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The Good, the Bad and the Ugly of Weihnachtsfilme

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An Heiligabend läuft die Glotze. Erst kommt das Weihnachtsprogramm wahlweise im Ersten oder Dritten, irgendwann macht man sich's gemütlich - so war das schon bei Loriots Hoppenstedts. Und was ist gemütlicher als in der Flimmerkiste Filmchen zu kucken, die man sonst das ganze Jahr nicht kucken würde? Eben weil es Weihnachtsfilme sind und man an diesem einen Abend im Jahr den guten Geschmack gerne auch mal an den Hacken hängen darf: An Weihnachten gibt's Schmalziges auf dem Tisch genauso wie im Film, oder für Muffel eben Böses, um die Weihnachtsseligkeit wenigstens ein bisschen zu verkraften. Und schlussendlich hat uns Weihnachten noch zünftigen Trash serviert, wie er nur zum Weihnachtsfeste denkbar ist. Statt einer Top 10 der besinnlichsten Weihnachtsklassiker gibt's hier deshalb den totalen Rundumschlag. Wir präsentieren proudly: "The Good, the Bad and the Ugly of Weihnachtsfilme" - wir Blogger sind ja nicht so ...

THE GOOD ...

 

  • 01 Ist das Leben nicht schön?
"Das Wunder von Manhattan""Ist das Leben nicht schön?"

 

 

  • 02 Die Muppets Weihnachtsgeschichte
ultimativem WeihnachtsromanA Christmas CarolMuppets-Adaption

 

 

  • 03. Drei Haselnüsse für Aschenbrödel


 


  • 04. Fröhliche Weihnachten
eine quirlig-nostalgische Reise



  • 05 A Charlie Brown Christmas
wunderbare Momente




.... THE BAD ....




  • 06 Gremlins

eher nicht wirklich




  • 07. Bad Santa

Mehr noch als hierzulande ist Santa Claus in den USA ein popkulturelles Ikon. Wer was auf sich hält, hat unter seinen Kindheitsfoto auch eins mit "Santa" (und am besten eines, auf dem man schreiend Reisaus zu nehmen gedenkt). Kein Wunder, dass da auch gerne rumgedeutelt wird: Die Zahl schlechter Slasherfilme, in denen nahe Verwandte von Michael Myers im Santa-Kostüm dem fröhlichen Morden nachgehen, ist Legion. Und dann gibt es noch "Bad Santa", den die Coen-Brüder zwar nur produziert, aber eigentlich auch gleich selbst hätten drehen können.

Hier gibt Billy Bob Thornton einen abgewrackten, unrasierten Dieb und Zyniker, der sich im Santa-Kostüm Zugang zu Einkaufszentren verschafft, um sie dann nächtens auszuräumen. Als er Bekanntschaft mit einem gehänselten, dicklichen Jungen macht, der in ihm den wahren Santa Claus entdeckt zu haben meint, geht der Trubel erst richtig los... - Keine Frage: Ein alkoholisierter Santa, der sich aus Dosen ernährt, Sex nur gegen Bezahlung erlebt, Supermärkte ausräumt und das alles mit abgeklärten Sprüchen kommentiert, ist für jeden halbwegs anarchisch gesonnenen Menschen eine wahre Freude.

Ankucken: Jederzeit. Im Film scheint ohnehin dauernd die Sonne. (oder am 1. Weihnachtsfeiertag um kurz vor Mitternacht auf ORF1)

 

  • 08 Black Christmas

Und nochmal Bob Clark (siehe weiter oben "Fröhliche Weihnachten"), diesmal rund zehn Jahre früher und richtig "creepy". Drei Jahre vor dem stilbildenden "Halloween" entstand ein völlig unironischer, finsterer Proto-Slasherfilm, der auch heute noch ziemlich unter die Haut geht. Rund um ein Schwesternwohnheim mehren sich an Heiligabend die Vermissten, zeitgleich sorgt ein gruseliger Psycho mit anzüglichem Telefonterror für mäßig feierliche Stimmung unter den jungen Damen; die Polizei nimmt die Ermittlung auf... - Ein fast schon minimalistischer Horrorfilm, der mit wenig Zutaten viel erreicht: Selbst noch der rot vor sich hinblinkende Weihnachtsschmuck an der Haustür wirkt bald richtig unheimlich, von den fiesen Telefonscherzen des Killers ganz zu schweigen. Ein ungemütlicher Weihnachtsfilm.
Ankucken: Spätnachts zwischen 24. und 25. Dezember mit Weihnachtsschmuck als einziger Beleuchtung im Zimmer. (Telefon vorher rausstöpseln)

 


... AND THE UGLY.

