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Weihnachtsgedicht von hiram

Der fleissige Dichter Hiram ( http://www.derwesten.de/community/hiram ) hat für den Weihnachts-Poetry-Slam ----> http://forum.derwesten.de/viewtopic.php?t=21621&postdays=0&postorder=asc&start=0  folgendes Gedicht geschrieben:

 

 

Hiram:

 

Lebkuchenduft und Kerzenlicht
Passt am besten zur folgenden Geschicht’
Zuhören wird euch Freude bringen
Sie erzählt von allen Eueren Dingen:

Der Erste lebte in der Stadt:
Freundlich ehrlich offen,
Wer den zum Freunde hat,
Hat es gut getroffen

Der Zweite kam von Übersee:
Weltoffen, fröhlich, frei.
Liebt Sonne, Regen, Wind und Schnee,
Das drum herum war ihm einerlei

Der Dritte kam aus unserem Haus:
Bieder, normal und nett,
Trinkt gerne Bier, geht gern mal aus
Und träumt von dem, was er gerne hätt’.

Den Ersten traf ein bös’ Gerücht,
Das wuchs bis zum Skandal.
Ein bisschen Falschheit hat genügt
und er fiel in tiefes Seelental

Dem Zweiten nahm der Tod die Frau,
Schenkte dafür die Einsamkeit.
Auch den Dritten traf das Leben rau:
Mit fünfzig in die Arbeitslosigkeit.

Statt bunter Farbe dumpfes grau,
Tinnitus statt Stimmenchor,
Statt Dialog Gedankenstau.
Eine dunkle Welt brach hervor.

Der erste klagte:
Ich kann es nicht verstehen!
Der zweite fragte:
Warum ist das geschehen!
Der dritte sagte,
Sinnlos, lasst uns gehen…

Und sie machten sich auf.
Es begann eine unendliche Zeit,
Ein endlos scheinender Lauf
ziellos in die Endlichkeit.

Unterwegs erzählte der Erste davon,
Wie die Menschen ihn kannten.
Die beiden lauschten Ton für Ton
Sprachen, wir sind deine Verwandten.

Der Zweite erinnerte sich an das Meer,
Die Seefahrt und die Abenteuer.
Die anderen beiden fragten, wer
Entzündet heute unser Feuer

Der Dritte sprach von seinen Träumen
Vom Leben, Ziel und Licht -
Und wie sie nun alles versäumen
Bis einer fragte: warum suchen wir nicht ?

Um auf der langen Suche zu bestehen
Nehme ich die Freundschaft mit!
Der zweite rief: Ich beginne zu verstehen,
Wir sind nicht allein, wir sind zu dritt.
So leg ich denn die Freiheit dazu.
Stupst den Dritten an - und du ?
Der lächelt nur, nicht mehr allein,
wir werden voller Hoffnung sein.

So wanderten sie wohl ein ganzes Leben
Und folgten dem Glanz vom neuen Stern.
Hohes und Tiefes gab es zu erleben
Und manchmal schien das Ziel so fern.

Doch irgendwann in dunkler Zeit
Schon müde und am Ende
Fanden sie die Ewigkeit
- und die Zeitenwende

Der Erste fand den Glauben neu
Der Zweite sah alles Hoffen gefüllt
Der Dritte sah im Stroh und Heu
Die Welt in Liebe eingehüllt.

 
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