Der Weihnachtsbaum als solcher ist eine dieser gewitzten deutschen Erfindungen, deren Ursprung sich im Dunkel der Geschichte verliert. Angeblich soll es den Weihnachtsbaum bereits seit mindestens 1400 AD gegeben haben, was relativ lange her ist.
Ich frage mich nur: wer hatte diese Idee? Wer stand da einst mit der Axt vor einer Tanne und dachte sich: "Hm, wenn ich das Ding abhacke, bei mir zuhause aufstelle und mit güldenem Gedöns behänge, dann habe ich endlich ein besinnliches Weihnachtsfest."
Wer war dieser Mensch? Ein durchgeknallter Pilzsammler, der öfters mal die falschen Pilze in sein Körbchen packte? Ein kreativer Innenarchitekt mit Hang zur Natur? Ein Holzfäller, der gerne mal seine Arbeit mit nach Hause nahm?
Man weiß es nicht. Seither jedenfalls gibt es zu Weihnachten auch immer einen Baum, allerdings erstmal nur in Deutschland. Hier in England war das, wie so vieles, ganz anders.
Zwar gab es durchaus auch im Mittelalter schon Tannen in England, allerdings kam hier niemand auf die Idee, diese Bäume zu Weihnachten mit glitzerndem Zeugs und Kerzen vollzuhängen. Was etwas verwundert, stammen doch viele skurrile Dinge aus England, etwa Rasenmäher, Gummiband und das eigentümliche Gefährt namens Robin Reliant. Doch ich schweife ab.
Königin Victoria hatte erst zu Weihnachten 1800 so einen Baum bei sich zu Hause aufgebaut. Dieser komische deutsche Brauch vom Kontinent konnte sich aber nicht durchsetzen, da komische Dinge vom Kontinent in England lange brauchen, bis sie sich durchsetzen. Man denke da zum Beispiel nur an gutes Essen, welches sich bis heute noch nicht durchgesetzt hat.
Erst als Prinz Albert, wahrscheinlich vom Heimweh gepackt, ab 1841 regelmäßig einen Weihnachtsbaum in Windsor Castle zur Schau stellte, erkannte das englische Großbürgertum einen nicht uneigennützigen Sinn in der Tanne: schon wenige Jahre später gab es bei Woolworths den ersten industriell gefertigten Christbaumschmuck zu kaufen. Daß Woolworths gerade eben pleite gegangen ist, liegt aber nicht unbedingt an den möglicherweise fallenden Baumschmuckverkäufen.
Heutzutage, in diesen harten Zeiten, da muß gespart werden. Der findige Mensch zimmert sich seinen Baum selbst. Zum einen hat man dadurch Einfluß auf das Design, zum andern hat man dann noch genug Geld für die eigentliche Feier über. Mein Rattenschwein macht das schon seit Jahren so:
