Samstag, 5. September. Mat und ich sitzen an der Waterfront, einer schoenen Uferpromenade, die mich etwas an die Duesseldorfer Altstadt erinnert. Hier fliesst der Potomac River - er bildet die Grenze zwischen den Bundesstaaten D.C. und Virginia. Wir sind noch in Washington, auf der anderen Seite blicken wir auf die Skyline von Arlington.
Viele Boote und Yachten legen hier an, die meisten sind gemietet. Von einem droehnt laute Hip Hop Musik. Drei Maenner und zwei Frauen stehen auf dem hinteren Teil der kleinen Yacht, tanzen und trinken Wodka. Zwei Meter von ihnen entfernt verlaeuft die Promenade, auf der heute viele Menschen unterwegs sind. Manche blicken amuesiert zu dem Party-Boot hinueber, andere irritiert oder veraechtlich.
Mat und ich trinken Corona-Bier mit einem Limettenstueckchen und kommen mit vielen Menschen ins Gespraech, die um uns herum sizten. Troy, ein 50-jaehriger Amerikaner erzaehlt mir von seinen deutschen Grosseltern, die einst aus Russland vertrieben wurden und nach North Dakota zogen. Dort bestellten sie das schwierige, unfruchtbare Land so gut wie niemand sonst. Sie waren schliesslich noch haertere Bedingungen gewoehnt.
Ein Mann sitzt mir gegenueber an der Bar und turtelt mir seiner Freundin herum. Er sagt, dass er meine Uhr kaufen will, weil er das grosse Zifferblatt mag. Ich sage ihm, dass ich meine Uhr eigentlich ganz gern habe. Er antwortet, ich solle sie lieber verstecken und lacht.
Gegen 22 Uhr fahren Mat und ich nach Adam's Morgan, wo es viele Bars und Clubs gibt. Wir treffen dort einige deutsche Referendarinnen aus der Botschaft und einen Praktikanten. Wir ziehen gemeinsam durch mehrere Bars. Zu spaeterer Stunde handelt Mat mit einem Taxifahrer einen guten Preis aus und wir lassen uns nach Bethesda zurueckbringen.
Foto: Referendarinnen Sofia, Stephanie und Eva.





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