Wenn ich mein Leben in der Retrospektive betrachte, dann fallen mir spontan ein bis zwei Begebenheiten ein, die ich als Fettnapfmomente bezeichnen möchte.
Eben war wieder so ein Moment. Ganz im Zeichen der Informationspflicht streife ich durch den Flur des Verlagshauses, um die offengelegten Kabelstränge zu fotografieren.
Seit Beginn dieser Woche fehlt im Flur die Deckenverkleidung. Das Verlagshaus ist nackt, sozusagen.
Ich bin also im Begriff das erste Bild zu machen, schaue runter und wen sehe ich zehn Zentimeter vor der Kamera stehen? Sigmar Gabriel. Ich wusste gar nicht, dass er SPD-Chef heute vorbei kommt.
Er schaute verdutzt und bog in Richtung Fahrstuhl ab. Mir war es peinlich, also habe ich meine Beute gesichert und bin wieder in die Redaktion geflüchtet.





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