Das aktuelle Wetter NRW 23°C

Weihnachtsgeschichte von Waldfehe

Unsere liebe Userin Waldfehe hat uns noch eine schöne besinnliche Weihnachtsgeschichte im Forum hinterlassen--------->

 

Von Userin Waldfehe:

 

Auch er wird wieder gehen……….
Ich glaube, dass ich ihn zuerst entdeckte. Ich war gefesselt vom ersten Augenblick an .Er gefiel mir und ich machte keinen Hehl daraus.. Mein Blick wanderte an ihm unablässig hinauf und wieder hinab herab. Ich tat es ganz unverhohlen, ohne jegliche Scham. Er war in etwa einen Kopf größer als ich und von stattlicher Figur, so wie ich es liebte. Mir wurde bewusst, dass ich nur ihn wollte, er passte zu mir. Nicht nur bei mir hatte er Interesse geweckt und es war klar, dass ich handeln musste - schnell!
Ich lud ihn nach Hause ein. Oder nennt man so etwas „ Abschleppen“. Nein, ich hatte dafür bezahlt. Andere seien teurer, hörte ich später.
Und wieder diese eigenartige Situation, man steht sich gegenüber, ist sich noch etwas fremd. Für die Jahreszeit war er viel zu dünn gekleidet. Ich half ihm abzulegen. Er wirkte staksig, ja geradezu steif. Ich bot ihm etwas zum trinken an. Wein oder andere alkoholische Getränke, aber er bevorzugte einfaches Wasser. Gierig sog er es in sich auf und verlangte nach mehr. Das Feuer im Kamin verbreitet eine wohlige Wärme und das Reflektieren der züngelnden Flammen, ließ ihn noch attraktiver erscheinen. Langsam schien er etwas aufzutauen. Als ich ihm Wasser nachschenkte berührte ich ihn sachte. Es war mehr zufällig, ein ganz leichtes Streifen meines Armes, das mir eine kribbelige Gänsehaut bereitete.
Schon jetzt überlegte ich, wie ich ihn dazu bringen könnte, länger zu bleiben. Länger als all die Anderen, die nur ihre Pflicht zu erfüllen schienen um sich danach schnellstmöglich zu verabschieden.
Ich trat einen Schritt auf ihn zu, wollte ihn einfach berühren. Wartete er nicht darauf? Wie samtig er sich anfühlte. Ich hatte dagegen schon andere widerborstige Besucher, die tagelang Spuren auf meiner Haut hinterließen.
Er stand vor mir, ganz nahe. Sein Duft betörte mich.
Splitterfasernackt stand er da – bereit !
Bereit, sich von mir zu voller Pracht verhelfen zu lassen. Das war mein Part, es bereitet mir Freude und ein wonniges Gefühl. Ich war darin geübt und dennoch war es jedes Mal anders.
Ich selbst brauchte für mich eine Abwechslung und so ließ ich meine Phantasie spielen. Und er ließ es bereitwillig mit sich geschehen. Sogar gegen das zarte schillernde Etwas, das ich ihm überstülpte, wehrte er sich nicht.
Aber warum um Gottes Willen ließe er das wunderschöne Lebkuchenherz herunterfallen, dass ich ihm umhängen wollte? Da lag es nun, zerbröselt in tausend Teile…
Seine Arme schienen doch so stark.
Mist…..nächstes Jahr werde ich wohl doch wieder eine Nordmanntanne kaufen !

 
Diesen Artikel bookmarken?

0 Trackbacks

Die Trackback URL zu diesem Artikel ist:
http://www.derwesten.de/services/trackbacks/blogs/6010801/create

0 Kommentar