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Wissenschaftler warnt vor Gefahr durch mobile Navisysteme

20.05.2012 | 05:45 Uhr
Wissenschaftler warnt vor Gefahr durch mobile Navisysteme
Durch mobile Navigationsgeräte wird das von den Automobilherstellern sorgfältig austarierte Sichtfeld des Fahrers eingeschränkt, kritisiert ein Experte der TU München.Foto: Dietmar Wäsche

Fulda.   Mobile Geräte, die mit einem Saugnapf an der Windschutzscheibe befestigt werden, beschränken die Sicht, lenken den Fahrer ab und erhöhen so die Unfallgefahr. Zudem, kritisiert Prof. Dr. Klaus Bengler von der TU München, verstießen Navisysteme und Handys ins Auto gegen Grundsätze eines guten Designs.

Autodesigner ermitteln in jahrelanger Entwicklungsarbeit den 'Arbeitsplatz' für die Autofahrer, der weitgehend den Erkenntnissen der Ergonomie im Rahmen der technischen und wirtschaftlichen Möglichkeiten entspricht. Und dann bringen die Autofahrer heute zunehmend mobile Geräte, Navisysteme und Handys ins Auto, klemmen sie in eine Halterung und befestigen das Ganze mit einem Saugnapf an der Windschutzscheibe. "Das ist ein Vergehen an dem ausgestalteten Arbeitsplatz", wetterte Prof. Dr. Klaus Bengler von der TU München auf einem Seminar des Deutschen Verkehrssicherheitsrats.

Dabei sieht der Münchener Wissenschaftler nicht nur Verstöße gegen Grundsätze eines guten Designs. "Das tut nicht nur dem Auge weh, es ist auch eine akute Unfallgefahr, wird doch damit das sorgfältig austarierte Sichtfeld des Fahrers eingeschränkt und eine Ablenkung installiert, die mit ihrer Auswirkung auf den Fahrer nicht einkalkuliert wurde."

Aufgabe der Ergonomie sei es, technische Systeme an den Menschen anzupassen. Für die mobilen Geräte, die der Autofahrer ins Fahrzeug bringt, hieße das, für sie einen entsprechenden Platz zu finden, die Informationen der Geräte so zu gestalten, dass sie mit wenig Ablenkung aufgenommen und bedient werden sowie mit Rücksicht auf andere Systeme optimal integriert werden können.

Mobile Geräte sollen bei Auto-Konstruktion berücksichtigt werden

Prof. Bengler sieht als Lösung die konstruktive Berücksichtigung von mobilen Geräten im Auto. Die Hersteller sollten Plätze für die Geräte vorgeben, von denen aus sie ihre Informationen an fest installierte Bildschirme oder auch in Form einer Head-up-Darstellung an die Windschutzscheibe weitergeben.

Die beste Lösung sind unter dem ergonomischen Gesichtspunkt fest eingebaute Systeme, die aber zu schnell veralten und nicht dem Bedürfnis vieler (junger) Autofahrer entsprechen, die Geräte des täglichen Gebrauchs auch im Auto zur Verfügung zu haben. Ganz abgesehen davon, dass die festinstallierten Systeme in den meisten Fällen vollkommen überteuert sind. (mid)


Kommentare
22.05.2012
01:59
Wissenschaftler warnt vor Gefahr durch mobile Navisysteme
von nothdurft | #7

Mein 20 " Zoll Hd -Fernseher kann ich wohl nur in einem Reisebuss an die Windschtzscheibe festsaugen.

21.05.2012
09:38
Wissenschaftler warnt vor Gefahr durch mobile Navisysteme
von Gothaur | #6

Und wo soll das Navi dann hin? Bzw, wo sitzen sie denn, die fest installierten?
In der Konsole, und lenken so den Blick vom Straßengeschehen auf dieselbe ab. Und das ist im erheblichen Maße gefährlicher, als eine kleine Sichteinschränkung, auf die sich Auge und Sehgewohnheit ohnehin einstellen.
Diese fest installierten Systeme sind überdies nicht nur in der Anschaffung ungleichmäßig teurer, sondern auch in der Aktualisierung, weil in aller Regel der gesamte Datensatz, meist auf DVDs, neu gekauft werden muß.
Gruß

21.05.2012
09:16
Wissenschaftler warnt vor Gefahr durch mobile Navisysteme
von Hillbilly | #5

Das gleiche trifft auch auf diese sinn- und zwecklosen, überdimensionierten Umweltstempel zu, mit denen man sich gesetzlich verordnet das gesamte Frontdesign verschandeln muss!

20.05.2012
19:24
Wissenschaftler warnt vor Gefahr durch mobile Navisysteme
von KomischDasAlles | #4

....ich fahr nur nach Gehör mit Navi. Reicht völlig.

Design, ist mir egal.

Von A nach B. Fertich.

20.05.2012
10:06
Wissenschaftler warnt vor Gefahr durch mobile Navisysteme
von notudu | #3

Also mich nerven schräge, die Sicht nehmende A-Säulen und monströste Innenspiegel deutlich mehr als mein Navi. Das kann ich nämlich frei positionieren. Den Spiegel mitsamt der ganzen Abblend- und Regensensorik umzuhängen fällt mir nicht so leicht.

Auch die Doppel- und Dreifachfunktion der Hebel und Knöpfe sollte man einmal unter dem Aspekt der Ergonomier betrachten. Oder Seiten lange Einstelmenüs der Bordcomputer. Das Fazit dürfte ernüchternd sein.

Vom "ergonomischen" Design der Beleuchtungseinrichtungen möchte ich jetzt mal gar nicht anfangen. Wenn man zum Glühlampenwechsel einen Scheibenwaschwasserbehälter demontieren muss, ist das jenseits meiner Toleranzgrenze.

Früher hieß es mal "Design follows Function". Also weg vom zentralen Jog-Wheel. Keep it simple. Mit mehr Bedienbarkeit und weniger Design.

20.05.2012
08:53
Wissenschaftler warnt vor Gefahr durch mobile Navisysteme
von kikimurks | #2

Man könnte aber auch sagen, dass mobile Navigationsgeräte einen Beitrag zur Sicherheit leisten. Der Fahrer ist in fremden Gegenden weniger durch Navigation abgelenkt und kann sich besser auf den Verkehr konzentrieren, die Einschränkung der Sicht ist minimal und in einem Bereich, der ohnehin keine Rolle spielt und wen interessiert schon Design, wenn er von A nach B kommen will. Und nun Herr Professor?

1 Antwort
Wissenschaftler warnt vor Gefahr durch mobile Navisysteme
von G.Mercator | #2-1

Wenn diese ortsfremden Fahrer allerdings wie meistens vor lauter "auf-das-Navi-Starren" mal eben unangekündigte Spurwechsel vollziehen, nicht blinken, nicht mehr in den Spiegel gucken, etc. lann man das wohl nicht einen Beitrag zur Sicherheit nennen, oder, kikimurksi?

20.05.2012
07:31
Schönen Gruss an die Autoindustrie,
von meigustu | #1

die die Normschächte für Autoradios de facto abschaffte um überteuerte alte Geräte plus Montage in der eigenen Werkstatt verkaufen zu können.

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