Während in Deutschland ein Großteil meiner Familie und Freunde jetzt wahrscheinlich gerade in der Kirche sitzt, dann isst und danach Geschenke auspackt, muss ich mich noch ein paar Stündchen länger gedulden.
Abgesehen von den 6 Stunden Zeitverschiebung zwischen Deutschland in dem Staat New York, in dem ich noch bis Juni als Austauschschülerin lebe, unterscheiden sich auch einige der amerikanischen Weihnachtstraditionen von den deutschen.
Schon seit Mitte November beschallte mich Weihnachtsmusik in allen Kaufhäusern, unzählige Lichter in den verschiedensten Farben und Formen leuchteten an allen Häusern und nicht selten lachte mich ein beleuchteter Weihnachtsmann in Lebensgröße an. Weihnachtsbeleuchtung scheint hier ein Volkssport zu sein – je protziger desto besser.
Die Tradition einen Tannenbaum aufzustellen und ihn zu schmücken gibt es hier auch, jedoch sieht ein klassisch geschmückter Tannenbaum hier anders aus, als in Deutschland. Während man sich in Deutschland unter einen klassisch geschmückten Tannenbaum einen mit farblich abgestimmten Kugeln und Lichtern vorstellt, besteht die klassische Dekoration hier aus bunten Lichterketten, Kugeln in mindestens 5 verschiedenen Farben (unsere sind Gold, Silber, Rot, Blau und Grün), Ornamenten in verschiedensten Formen und Farben (von Zinnsoldaten über Schneemänner bis hin zu kleinen Rennautos ist alles dabei), sowie mindestens 2 Packungen Lametta. Wir haben unseren Tannenbaum Anfang der Woche mit der ganzen Familie zusammen geschmückt. Bunt und glitzernd steht er nun in unserem Wohnzimmer.
Die Geschenke kommen nachher unter den Baum, bevor wir in die Kirche gehen und danach ein „Familydinner“ habe. Traditionell ist die Bescherung in Amerika am Morgen des 25.Dezembers, weil Santa Clause die ganzen Geschenke erst in der Nacht zuvor ausliefert. In meiner Gastfamilie teilen wir die Bescherung in zwei Teile auf. Die Geschenke, die die Familienmitglieder füreinander gekauft haben, gibt es heute Abend, die von „Santa Clause“ gibt es morgen früh. Dass die Geschichte von Santa Clause nicht wahr ist, wissen in meiner Familie, in der das jüngste „Kind“ 15 Jahre alt ist, natürlich alle, die Tradition wird aber trotzdem weitergelebt.
Ich bin schon gespannt, wie ich mein erstes amerikanisches Weihnachtsfest erleben werde. Bestimmt werde ich im Laufe der nächsten zwei Tage noch mehr unterschiedliche Traditionen kennenlernen.
Da es in Deutschland ja jetzt schon so weit ist, wünsche ich allen ein Frohes Weihnachtsfest und ein gesegnetes neues Jahr 2010!





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