Das aktuelle Wetter NRW 5°C
Verkehr

Wie der Verkehrsminister die Deutschen zum Radfahren bringen will

03.06.2012 | 19:49 Uhr
Wie der Verkehrsminister die Deutschen zum Radfahren bringen will
Foto: WAZ FotoPool

Berlin  Noch vor einigen Wochen hatte Bundesverkehrsminister Ramsauer (CSU) auf die "Kampfradler" geschimpft. Nun will er, dass mehr Bundesbürger auf den Drahtesel steigen - unter anderem durch eine bessere Vernetzung zwischen Radwegen und Nahverkehr.

Der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC), Peter Meyer, verteidigt Radfahrer gegen Vorwürfe von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer. Mit Blick auf eine Äußerung des CSU-Politikers, wonach "Kampf-Radler" ein ernsthaftes Problem auf deutschen Straßen darstellten , sagte Meyer: "Ich breche eine Lanze für die Radfahrer: Die meisten benehmen sich ordentlich." Unterdessen kündigte Ramsauer an, den Anteil des Fahrradverkehrs in Deutschland deutlich erhöhen zu wollen.

Noch im April hatte der Minister in einem Interview über aggressive Radfahrer geschimpft und gesagt, die Polizei sei mitunter schlicht überfordert, "der Verrohung dieser Kampf-Radler endlich Einhalt zu gebieten." Damals hatte er dafür bereits herbe Kritik kassiert .  Dennoch strebt sein neuer "Nationaler Radverkehrsplan 2020" für die städtischen Kommunen bis zum Jahr 2020 einen Zuwachs des Radverkehrsanteils von 11 auf 16 Prozent an, wie die "Welt am Sonntag" berichtete. Für den ländlichen Raum werde eine Steigerung von 8 auf 13 Prozent zugrunde gelegt. Die Kommunen sollten den Radverkehr in ihre Verkehrsentwicklungspläne aufnehmen und genauso wie andere Verkehrsmittel berücksichtigen.

"Vor allem in den Städten legen viele ihre Wege mit dem Rad zurück, etwa zur Schule oder zum Arbeitsplatz", sagte der Minister der Zeitung. Deshalb solle das Fahrrad besser mit dem öffentlichen Nahverkehr vernetzt werden.

Der Verband der Radler bleibt aus Erfahrung erstmal skeptisch

ADAC-Chef Meyer wiederum sprach sich dafür aus, dass "in der Führerschein-Ausbildung mehr Wert darauf gelegt" werden müsse, dass Autofahrer und Radfahrer gemeinsam auf der Straße unterwegs seien. "Wo es der Platz zulässt und die Verkehrssituation erfordert, sind Radwege die beste Lösung", fügte er hinzu.

Der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) zeigte sich erfreut, über Ramsauers Entwurf des Radverkehrsplans. Dennoch müsse zunächst genau geprüft werden, ob er die Chancen des Radverkehrs wirklich nutze, teilte der stellvertretende ADFC-Bundesvorsitzende Ludger Koopmann mit. Koopmann begründete seine Skepsis mit dem ersten "Nationalen Radverkehrsplan" von 2002 bis 2012, in dem keine konkreten Maßnahmen und Ziele festgelegt worden seien. Inwieweit die von Experten aus Wirtschaft und Wissenschaft erarbeiteten Empfehlungen in den neuen Plan eingeflossen seien, werde sich erst zeigen.(dpad)


Kommentare
04.06.2012
21:11
Wie der Verkehrsminister die Deutschen zum Radfahren bringen will
von Nobot | #10

Radfahren ist gefährlich, keine Frage. Ich denke, es könnte sicherer werden, wenn jeder Fahranfänger in der Fahrschule je eine Stunde per Fahrrad durch den Berufsverkehr einmal quer durch die Stadt fahren müsste. Das vergisst so schnell keiner und schon hat Herr R. ruckzuck eine viel größere Anzahl Radler auf die Straße geschickt, wenn auch die meisten nur einmal.

04.06.2012
16:04
Wie der Verkehrsminister die Deutschen zum Radfahren bringen will
von Klubchef | #9

Entweder Radwege abschaffen oder eine echte Extra-Spur für Radfahrer auf der Straße.

04.06.2012
15:50
Wie der Verkehrsminister die Deutschen zum Radfahren bringen will
von Juettelchen | #8

Kein Einzelfall, vor Zwei Tagen:
Ich befinde mich mit meinem Rad in einem Kreisverkehr und habe Vorfahrt. Von rechts kommt ein SUV angebrettert und fährt ohne zu gucken in den Kreis. Meiner Vorausahnung und meinen Guten Bremsen habe ich es zu verdanken, daß mich der Wagen nicht umgenietet hat, in dem eine alte Frau mit weißen Haaren am Steuer saß, deren Gesicht mal gerade über das Armaturenbrett reichte. Die hat mich auch nach dem Vorfall noch nicht bemerkt.
Sowas erlebe ich immer, wenn ich mit dem Rad unterwegs bin, und das bin ich sehr oft.
Also kein Einzelfall.
Und solange man als Radfahrer um seine Gesundheit oder sein Leben fürchten muß,
ist das o.g. Vorhaben sowieso zum scheitern verurteilt.

