… oder auch „Vorsicht, Ironie“! Schließlich wurde einem als Fan die „Vorfreude“ auf den Saisonauftakt in der „Schweineliga“ schon durch den glanzvollen Pokal-Auftritt deutlich vergällt – mir persönlich reichte es schon, den Live-Ticker zu verfolgen und anschließend das Leid noch auf dem Bildschirm in der Zusammenfassung sehen zu müssen. An die unverbesserlichen Dauer-Optimisten sei vorweg die Frage gerichtet, warum in der Startelf gegen Offenbach neun „alteingesessene“ Spieler auflaufen durften, aber nur zwei der Neuzugänge? Man hat ja gesehen, was es gebracht hat.
Natürlich hatte ich gehofft, ein paar Spielernamen nie wieder auf Seiten des VfL lesen zu müssen. Doch irgendwie scheint sich der Verkauf einiger Spieler als schwierig zu gestalten. Welche meiner persönlichen Obergraupen konnten erfolgreich an den Mann gebracht werden?
In der Abwehr hätte ich mir gewünscht, das man sich beispielsweise von Spielern wie Marcel Maltritz (Technik-„Gott“, Großsprecher der letzten Saison und Ex-Kaptitän, konnte das Tragen der Binde zu keinem Zeitpunkt durch Leader-Qualitäten auf dem Platz untermauern), Mathias Concha (war eher Einladung für den Gegner als Hindernis für deren Angriffe) und Marc Pfertzel (der Franzose spielte eine erschreckend schwache Saison, aber das galt ja eigentlich fast für die gesamte VfL-Mannschaft) trennen würde. Aber sie sind weiterhin alle da. Und ehrlich: Wer hätte für diese Spieler denn auch noch Ablöse hinblättern wollen? Zu Yahia sage ich nicht mehr wirklich etwas, seit dem Theater um die algerische Nationalmannschaft ist er leider bei mir ziemlich unten durch – und zeigte auch seit geraumer Zeit eher wenig auf dem Platz, wenn er denn überhaupt mal fit genug zum Spielen war. So blieb die „eingespielte“ VfL-Abwehr der Saison 2009/10 zusammen – die den Gegnern in der vergangenen Spielzeit immerhin 64 Gegentore gestattete.
Tja, auch im Mittelfeld tummelt sich bei mir eine lange Streichliste. Von denen, die aktuell noch im Kader stehen, hätte ich nicht mehr sehen wollen: Johansson (blieb den Beweis der Erstligatauglichkeit schuldig), Freier (sehr, sehr, sehr weit vom Zenit seines Könnens entfernt), Dabrowski (technisch schwach und hat auch schon seit langer Zeit kein gutes Spiel mehr für den VfL gemacht – wieso Kapitän?), Azaouagh (mit seiner oft an Arbeitsverweigerung erinnernden Spielweise und viel zu oft mit großer Klappe – nix dahinter). Alle noch da. Immerhin ist Epallé schon mal weg.
Bliebe noch der Sturm, der seinen Namen in der vergangenen Saison eigentlich nicht verdiente (33 Tore). Hier sind eigentlich von den „ehemaligen“ Spielern schon fast alle weg. Klimowicz, Sestak und Hashemian sind im Vorruhestand bzw. verliehen. Schade, dass es für „Stani“ nicht noch entsprechende Ablöse gab, für das Leihgeschäft gibt´s erstmal „nur“ 700.000 Euro (Quelle: transfermarkt.de).
Wie sind die Aussichten für die neue Saison? Viele der neuen Spieler sind für mich zunächst noch unbeschriebene Blätter ohne größere Erfahrungen. Dies gilt vor allem für die jetzt in den Profikader des VfL aufgestiegenen Nachwuchsspieler (z.B. Kefkir, Rzatkowski). Überraschend an der Pleite in Offenbach war, wie wenige der Neuen (immerhin 7) eine Chance bekamen, erinnere ich mich doch noch gut an die vernichtende Abstiegs-Niederlage gegen Hannover am letzten Spieltag der vergangenen Saison. Können die Neuzugänge wirklich so schlechte Eindrücke im Training hinterlassen haben, dass sie nicht in die Startelf gehören? Der Pokal-Auftritt mit neun respektive acht (Grote spielte eh die vergangene Spielzeit so gut wie nie) „alten“ Spielern fuhr derbe vor die Wand, sodass personelle Konsequenzen für Trainer Funkel vor dem Montag-Spiel gegen 1860 München angebracht erscheinen, nein, zwingend erforderlich scheinen. Schlimmer als die Versager der Vorsaison können die Neuen ihre Sache auch nicht machen – wenigstens mehr Einsatz steht zu erwarten. Ich erwarte nicht einmal gleich Zauberfußball, sondern einfach mal wieder eine VfL-Mannschaft, die auch als solche zu erkennen ist, eingespielt wirkt und als eine Einheit auf dem Platz auftritt. Mit elf Individualisten ist niemanden gedient.
Abseits des Platzes warte ich zudem weiterhin auf Änderungen in der Vereinsstruktur – doch auch diese waren bislang nicht zu erkennen. Die gleichen (für den Abstieg Mit-)Verantwortlichen wursteln weiter vor sich hin. Es bleibt abzuwarten, wie der VfL Bochum in die neue Saison starten wird, wie lange bei ausbleibendem Erfolg die geschrumpfte Anhängerschaft still halten wird. Aus meiner Sicht besteht immer noch ein riesiges Wiegergutmachungs-Potenzial auf Seiten des Vereins – Horrorsaisons wie die letzte will ich nie wieder sehen, weder in Liga 1 noch in Liga 2.





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