Ein Fuchs-Freistoß am Anfang (KSC), ein Fuchs-Freistoß am Ende (Hannover). Dazwischen neue Hoffnung, Zittern, Hadern, Verzweifeln, kleine Erfolge, eine lange Durststrecke, der Klassenerhalt, die Trennung von Koller, ein Interimsduo, dann ein neuer Trainer, neue Rückschläge, erneutes Zittern, Hadern, Verzweifeln und ein versöhnlicher Jahresabschluss. – Auch so lässt sich das VfL-Jahr 2009 zusammenfassen. Sehr oft war es sehr schwierig, aber wird sind noch immer erstklassig und wieder mitten drin in der Verlosung (Hauptpreis: „Klassenerhalt“). Super war es selten, persönliche Superlative gab es trotzdem genug. Als da wären:
Die wichtigste Wiederauferstehung: Das 2-0 gegen den KSC nach einer Albtraum-Hinrunde.
Die längsten Sekunden: Dabro braucht Ewigkeiten, um seine Gliedmaßen zu sortieren. Dann haut er die Kirsche ins Tor und wir schlagen Schalke mit 2-1.
Der unwahrscheinlichste Auswärtssieg: 3-0 in Sinsheim. Ein nahezu perfekter Nachmittag.
Die größte Herausforderung: Trotz aller Krisen und Unzulänglichkeiten mit kritischer Loyalität zum VfL zu stehen. Gelingt nicht jedem.
Die größte Verwunderung: Warum dauert es fast eine halbe Stunde, um beim ausverkauften Bayern-Heimspiel ein überzähliges Ticket loszuwerden? Der VfL-Fan ist ein unergründliches Rätsel.
Das schönste Erlebnis: Sonnenschein, freie Straßen, ein neuer Ground und drei Punkte: Sinsheim war eine Reise wert.
Die intensivste 3. Halbzeit: Nach dem 2-0 gegen Frankfurt. Fußball-Bochum atmet tief durch und feiert den Klassenerhalt.
Das bitterste Gegentor: Der Last Minute-K.O. gegen den SC Freiburg. Ein Hauch von Lüttich.
Die liebsten VfLer: Der Bauch sagt: Rüstü Bönig und Dabro. Echte Bochumer Jungs, für die der VfL nicht nur irgendein Verein ist.
Das größte Drama: Rückrunde 2008/2009. Vor dem 33. Spieltag. Sechs Niederlagen in sieben Spielen. Dann kam Frankfurt.
Das größte Sorgenkind: Slawo Freier. Ein untadeliger Sportsmann auf der Suche nach alten Qualitäten.
Die nervigste Debatte: Marcel Maltritz. Immer wieder. Ich kann es nicht mehr hören.
Die wichtigsten Treffer: Hash und Klimo beim 2-0 gegen die Eintracht.
Die größten Nervensägen: Die Dauer-Fahnenschwenker. Ist wahrscheinlich uncool, aber im Stadion möchte ich gerne das Spiel sehen. Ich möchte somit nicht 90 Minuten hinter Schwenkfahnen und Doppelhaltern stehen.
Die größte Erleichterung: Frankfurt. Ein weiteres Jahr Bundesliga nach schwierigen Wochen.
Das unterhaltsamste Maskottchen: Bobbi Bolzer mit Laterne beim Martinsumzug war nicht schlecht. Aber der legendäre Underdog von RWO ist unschlagbar. Ganz großes Maskottchen-Kino.
Das schönste Ferienauswärtsspiel: Schweden. Meister Kalmar FF gegen IF Elfsborg Boras (3-1). Holztribünen, entspannte Zuschauer, Donuts, sympathische Ultras: Fußball mal anders. (Weitere Eindrücke zum Spiel gibt es übrigens hier)
Der fieseste Husten: Mittendrin bei der heftigen Rauchbombe in Dortmund. Mein Schal riecht immer noch. Lungenkrebs folgt später.
Der schlimmste Moment: Dienstag, 10. November 2009. Testspiel gegen Hessen Kassel. Zehn Minuten vor Schluss kommt die Nachricht. Robert Enke. Unsagbar.
Das kälteste Spiel: Dezember. Die Amas gegen Lotte. Mütze, Handschuhe, Decke, Thermoskanne, 0-2.
Das größte Kampfschwein: Pippo beim 2-0 gegen die Eintracht. Was für ein Fight!
Das übelste Pack: Flaschen werfende Kölner vor dem Haus Frein. Vielen Dank auch.
Das schönste Tor: Last but most beautiful: Der Freistoß von Fuchs in Hannover. Erinnerte mich zudem an den ebenfalls direkt verwandelten Freistoß von Darek gegen Leverkusen (1996).
Die ärgerlichste Unsitte: Ob Zwetschge oder Drobny: Warum werden verdiente Ex-VfLer bei einer Rückkehr ins Ruhrstadion ausgepfiffen?
Die frohesten Botschaften: Cottbus, Bielefeld und Gladbach fangen Tor um Tor: Die Zwischenstände vom 33. Spieltag der Saison 2008/2009.
Das schönste Ritual: Durch den Stadtpark zum Stadion gehen. We´ve got a city to love!
Die größte Hoffnung: Die Klasse auch in dieser Saison halten und eine neue Mannschaft aufbauen. Oder auch: Kämpfen, spielen, siegen.
Die größte Sehnsucht: Beim ersten Tor von Pippo im Stadion sein.
In diesem Sinne: Allen Lesern wünsche ich ein schönes Weihnachtsfest und ein gutes Jahr 2010! Hoffentlich mit neuen und positiven VfL-Superlativen!
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