Kurz vor der Abreise, die Koffer sind gepackt. Heute ist mein (vorerst) letzter Arbeitstag - morgen Nachmittag geht's nach Afrika. Eben war ich noch schnell in der Apotheke, um Baldriantabletten zu kaufen: In vollkommen unvernünftiger Dosierung sollten sie helfen, die Flugangst zu bewältigen. Mehr als 12 Stunden werde ich unterwegs sein, Zwischenstopp in München.
"Stell Dich nicht an", sagt der Kollege aus dem Büro gegenüber, "so richtig scheiße sind Interkontinentalflüge nur, wenn Du rauchst." Um mich so richtig zu frustrieren, erzählt er Geschichtchen von einem, der mal jemanden kannte, dessen Tante irgendwann mal mit dem Flugzeug über die Landebahn hinausgeschossen ist - Räder abgerissen, Turbine zerrissen und so weiter. Ich danke und kehre zurück an meinen Schreibtisch.
Mit meiner zukünftigen Chefin habe ich auch schon telefoniert - sie verspricht eine Reise an die afrikanische Westküste: Weil viele Windhoeker die hochsommerliche Hitze nicht ertragen (derzeit etwa 35 Grad), lassen sie pünktlich zum Ferienbeginn alles stehen und liegen und pilgern ans Meer -viele nach Swakopmund, dem "internationalen Seebad" für die "deutsch-namibische Bevölkerung" (Wikipedia). Klingt nach Strandpromenade, Kaiserwetter und röhrendem Hirsch in blau-weiß geringeltem Badeanzug. "Wir berichten von dort", sagt meine Chefin, "hast Du vielleicht einen Laptop?"
Habe ich. Gestern von einem Freund geliehen. Offenbar bin ich bestens vorbereitet. General Winter ade.





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