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„Weihnachten - die langweiligste Zeit im Jahr"

Weinachtspalme

Das sage ich, 25-jährige Dortmunderin mit Migrationshintergrund. Dieser Migrationshintergrund ist auch der Grund, warum bei uns Zuhause Weihnachten nie die Bedeutung einer besinnlichen oder heiligen Zeit hatte. Der Dezember konnte höchstens ein entbehrungsvoller und disziplinierter Monat sein, wenn der Fastenmonat Ramadan auf das Ende des Jahres fiel.

 

Meine Eltern übersahen einfach die Vielfalt der Religionen und dachten gar nicht daran vielleicht mitzufeiern. Dementsprechend gab es keine Weihnachtsbeleuchtung, keinen Weihnachtsbaum und keine Weihnachtskekse. Aber dafür den Beschwichtigungssatz „Wir haben doch auch schöne Feiertage!“. Ja, die hatten wir tatsächlich, nur blöd allerdings, dass die nicht auch auf die Weihnachtstage fielen. Gemeinsame Vorfreude auf die Adventszeit mit meinen Mitschülern, gab es daher nicht.

 

Meine Mutter hingegen freute sich auf die Weihnachtszeit, aber nicht um des Gedenken Christis, sondern weil während der Feiertage Aschenbrödel (oder auch Drei Haselnüsse für Aschenbrödel) im Fernsehen lief. Na ja, ich muss gestehen, ich mag den Film auch, besonders die Szene mit dem dicken Bauernjungen, der sich einfach in die Reihe der Mädels stellt, um den Schuh vom Prinzen anprobiert zu bekommen.

 

Aschenbrödel ist aber der einzige Film, im weihnachtlichen Fernsehprogramm, den man sich antun kann. Deshalb gibt es bei meinen Schwestern und mir seit mehreren Jahren die Sitte vor den Feiertagen die Videotheken zu bereichern. Da wird – gemäß der allumgebenden Besinnlichkeit- ordentlich dem Rosablümchen-Frauenbild entsprochen und jegliches so genanntes „Melodrama“ in den DVD-Player geschoben.

 

Wenn ich an Weihnachten denke, dann denke ich auch an Marzipanbrot, Lebkuchenherzen und Dominosteine, die gab es bei uns Zuhause auch, und zwar VOR Weihnachten, denn meine liebe Mama liebt Lebkuchenherzen über als. Sie ist wahrscheinlich auch der Grund warum es in der Nachsommerzeit schon allen weihnachtlichen Schnickschnack im Supermarkt zu kaufen gibt.

Was ich heute während der Feiertage gerne mache, ist arbeiten. Denn ehrlich gesagt sind die rosaroten Melodramen nichts für mich. Während meine Freunde also mit der Familie Gänsebraten essen und deshalb keine Zeit haben, sitze ich gut gelaunt auf der Arbeit mache alle Türchen des Adventskalenders auf und freue mich über die besinnliche Weihnachtszeit.

 

(auf dem Foto mein erster geschmückter Weihnachtspalmenbaum)

 
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