Winter erwischt NRW eiskalt
20.12.2009 | 18:35 Uhr 2009-12-20T18:35:00+0100Ruhrgebiet. Erst heute ist offiziell Winteranfang. Doch das hat dem Winter offenbar niemand gesagt. Er kam schon am Wochenende, verwehte Straßen, legte Flughäfen lahm, behinderte den Bahnverkehr und ließ Wasserrohre platzen. Besonders wohl fühlte er sich in Nordrhein-Westfalen.
Straßen-NRW-Sprecher Andreas Roth machte es kurz. „Wir sind seit Freitagabend mit Mann und Maus im Einsatz.” In Zahlen ausgedrückt heißt das: 2100 Männer versuchten das ganze Wochenende mit 700 Fahrzeugen Autobahnen und Straßen schneefrei zu halten. Nicht immer, nicht überall mit Erfolg. „Es kommt mehr runter, als wir wegräumen können”, so Roth.
Das hatte Folgen. Staus gab es unter anderem auf der A 3 zwischen Oberhausen und Duisburg, auf der 40 in Höhe Bochum, der 42, 43 und 45. Auf der A 2 staute sich der Verkehr im Raum Ostwestfalen zeitweise auf eine Länge von 14 Kilometern. Rein gar nichts ging für Stunden am Remscheider Berg auf der A 1. Dort verteilten Helfer schließlich Tee an die im Stau stehenden Autofahrer.
Mehr als 1000-mal krachte es am Wochenende auf NRW-Straßen. 20 Menschen wurden schwer, 85 leicht verletzt. Der geschätzte Schaden lag bei etwa 2,5 Millionen Euro. Allein gestern zählte die Polizei bis zum Nachmittag 114 Unfälle mit einem Schwer- und vier Leichtverletzten.
Nach einer kurzen Entspannung in der Nacht erwartete der Straßendienst für heute neue Probleme. „Im Berufsverkehr kann es kritisch werden”, ahnt Roth und rät: „Wer kann, sollte seinen Wagen stehen lassen.“
Und dann? „Der Nahverkehr läuft weitgehend normal”, vermeldete Bahnsprecher Jürgen Kugelmann noch am Mittag. Hier und da sei mal eine S-Bahn ausgefallen, ansonsten komme es nur bei Fernzügen zu größeren Verspätungen. Meist durch eingefrorene Weichen oder Türen, die sich angesichts der extremen Kälte nicht öffnen wollten. Aber auch der eingestellte Bahnverkehr in die Niederlande sorgte dafür, dass die Fahrpläne in NRW teilweise mächtig durcheinandergerieten. Gegen Abend sorgten dann aber immer mehr zugewehte oder eingefrorene Weichen für Verspätungen.
Stark beeinträchtigt war am Sonntag auch der Flugverkehr im ganzen Land. Bereits um 9.15 Uhr stellte der Flughafen Düsseldorf den Betrieb ein. Starker Schneefall und heftige Sturmboen hatten Starts und Landungen unmöglich gemacht. „Gerade frei geräumte Flächen wurden sofort wieder zugeweht”, bestätigte Flughafensprecher Christian Witt. Bis zum späten Nachmittag waren über 100 Flüge von der Sperrung betroffen, mehrere tausend Menschen saßen in den Abflughallen fest. Glück im Unglück: Auf dem Flughafen fand an diesem Wochenende zufällig ein Zirkusfestival statt. „Wenigstens für Unterhaltung ist gesorgt”, sagte ein Flughafenmitarbeiter.
Viele Maschinen wurden zum Flughafen-Köln umgeleitet, der nur rund 30 Minuten geschlossen war. Andere Ausweichmöglichkeiten gab es nicht. Im Laufe des Tages stellten auch Paderborn/Osnabrück, Weeze und Dortmund immer wieder den Flugbetrieb ein. Die Internet-Seiten der Airports brachen unter der Zahl der Anfragen zusammen.
Selbst die Kinder können sich über den Wintereinbruch nicht richtig freuen. „Schule findet statt”, erklärte ein Sprecher des Schulministeriums. Bei extremer Wetterlage sei es aber letztendlich Entscheidung der Eltern, ob sie ihre Kinder zum Unterricht schicken würden.
