Am Samstag beginnt für den VfL die Rückrunde und ein „Endlich wieder Fußball!“ liegt einem auf den Lippen. Und das trotz der kürzesten Winterpause seit Geburt des Blattersepp. Mitten im Winter nimmt die Liga den Spielbetrieb wieder auf, sehr zeitig (Anfang Mai) stellt sie ihn bereits wieder ein – den siechen FIFA-Funktionären sei Dank! Aber bitte: Endlich wieder Fußball! Vier Wochen Bundesliga-Entzug sind vorüber. Nach Weihnachten, etwas Urlaub, einem Lauftrainingslager und einem einzigen erfolgreichen Test gibt der VfL am Samstag seine Visitenkarte im Borussia-Park ab.
Seit der 86. Minute des Hannover-Spiels freue ich mich quasi pausenlos auf Gladbach und die Rückrunde. Der sehr engagierte, spielerisch ansprechende und zu Recht belohnte Auftritt bei 96 lässt hoffen. Und zwar darauf, dass der VfL 2010 nicht nur die erforderlichen Punkte einsammelt, sondern auch einen halbwegs ansehnlichen Ball spielt. Durch das 3-2 gegen die Roten sieht die blau-weiße Welt derzeit gar nicht mal so unfreundlich aus: Nur eine Niederlage in den letzten fünf Partien, Hannover wieder in Reichweite (statt sieben Punkten Rückstand), vier Punkte Vorsprung auf den Club, zehn Zähler Abstand auf Hertha und neun Heimspiele in der Rückrunde. Immerhin.
Und inzwischen wurde endlich mal wieder im Ruhrstadion gewonnen, auch wenn es dafür leider keine Punkte gab. Testspiele allgemein und auch den 2-1-Erfolg gegen Paderborn im Besonderen sollte man natürlich nicht überbewerten. Trotzdem habe ich am letzten Samstag ein mehr als ordentliches Schnee-Spiel des VfL gesehen. Mit Engagement und sogar spielerischen Elementen, ähnlich wie bei 96. Peter der Große verstieg sich danach gar zu der Aussage, dass Slawo Freier „eine überragende Rückrunde“ spielen und dem VfL „noch wertvolle Dienste“ leisten werde. Nichts lieber als das.
Zudem muss man konstatieren, dass der Verein in personeller Hinsicht derzeit einiges richtig macht: Die nur bedingt erstligatauglichen Ono und Imhof haben den Club verlassen, Christian Fuchs wurde zunächst gehalten (geht dann wohl im Sommer), der Vertrag von Andreas Luthe wurde verlängert und mit Milos Maric wurde ganz gezielt eingekauft. Außerdem wird am Freitag wohl ein weiterer Neuzugang vorgestellt, der links und innen verteidigen kann. Gar keine schlechte Winter-Bilanz, die der viel geschmähte Gustl vorlegen kann. Absolut korrekt übrigens, dass der VfL den eingeschlagenen Kurs der wirtschaftlichen Konsolidierung konsequent weiterverfolgt und nahezu schuldenfrei ist. Wir haben eben nicht die Mittel, um auf dem Transfermarkt verrückte Dinge zu tun.
Wie z.B. die Gladbacher, die in den letzten Jahren viel Geld in die Hand genommen haben und bei ihren Transfers nicht nur Volltreffer landeten. Mittlerweile hat Michael Frontzeck eine Mannschaft geformt, die sich im Mittelfeld der Liga etablieren möchte. Beim Sieg in Hamburg und den nur unglücklich verlorenen Spielen in München und Leverkusen konnte man z.B. eine kompakte und spielerisch verbesserte Borussia besichtigen. Auf lange Sicht hilft ein gut gefülltes Portemonnaie wohl doch.
Spannend wird sein, wie schwer sich die Borussia am Samstag gegen einen VfL tut, der sicher nicht das Spiel machen wird. Gladbach liegt uns und mittlerweile klingt es auch ein wenig glaubwürdiger, wenn Herrlich ankündigt, aus Gladbach „etwas mitnehmen“ zu wollen. Selbst die Ansetzung von Babak Rafati kann meinen vorsichtigen Optimismus nicht trüben. Ganz im Gegenteil. Der wurde zwar kürzlich von den Bundesliga-Profis zum schlechtesten Schiedsrichter der Hinrunde gekürt, hat uns allerdings in der letzten Saison in München (3-3) und in Sinsheim (3-0) gepfiffen und dort jeweils alles richtig gemacht. Kann also losgehen: Endlich wieder Fußball, endlich wieder Gladbach, endlich wieder Babak Rafati!
------------------------------------------------------------------------------------------------------------------------
Noch immer nicht genug? Weitere blau-weiße Wasserstandsmeldungen und Fußball-Splitter gibt es auf http://twitter.com/LuisReichert. Einfach mal reinschauen und mittwittern!





0 Kommentar