Heute ist mein allerallerletzter Praktikumstag. In den letzten vier Wochen bin ich jeden morgen von Werl nach Essen gefahren um "Onlineluft" zu schnuppern. Nach einem Monat Nachrichten online stellen, Fotostreckenbasteln, Kommunalwahltool-Pimpen und Interviews ist die Zeit reif für ein Fazit.
Die Einlasskarte:
verleiht sogar dem "Prakti" im großen WAZ-Haus einen Hauch von VIP-Status, wenn er an Lieferanten, Technikern oder Putzkolonnen die Karte vor der Tür an den Sensor hält und einmarschieren kann. Allerdings nicht zu vergessen: Bei jeder noch so geringen Entfernung von der Redaktion muss die Karte mitgenommen werden, denn sonst steht man draußen.
Das Essen:
Als engagierter Praktikant muss man auch auf den Haushalt achten. Praktisch, wenn man sich da von Zuhause ein Brötchen schmieren und mitnehmen kann. Unpraktisch nur, wenn man vier Wochen lang jeden Tag Laugenbrezeln, Wurstbrötchen und Äpfel isst, während die "reichen" Redakteure einem in der Kantine etwas vorkauen. Da kommt es schnell vor, dass man wurstbrötchenkauend auf gefüllte Cannelloni, Gyros mit Pommes oder Milchreis schielt. Praktikantenfraß muss jetzt erstmal nicht mehr sein.
Die Redaktion:
bietet eine optimale Arbeitsatmosphäre, wenn man am Newsdesk sitzt. Statt meterweit durch das Großraumbüro schreien zu müssen, schmeißt man sein Anliegen mit den Worten "Lieber Newsdesk" in die Runde und hofft auf Antwort. Die allerdings nicht immer sofort kommt, wenn sich von acht Leuten niemand angesprochen fühlt. Lachen ist Pflicht bei DerWesten. Schließlich muss man nach der Themenübergabe zweimal nachdenken, wenn ein Redakteur bemerkt "Du, ich hab dir grad die Schweinegrippe und die Wespenplage geschickt." - "Danke". Allen voran der Frühdienst scheint kurz vor Schichtende in die lustige Phase zu komme und dann kann das Suchen von Überschriften schon zum lachenden Tränenausbruch von Kollegen führen. Dafür an dieser Stelle: Fünf Sterne *****
Die Sprache:
ist ein weiteres Highlight der Redaktion. Denn wenn der Twitter-Master am Newsdesk mal eben die Infobox neu timestampt und die Shoutbox umrubriziert, dann sollte die Community mit ihren Friday Fives und einem Voting nicht vergessen werden. Als Prakti versteht man am Anfang also weniger als Bahnhof, schnell schleicht sich das DerWesten-Vokabular aber ein und dann sind es die Daheimgebliebenen zuhause, die Fragezeichen auf den Augen haben, wenn man vom Arbeitstag erzählt.
Fazit: Ein Praktiktum bei DerWesten ist eine empfehlenswerte Reise mit Anglizismen-Kurs allinclusive, täglicher Animation und Belustigung und einem riesen Buffet an Kuchen und Süßigkeiten durch ständige Abwanderung und "letzte Tage" von Mitarbeitern, Volos und Praktikanten.





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