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Moderne Weihnachten und die verlorene Freude

Weihnachten 2

Moderne Weihnachten und die verlorene Freude

 

Bald ist Weihnachten und wie jedes Jahr scheint die eigentliche Bedeutung des Festes mehr und mehr abzunehmen. Immer häufiger steht der Konsum im Vordergrund und wird uns durch übermäßige Werbung, weihnachtliche Muss-Bräuche wie Adventskalender und Weihnachtsmärkte aufgedrängt. Bereits Oktober zieren Dominosteine und Printen die Regale der Kaufhäuser und Anfang Dezember werden wir auf dem Weihnachtsmarkt mit Glühwein, Eierpunsch und kandierten Früchten verwöhnt. Doch was hat das alles noch mit Weihnachten zu tun?

 

Früher sprach man vom Fest der Liebe, vom Fest der Familie. Mit Wenig wurde mit viel Liebe soviel gezaubert. Man hatte noch Zeit Plätzchen zu backen und der Tannenbaum wurde am Heiligabend mit vielen köstlichen Naturalien geschmückt. Kleine Äpfelchen, Schokoladenringe und Plätzchen wurden daran gehängt und ich sehe mich heute noch heimlich naschen. Apfelsinen, Mandarinen gab es typisch nur zu Weihnachten und der Duft bedeutete, es weihnachtet sehr. Es war anders und besonderer als heute. Einen Weihnachtsmarkt gab es in meiner Kindheit frühesten eine Woche vor Weihnachten und er ging bis einschließlich der Weihnachtstage. So schlenderte man Weihnachten mit der Familie über den Weihnachtsmarkt, der seinem Namen nun alle Ehre machte.

 

Heute müssen immer größere und teuere Geschenke unter dem Tannenbaum liegen. Und die Bedeutung von Liebe wird im Preisschild wiedergegeben. Die kleinen Dinge werden häufig nicht mehr wahrgenommen, obwohl dies die wichtigsten Erfahrungen für uns und unser Leben sind. Viele Kinder werden mit Geschenken überhäuft und den wirklichen Wert werden sie nicht erkennen. Am Heiligabend glänzen ihre Augen, aber am nächsten Morgen ist schon wieder alles vergessen. Wer kann ihnen schon einen Vorwurf machen, bei der ständigen Übersättigung an Angeboten und wer möchte sich schon bei sieben Geschenken entscheiden, welches nun das Schönste ist? Wie soll man sich freuen, wenn man das Geschenkte nicht zu schätzen weiß?

 

Am zweiten Advent bekam ich von meiner Freundin selbstgebackene Plätzchen und ich habe mich riesig gefreut. Eine kleine leckere Gabe, die man mit Geld nicht kaufen kann. Ein Lichtblick in einer konsumgesteuerten Gesellschaft.

 

Um etwas Freude zu Weihnachten zu verschenken, werde ich an der Weihnachtsbaumaktion teilnehmen. Hier sind Tannenbäume in einigen Geschäften mit Kinderwunschkarten geschmückt. Eine Karte werde ich abnehmen, den Wunsch erfüllen und etwas Ursprüngliches, nämlich Freude zum Fest beisteuern.

 
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