Kommen wir zum Bodensatz der Filmgeschichte. Zahlreichen Produzenten von mäßiger Moral bot Weihnachten Anlass zur Fertigung von ratzfatz Hingeschludertem, das mit viel Weihnachtstand ein paar Extra-Taler in die Kassen zu spülen versprach. Man werfe nur einen Blick ins Programm zahlreicher Privatsender, wo sich merkwürdige Filme die Klinke in die Hand geben, in denen "irgendwas mit Weihnachtsmann" und "irgendwas mit kleinen Kindern" zu "irgendwas mit wenig Sinn" vermengt wurde. Das meiste davon ist Rotz und keines Blickes wert. Doch weit unten im Abfalleimer gibt's mitunter seltsame Gebilde zu bergen, die von jenem ganz besonderen Wahnwitz durchwirkt sind, wie es ihn nur im Trashkino zu bewundern gibt. Zwei davon seien hier besonders exponiert:

 

  • 09 Santa Claus

Nun gibt es viele Filme dieses Titels, gemeint ist die mexikanische Produktion von 1959. Unser Titelheld lebt hier nicht etwa am Nordpol mit seinen Rentieren, sondern irgendwo im Weltall in einer Kommune mit einem reichlich vertrottelten Zauberer namens Merlin (und nein, ich weiß auch nicht, was das soll...). Als Bedienstete hält man sich hier ziemlich unbekümmert aus allen Herren Länder zusammengeklaubte Kinder, die gleich zu Beginn in einer quälend langen Sequenz zu Santas debilem Orgelspiel singen dürfen und sich nebenbei als Spielzeugfabrikanten verdingen müssen (Kidnapping? Kinderarbeit? .com egal!). Mit einem obskuren Teleskop aus Pappmaché und Alufolie gibt Santa einen weihnachtlichen Wolfgang Schäuble und spioniert die Erdenkinder aus, ob sie denn Gutes oder Böses tun. Ein Abgeordneter der Hölle - ein munteres Teufelchen namens Pitch - versucht unterdessen, Jungs und Mädels aller Schichten von den Vorteilen einer frühzeitig eingeschlagenen kriminellen Laufbahn zu überzeugen, und schließlich auch noch, Santas Nachtschicht in der Weihnachtsnacht zur buchstäblichen Hölle zu machen... - Ein Film, den man gesehen haben muss, um ihn glauben zu können. Jede Minute irgendein Heuler, der den Verstand seines Publikums zu zerrütten droht, jede Minute irgendein dahergefaselter gigantischer Unsinn, den selbst noch anspruchslose Kleinkinder hinzunehmen kaum bereit sein dürften. Sprich, jede Minute irgendwelcher sinnbefreiter Kokolores, der viel Freude stiftet: Bonbonbunte Trashkulissen, finsteres Over- und Nicht-Acting, schmerzhafter Gutmensch-Kitsch, debiler Weihnachtsklaus von Hund auf Baum gejagt, Teufel im roten Spandex mit Spock-Plastikohren und nicht zu vergessen der strunzernste, väterliche Erzähler, der auch noch Über-Offensichtlichstes brav wiederholt, machen diesen No-Brainer zum wahren Genuss für Kenner und Genießer.
Ankucken: Nur auf eigene Gefahr!
Trivia: Regisseur Rene Cardona Sr. entwickelte sich später mit zahllosen drittklassigen Wrestler-, Horror- und Westernfilmen zu einem der wichtigsten Regisseure des mexikanischen Trashkinos. 

 

  • 10 Santa Claus conquers the Martians

Auch das amerikanische Kino bot freilich ähnliche Granaten. Wenige Jahre nach dem filmhistorischen Schwarzen Loch, das Cardonas "Santa Claus" darstellt, versuchte man dieses Machwerk noch zu toppen. Schon die Grundidee ist Schmarrn in Tüten: Marsianer - Leute, mit Konservendosen auf dem Kopf, aus denen komische Kabel kommen - entführen Santa Claus! Weshalb? Den Marskindern ist's so schrecklich ernsthaft ums Gemüt. Abhilfe schaffen soll der so auf den Planet gebrachte dicke Rote mit dem weißen Bart, dem noch zwei im Vorbeigehen aufgelesene Kinder zur Seite stehen. Doch ein besonders böser Marsianer führt Arges im Schilde, sodass Santa sein kindliches Gefolge dazu anhält, den Bösewicht aufs Weihnachtlichste mit Spielzeug zu beschmeißen... Auch Santa gegen's Marsvolk ist gehobener Stuss vorm Herrn, der keinem Mitmenschen als weihnachtliche Unterhaltung ernsthaft vorsetzbar ist, ausgelasseneren Zeitgenossen mit Experimentierfreude - schon der psychedelisch bunte Vorspann mit hysterisch "Hooray for Santi Claus" johlenden Kindern lässt an LSD-Konsum denken - aber durchaus zur Freude gereicht.
Ankucken: Egal wann, Hauptsache vorher ordentlich Glühwein getankt.
Trivia: Der Film ist in den USA mittlerweile gemeinfrei und deshalb auf zahlreichen Videoportalen (z.B. auf archive.org) als legaler Stream zu finden.

 
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