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1 von 10: Eine Heimfluch-Chronik

Ostkurve vs S04

Ich habe mal nachgezählt: EINHUNDERTDREIUNDSIEBZIG. Wenn der VfL am Samstag gegen die TSG Hoffenheim antritt, dann sind 173 Kalendertage (oder: 8 Heimspiele) seit dem letzten und einzigen Heimerfolg der Saison ins Land gezogen. Wir warten also seit knapp einem halben Jahr auf einen vollen Erfolg im Ruhrstadion. Schon fast vergessen, wie sich das anfühlt, wenn man zu Hause mal nichts liegen lässt und einen Dreier holt. 10 Heimspiele, 1 Sieg – kann doch gar nicht stimmen. Oder doch? Hier kommt eine Kurz-Chronik des Heimfluches. Was bisher geschah:

 

1. Spieltag: VfL – Borussia Mönchengladbach 3-3

Alles neu macht 2009/2010. Vielleicht auch nicht. Der VfL präsentierte sich gegen den anderen VfL als gespaltene Persönlichkeit. 1. Halbzeit: OH-MEIN-GOTT! 2. Halbzeit: ... und alle so: yeahh! Punkt unter dem Strich okay. Oder soll man sich über einen verpassten 4-3-Sieg ärgern? Sagen wir mal so: Ja. Nein. Vielleicht.

 

3. Spieltag: VfL – Hertha BSC 1-0

Anthar Yahia badete erst in Adrenalin und sprengte dann die Berliner Mauer. Ein Sieg des Willens. Total verdient. Und die Sonne schien. Und alles war aus Gold. Zumindest fast.

 

6. Spieltag: VfL – FSV Mainz 05 2-3

Zweimal geführt und doch verloren. Ein kleines Drama. Koller muss gehen. Ein großes Drama. Verzweiflung und Erleichterung gaben sich die Hand. Vom tiefsten Tiefpunkt kann es nur noch nach oben gehen. Hoffentlich.

 

8. Spieltag: VfL – VfL Wolfsburg 1-1

Funny gab den Interim, Fuchs den Flankengott und Vahid den Hubschrauber. Damals hatte man ja noch etwas Respekt vor den Wölfen. Im Nachhinein behaupte ich: Mit Maric statt Ono hätten wir das Ding gewonnen.

 

10. Spieltag: VfL – Werder Bremen 1-4

Furiose Anfangsphase, dann unter Wert geschlagen. Gegen Bremen war mal wieder nix zu holen. Ich muss immer noch an das Laufduell Johansson vs. Özil denken. Das war wie Opel gegen Porsche.

 

12. Spieltag: VfL – SC Freiburg 1-2

Zwei mäßig begabte Mannschaften begegneten sich auf Augenhöhe. Klimo zeigte, dass er noch immer für besondere Momente gut ist. Auch, wenn ihm ein Tor gestohlen wurde. Dann ein Konter in der Nachspielzeit und ein Hauch von Lüttich. Kleiner Abstieg, dachte ich damals. Heute würde ich sagen: Der letzte Tiefpunkt vor dem Umschwung.

 

14. Spieltag: VfL – 1. FC Köln 0-0

Es gibt unterhaltsame Nullnummern. Dieses Spiel gehörte nicht dazu. Gruselig. Ein ganz dreckiger Punkt. Aber immerhin ein Punkt. Gähn.

 

16. Spieltag: VfL – FC Bayern München 1-5

War der VfL so schlecht oder der FCB so gut? Vermutlich beides. Werde den Bazis auf ewig dankbar sein, dass sie nach einer Stunde den Gang rausnahmen. Sonst wäre es wohl zweistellig geworden.

 

19. Spieltag: VfL – FC Schalke 04 2-2

Business as usual bis zur 82. Minute. Dreimal Nulldrei gegen Ückendorf in einer Saison war möglich. Aber dann. Ein Last-Second-2-2-Sieg! Unverdient, klar, aber soooooo schön! Nach dem Spiel dann den Schalkern beim Auslaufen zugesehen und immer noch komplett neben der Spur. Immer noch dieses ungläubig-euphorische Grinsen im Gesicht. Ganz großes VfL-Gefühlskino!

 

21. Spieltag: VfL – Bayer 04 1-1

Wenn die VfL-Verantwortlichen nach einem Unentschieden gegen den Tabellenführer über einen vermeintlich verpassten Dreier sprechen, dann ist das genau das richtige Zeichen. Endlich nicht mehr Opfer und endlich wieder mit Spielmacher. Holtby spielt bereits im ersten VfL-Spiel einen tödlichen Pass und Aza – noch ohne Vorlage in dieser Saison – sitzt auf der Bank. Man hat das Gefühl: Hier entsteht was.

 

Fazit: Ein Spektakel zum Saisonauftakt, keine Chance gegen Bremen und Bayern, gegen Köln und Freiburg wäre mehr drin gewesen und Schalke war natürlich DAS Saisonhighlight. Jetzt: Hoffenheim. Mit einem Sieg könnten wir den Anschluss an das mehr oder weniger gesicherte Mittelfeld herstellen. Obwohl ich dem Braten (sprich: eine ruhige Rest-Rückrunde abseits des Rotlichtbezirkes) noch nicht so recht traue, finde ich: 173 Tage sind genug! Es reicht. Wirklich. Samstag: Sieg!

 

 
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