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„Bochumer Malocher beackern“ – Eine Nürnberger Lesereise

FCN VfL

Man könnte natürlich noch einmal eine Lobeshymne auf die nahezu perfekte Abwehrleistung in der 2. Hälfte in Mainz singen. Oder die gelungene „5 für 5“-Aktion abfeiern. Oder auf das rettende Ufer eingehen, das schon in Sichtweite ist. So viele erfreuliche Dinge passieren derzeit im VfL-Kosmos. An dieser Stelle gibt es allerdings diesmal etwas ganz Neues. Schauen wir doch einmal darauf, wie die „Clubberer“ das Spiel gegen den „neuen“ VfL angehen und unternehmen wir eine virtuelle Lesereise ins FCN-Land. Alle angeschnallt? Kippen aus? Okay, los geht die wilde Fahrt!

 

Auf der offiziellen Homepage der Nürnberger findet man zunächst einen Beitrag über Ilkan Gündogan , den Torschützen vom Bayern-Spiel. Der Ex-Bochumer sagt, was man als Ex-Bochumer vor einem wichtigen Spiel halt so sagt: „Ich freue mich sehr auf Samstag. Die Bochumer haben starke Spiele hingelegt, besonders auswärts, und auch das letzte Heimspiel gewonnen. Sie haben einen guten Trainer, den ich noch aus der Nationalmannschaft kenne. Aber das ist alles nicht wichtig: Am Samstag geht es um drei Punkte, und die wollen wir mitnehmen.“ Hört sich doch nett an. Etwas weniger kuschelig klingt das in einem anderen Beitrag bei Raphael Schäfer : „Wir müssen Bochum beackern!“ , fordert dieser. Oha! Zurück zur Landwirtschaft! Der Kapitän Andreas Wolf weist seinerseits darauf hin, dass die Partie in Bochum „ein ganz anderes Spiel als gegen die Bayern“ wird. Wer hätte das gedacht!

 

Dann hören wir doch mal, wie der fränkische Blätterwald so rauscht. Die Nürnberger Nachrichten warten dabei mit einer interessanten Statistik auf: „Der VfL [...] war heuer in jeder Partie seltener in Ballbesitz als der Gegner (beim 2:1 in Mönchengladbach gar nur 37 Prozent der Spielzeit), hat aber regelmäßig mehr Zweikämpfe für sich entscheiden können. Auf gut Deutsch: Das wird eine harte Nuss für den Club.“ Heiko Herrlich würde jetzt sicher von der „Qualität“ des Ballbesitzes sprechen und sich über die „harte Nuss“ freuen. Auch wenn Weihnachten lange vorbei. Gleichzeitig ist man sich bei den NN auch für antiquierte Klischees keinesfalls zu schade: „Bochum. Kein Erstliga-Verein in Deutschland strahlt wohl mehr Malochermentalität aus als der VfL.“ Jede Wahrheit braucht eben einen Mutigen, der sie ausspricht.

 

Jetzt aber schnell zur lokalen Konkurrenz. Die Nürnberger Zeitung hat sich mit Dieter Hecking unterhalten, der bei seiner Mannschaft „stabilisiertes Selbstvertrauen“ ausmacht. Wiederum Raphael Schäfer kommt zu Wort, der großzügig über den aktuellen Tabellenstand hinwegsieht und seine ganz persönliche Augenhöhen-Theorie präsentiert: „Bochum ist genau der Gegner, mit dem wir uns messen können und auch wollen.“ Ich entnehme dem: Der Club wird am Samstag tatsächlich in Bochum antreten. Das ist erfreulich. Über den Rest sprechen wir nach dem Spiel.

 

Das FCN-Blog clubfans-united.de hat sich wohl von den Olympischen Winterspielen inspirieren lassen und ruft "Die Pflicht nach der Kür" aus. Der VfL ist dabei "kein großer Name", sondern "die klassische 'graue Maus'", die aber "mehr Bundesligajahre auf dem Buckel als unser 'ruhmreicher' FCN" hat. Zusätzlich findet man noch einen hübschen Ausspruch von Andreas Wolf: Wir hatten über die gesamte Saison viele Probleme. Doch der Punkt gegen Bayern gibt uns Selbstvertrauen. Jetzt holen wir etwas in Bochum und verlassen die Abstiegsränge – für immer! Wenn das kein Versprechen ist! Beim näheren Hinsehen fällt allerdings auf: Die Quelle dieses Zitats sollte man nicht zu ernst nehmen. Womöglich ist doch nicht alles wahr, was mutig ausgesprochen wird .. Die Kollegen vom Glubb-Blog haben zwar keinen Bochum-Vorbericht im Angebot, bieten dafür aber einen kurzweiligen Beitrag zum beliebten Thema „Ich seh nix vom Spiel, weil die Ultras dauernd mit den Fahnen wedeln“. So geht’s also auch beim Club zu, wie beruhigend.

 

Werfen wir abschließend noch ein Blick in ein FCN-Forum. Das Spiel gegen den VfL wird dort relativ verhalten diskutiert. Ein Nutzer mit dem interessanten Namen „Glubbdidi“ meint: „Der VfL ist in guter Verfassung..mindestens Unentschieden notwendig. Sieg wäre natürlich genial, aber nicht selbstverständlich.“ Genial, aber nicht selbstverständlich – besser kann man die Situation aus Franken-Sicht wohl nicht analysieren.


Soviel also zur Nürnberger Lesereise. Hoffen wir mal, dass der Club seine Punkte woanders holt und der VfL den Aufwärtstrend fortsetzt. Falls wir uns nicht „beackern“ lassen und genauso malochen wie in den letzten Spielen, dann könnte uns ein weiterer schöner Spieltag ins Haus stehen. Gutes Spiel allerseits!

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