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Weihnachts-Poetry-Slam 2008, erster Platz von Ruhrpottengelchen

Der Weihnachts-Poetry-Slam 2008 hat wirklich einen verdienten ersten Platz 
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Viel Vergnügen beim Lesen:
 
 
 

Ach was würde ich drum geben, noch einmal Weihnachten so wie in meiner 


Kindheit zu erleben. 


Drehe ich die Zeit zurück denke ich an Liebe und viel Glück.


Dann würden meine Mama und Papa noch leben


Und ich könnte die Liebe, die ich von ihnen bekommen habe


so wie sie es sich verdient haben noch einmal zurückgeben. 


 


Anfang Dezember wurde in unserer Wohnung die Küchenfensterbank liebevoll 


weihnachtlich dekoriert mit einem roten Engel, etwas Tannengrün und 


einem Windspiel aus Messing, wo kleine Engelchen durch die Wärme von 


Kerzen angetrieben, sich im Kreise drehten und kleine Glöckchen durch 


berühren zum klingen brachten. Für mehr Dekoration war einfach kein 


Platz, da wir mit 5 Personen und meinem Hamster Pipikohle auf 2 ½ 


Zimmern, ohne Badezimmer, in einer typischen Bergarbeitersiedlung in 


Essen-Kupferdreh, wohnten. Aber das war gar nichts ungewöhnliches, denn 


bei den Nachbarn war es nicht anders. So verbrachten wir harmonische 


Adventstage, bei Kerzenschein und Kohleofen, Plätzchenbacken. Lieder 


singen im Kreise unserer gesamten Familie. Am 23.12. wurde der 


Weihnachtsbaum geschmückt. Bunte Kugeln, bunte Vögel, Kerzen, Lametta 


und Engelshaar. Mit kleinen silbernen Bändchen wurden Schokoladenkringel 


in den Baum gehangen und mein Vater zählte laut, wie viele er auf 


gehangen hat und sagte: „Wenn wir den Baum abschmücken möchte ich, dass 


alle Schokokringel noch da sind“. Sein Wunsch wurde nie erhört. Nach dem 


der Baum dann fertig geschmückt war wurde das Wohnzimmer als „Sperrzone“ 


eingerichtet. Verschlossen. Von da an herrschte eine knisterne Spannung. 


Aufregung machte sich breit, was wird das Christkind wohl bringen? 


Wünsche hatte man ja viele. Und jetzt erinnere ich mich an das 


Weihnachtsfest wo ich mir sehnsüchtig eine Puppenstube gewünscht hatte, 


die ich im Schaufenster des einzigen Spielzeugladens in Essen-Kupferdreh 


gesehen hatte und wovon ich so oft erzählt hatte, das ich diese doch so 


gerne hätte und meine Mutter dann immer geantwortet hat: „Tja, welches 


Kind wohl diese vom Christkind bekommt? „Ich weiß es nicht, das muß dann 


wohl ein ganz braves Mädchen gewesen sein“. Mist dachte ich, da komme 


ich dann wohl nicht infrage, sagte aber: ich war auch immer brav. Dann 


kam endlich der heiß ersehnte heilige Abend. Ich war ein ganz braves 


Mädchen an diesem Tag und habe sogar geholfen aufzuräumen. Jawohl! Unser 


Weihnachtsessen hatte Tradition. Frische Suppe aus Gänseflügeln, 


Gänsehals und die Innereien. Gebratene Gans, Rotkohl und selbst 


gemachten Kartoffelklöße. Gegessen wurde immer gegen 17.00 Uhr. Danach 


wurde die Küche aufgeräumt und dann hieß es. Wir warten auf’s 


Christkind. Wie oft ich es probiert habe zu prüfen ob die Wohnzimmertüre 


noch verschlossen ist, ich weiß es heute nicht mehr. Ich saß am Fenster 


und schaute nach draußen. Auf einmal rief ich: Das Christkind kommt 


gleich, das Christkind kommt gleich, es ist schon drei Häuser tiefer ich 


habe es gesehen. Ich war davon so überzeugt, dass ich es wirklich 


gesehen habe, Mutti frage. „Wie sah es denn aus“? ich antwortete ihr: 


„Es hat ein weißes Kleid an“  Ich habe es fliegen sehen. Ich habe mich 


nicht davon abbringen lassen, daß das Christkind war. Mutti sagte: „Ach 


Kind, da hat bestimmt jemand ein weißes Tischtuch aus dem Fenster 


ausgeschüttelt“. Nein Mama, dass war das Christkind. Und als ich noch so 


aus dem Fenster schaute sagte mein Vater zu mir: „Was macht denn Dein 


Anorak hier in der Küche, wenn das so unordentlich hier ist dann kommt 


das Christkindchen nicht zu uns.“ „Hänge ihn schnell im Flur auf“. Das 


brauchte er an diesem Tag kein zweites mal zu mir sagen. Ich schnappte 


den Anorak, hänge ihn im Flur an den Haken, drehte mich um und sah, dass 


die Wohnzimmertüre einen kleinen Spalt auf war und neugierig wie ich war 


schaute ich ins Zimmer. Dann erschallte der Ruf von mir. Das Christkind 


war da, das Christkind war da. Der Tannenbaum strahlte in vollem Glanze, 


der Tisch war mit bunten Tellern geschmückt und auf dem Teppichboden, 


unter dem Fenster da stand sie – meine so sehnlichst erwünschte 


Puppenstube. Nach meinem lauten Schrei, dass das Christkind da war, 


kamen meine Schwestern und Eltern auch ins Wohnzimmer. Meine Schwestern 


packen auch ihre Geschenke aus. Das meine Eltern sich selber nie was 


geschenkt haben ist mir lange Zeit nicht bewusst geworden. Später habe 


ich meine Eltern mal gefragt warum und da sagte meine Mutter zu mir: Für 


Geschenke für uns hat nie das Geld gereicht, aber wir wollten Euch 


Kindern ein schönes Weihnachtsfest bereiten. Wir lieben Euch und wir 


wollten, dass ihr glücklich seid, das war für uns das schönste 


Geschenk.“ 


 

 
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