04.06.2012
12:57
Wie der Verkehrsminister die Deutschen zum Radfahren bringen will
von wohlzufrieden | #7

Der größte Radfahrer ist Ramsauer selbst. Aber: China steigt auf das Auto und den Wohlstand um, wir auf das Fahrrad und...

04.06.2012
10:34
Wie der Verkehrsminister die Deutschen zum Radfahren bringen will
von GegenRealitaetsverweigerer | #6

Die Städte haben kein Geld für Radwege und wenn müssen diese so gebaut sein, dass man da mindestens so schnell wie auf der Straße fahren kann und man von Fußwegen getrennt ist, außerdem muss es optmimierte Schaltungen an Kreuzungen geben, sonst fahre ich weiter auf dem Innenstadtring und wenn die Autos zu lahm sind auch gerne mal auf der linken Spur.

04.06.2012
10:30
Wie der Verkehrsminister die Deutschen zum Radfahren bringen will
von TVtotal | #5

Ganz einfach...PKW Maut auch in den Städten, dazu wird der Spritpreis ohne sein dazutun in solche Höhen steigen das nur noch die Gutbetuchten sich den Saft leisten können...

04.06.2012
10:23
Wie der Verkehrsminister die Deutschen zum Radfahren bringen will
von FernerBeobachter | #4

Wieso Radfahrer? Ich dachte immer, wor müssen jetzt alle auf kleine Batteriewagen umsteigen...

04.06.2012
07:52
Wie der Verkehrsminister die Deutschen zum Radfahren bringen will
von B.Schmitz | #3

Wann verschwindet denn dieser unfähige und dumm daher redende CSU-Politiker?
Ich würde vorschlagen wir gehen zurück zu Pferd und Wagen lieber Herr Raumsauer.
Und wenn Sie uns mehr zum Radfahren bewegen wollen, dann sollen doch die lieben Politiker mit dem besten Beispiel vorangehen und nicht sich durch die Gegend fahren zu lassen und unnützige Flüge in die Welt machen. Aber als Politiker hat man wohl das Recht alle Vorteile zu genießen und dem Wähler nichts zu gönnen.

04.06.2012
07:48
Blockierter Kommentar.
Name von Moderation entfernt | #2

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

03.06.2012
22:06
Wie der Verkehrsminister die Deutschen zum Radfahren bringen will
von osis | #1

Radwege a la ADAC sind teil des Übels. Da glänzt der Autoclub immer mit Inkopetenz. Das ist schon gruselig.

Aus dem Ressort
Mehr Zweiradunfälle bei Ausflugswetter - Fuß vom Gas
Verkehr
Bei schönem Ausflugswetter nehmen schwere Motorrad- und Fahrradunfälle zu - das belegt auch die neueste Statistik. Unfallforscher appellieren zu Saisonbeginn: Umsicht kann Leben retten.
Helm ab oder nicht? Erste Hilfe für Motorradfahrer
Verkehr
Die Zahl der tödlich verunglückten Zweiradfahrer ist auf den tiefsten Stand seit über 30 Jahren gesunken. Und doch kam 2013 für 995 Zweiradfahrer und -mitfahrer jede Hilfe zu spät. Wie sie nach einem Unfall richtig reagieren, erfahren Ersthelfer hier.
Nissan enthüllt neuen Murano
Verkehr
Nissan hat die neue Version des Murano vorgestellt. Der Geländewagen wird etwas größer und sieht schnittiger aus. Deutlich entrümpelt wurde das Cockpit: Darin finden sich nur noch halb so viele Schalter und Knöpfe.
Mini bringt Countryman auf den neuesten Stand
Verkehr
Kurz nach dem Generationswechsel des Dreitürers bringt Mini jetzt auch den Countryman auf den neuesten Stand. Der Verkaufsstart ist für Juli geplant, Preise nennt Mini noch nicht.
Toyota Aygo: Der japanische Drilling
Auto
Kleinwagen sind in Mode. Neben dem neuen Renault Twingo und dem nächsten Smart geben drei weitere ihren Einstand, die in Tschechien gebaut werden: Citroën C1, Peugeot 108 und Toyota Aygo. Ausgerechnet der japanische Drilling treibt es am tollsten.
Umfrage
Viele Kommunen kämpfen mit Privatfirmen um Altkleider. Was machen Sie mit Ihren abgelegten Sachen?

Viele Kommunen kämpfen mit Privatfirmen um Altkleider. Was machen Sie mit Ihren abgelegten Sachen?