Ergiebige Schneefälle erwarten die Meteorologen für heute nicht mehr. Dennoch dürfte es dauern, bis sich die Verkehrslage wieder normalisiert. Zwar lässt Tief „Vincent” die Temperaturen in den kommenden Tagen auf plus vier bis sechs Grad steigen und den Schnee schmelzen. Es bringt aber auch Regen mit, der den gefrorenen Boden vielerorts in spiegelglatte Flächen verwandeln dürfte.
Am Donnerstag dann ist Weihnachten. Das hat man gerne weiß und sonnig in Deutschland, nicht feucht und matschig. Wenigstens das sollte irgendjemand dem Winter sagen.
21:16
räumfahrzeuge....das war noch ein zusätzlicher hit. im radio wurden sie für die a3 angekündigt, kreuz hilden hab ich einen in meine fahrtrichtung auffahren gesehen (fragt sich nur was der im stau wollte). später hab ich mich dann nur gefragt, wo er hin ist und welche spur err eigentlich geräumt hat. bis breitscheid sah alles gleich aus.
in essen dann selber war ein hilfsdienst der evag unterwegs...anscheind auf sommerreifen, denn er kam selber nicht von der stelle...ebensowenig wie der bus der die straße versperrte.
21:06
In Hagen habe ich am Sonntag kein Räumfahrzeug gesehen.
Ich mußte an diesem Tag mittags auf den Berg, nach Breckerfeld. Klappte wunderbar (den neuen Winterreifen sei dank!).
Abends noch mal einen Berg am Stadtgarten hoch. Klappte ebenfalls sehr gut.
Und das alles ohne Allradantrieb oder sonstige elektronische Helferlein mit einem zehn Jahre alten Kleinwagen und angepaßter Fahrweise.
Übrigens: In Hagen haben die örtlichen Verkehrsbetrieb als erstes den Betrieb eingestellt.
Glück auf !
15:19
Nur die Stadt Duisburg hatte am Sonntag keinen Räumdienst. Für alle die auf Busse und Bahnen verweisen, die blieben doch wie immer als erstes stehen.
15:19
auch meinen dank an die idioten mit sommerreifen, die mir einen zwei stündigen aufenthalt auf der A3 ermöglicht haben. danke liebe autofahrer mit den gelben nummernschildern, danke lkw-fahrer, wie sehr haben ich es genossen mit euch die autobahn zu teilen. bis köln war der schnee kein problem, weiter nördlich ging dafür dann nichts mehr.
aber ihr habt ja alle recht, der schnee kam gestern auch soooooo plötzlich und unerwartet, da kann man sich nicht drauf einstellen, da muss man trotzdem quer durch die gegend zu den weihnachtsmärkten fahren. ich hätt euch alle aus dem auto zerren können.
12:35
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11:35
Mehr Schnee! Ich hätte gerne mehr Schnee! Stört mich auch nicht, dass ich früher los muss.
Hoffentlich bleibt es doch kälter und es kommt kein Regen sonder mehr Schnee.
Ich möchte Winter wie in der Kindheit, mit Schnee bis März.
10:52
Vielleicht werden einige der Experten hier ja irgendwann nochmal den Unterschied zwischen Klima und Wetter verstehen..
Das ist aber ein anderes Thema..
Ich finde es immer wieder unglaublich, wie hier im Ruhrgebiet schon 5cm Schnee zum Ausnahmezustand werden.
Und leider sind Bus und Bahn keine Alternativen, es sei denn man hat Gleitzeit und Engelsgeduld.
Wie dem auch sei..
Allen, die keinen Urlaub haben, starke Nerven und trotzdem schöne Feiertage..
09:43
@ #14
Welch vornehme Ausdrucksweise.
Aber ich gebe dir zu 100 % Recht.
09:34
#10
Es gibt ausser lauter Hirnamputierten auch noch die Masse derer, die das Fehlen der Möglichkeit, ihren fahrbaren Untersatz zu benutzen, zum körperlichen Wrack macht.
09:30
Stimmt, gestern war ich unterwegs mit dem Auto (weil ich musste). Mancher Autofahrer denkt so weit, wie eine dicke fette Sau weit springt.
Wenn ein Berg kommt, bremsen und möglichst zum Stillstand kommen, damit man liegen bleibt. Und wer saß im Auto? Blondinen (ist wirklich wahr).