlichen Talfahrt kommt diese Nachricht überraschend. Das „Projekt Herrlich“ war eigentlich auf einen längeren Zeitraum angelegt; Gustl hatte das bis zuletzt immer wieder betont. Entweder war die Vereinsführung nun sehr verzweifelt oder es gab intern Vorfälle, die die Position des Trainers entscheidend schwächten. Oder beides.

 

Herrlich erging es letztlich ähnlich wie „Projektleiter“ Klinsi: Das Tagesgeschäft Fußball lässt nur wenig Raum für zeitraubende Masterpläne, der kurzfristige Erfolg muss her. Nach einer sehr stabilen Phase zu Beginn der Rückrunde hat der ehrgeizige und als Spieler überaus erfolgreiche Herrlich die Mannschaft anscheinend überfordert und dem Vernehmen nach auch im zwischenmenschlichen Bereich den Bogen überspannt. Das Ergebnis war ernüchternd: Nur vier Siege in 22 Spielen unter Herrlich, 10 Spiele hintereinander ohne Sieg und mit nur drei gewonnenen Punkten, keine Hierarchie, keine Torgefahr, keine Struktur. Die Relegation war die einzig verbliebene realistische Perspektive.

 

Wer den VfL in den letzten Wochen verfolgt hat, dürfte noch nicht einmal davon überzeugt gewesen sein, dass wenigstens das überlebenswichtige Abstiegsendspiel gegen Hannover gewonnen und somit das Minimalziel Relegation überhaupt erreicht wird. Die Vereinsführung sah das wohl genauso und zog die Notbremse. Es greifen dann die üblichen Automatismen der Branche: Der Trainer geht, ein anderer kommt und die Mannschaft darf weitermachen. Heiko Herrlich wird daraus lernen, auch wenn er als Vereinstrainer erst einmal „verbrannt“ ist. Disziplin und Demut sind einerseits wichtige Werte, Leichtigkeit und Spielfreude sind andererseits unabdingbar für das Binnenklima und den Erfolg. Kopf hoch Heiko, selbst ein Ottmar Hitzfeld ist nicht als „General“ auf die Trainer-Welt gekommen!

 

Auch ohne Herrlich hat der VfL noch einen letzten Trumpf in der Hand: Wir können aus eigener Kraft die Relegation erreichen. Mindestens. Mit etwas Glück ist sogar der direkte Klassenerhalt noch möglich. Die Partie bei den Bayern spielt dabei eine wichtige Rolle. Realistisch gesehen haben wir gegen den bzw. gegen diesen FCB keine Chance auf etwas Zählbares. Daran ändern auch die guten Wünsche aus Schalke (wie freundlich die Königsblauen auf einmal alle sind ...) nichts. Es kann eigentlich nur um Schadensbegrenzung gehen. Der Bochumer Jung Dariusz Wosz ist nun die logische Wahl als Interims-Trainer. Darek wird zwar aus dem VfL in zwei Tagen sicher kein Abwehrbollwerk á la Inter zaubern können. Hoffentlich wird er jedoch dafür sorgen, dass sich die Mannschaft ordentlich präsentiert und ein Debakel verhindert. Schließlich kann das Torverhältnis am Ende noch den Ausschlag geben. Und eine Klatsche in München wäre natürlich eine denkbar schlechte Voraussetzung für das Psycho-Endspiel gegen 96.

 

Die Mannschaft hat nun kein Alibi mehr“, heißt es an dieser Stelle immer so schön. Darek wiederum verfügt über ein herausragendes Standing im Verein und hat nicht viel zu verlieren. Zusammen müssen sie nun retten, was (noch) zu retten ist. Am 8. Mai um 17.20 Uhr wird abgerechnet.

 
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