Verkehrsrichter empfehlen Amnestie für Verkehrssünder
10.02.2012 | 16:30 Uhr 2012-02-10T16:30:00+0100
Düsselforf. Verkehrssünder könnten ihre gesammelten Punkte in Flensburg erlassen bekommen. Aufgrund der geplanten Reform des Punktekataloges wollen deutsche Verkehrsrichter eine Amnestie für Verkehrssünder erreichen.
Angesichts der geplanten Reform des Flensburger Punktekataloges hat der Deutsche Verkehrsgerichtstag für den Systemübergang eine Amnestie für alle Verkehrssünder empfohlen. "Nach meiner Ansicht kann das nur so laufen, dass man einen scharfen Schnitt macht und sagt: Das ist nun alles Vergangenheit und jetzt wird neu angesammelt", sagte Verkehrsgerichtstags-Präsident Kay Nehm der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe).
Nehm begrüßte die Reformvorschläge von Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU). Es sei vernünftig, künftig gezielt diejenigen herauszufiltern, die immer wieder dieselben Verstöße begingen. Diese seien im Straßenverkehr "besonders gefährlich". (dapd)
21:26
#8: wer weiß nach wieviel Jahren Punkte durch Verkehrsvergehen letztendlich getilgt sind?
Nach dem neuen System sollen 2 Punkte-Vergehen nach 2 Jahren verfallen, 1 Punkt-Vergehen nach einem Jahr. Bei dem alten System blickt doch keiner durch.
Und wer jeden Tag 1000 km unterwegs ist, sollte mal darüber nachdenken, ob er nicht möglicherweise den falschen Beruf gewählt hat. Das ist sogar schon arbeitsrechtlich bedenklich, denn dann kommt man ja alleine schon auf 10 Stunden Fahrtzeit und hat seine Tageshöchstgrenze erreicht. (Auch wenn man in der Spitze 200 KM/H fährt, kommt man selten auf eine Durchschnittsgeschwindigkeit von weit über 100 KM/H)
21:18
mal in die Runde gefragt: " wer weiß nach wieviel Jahren Punkte durch Verkehrsvergehen letztendlich getilgt sind?
Wie sollen Berufsfahrer sie u.U mit Termindruck bis zu 1000 km am Tag abarbeiten
ungeschoren davonkommen?
Wer aufmerksam fährt stellt fest, das im Schnitt alle 50 km eine Radaranlage steht.
Im Grunde muss sogar noch zwischen erfahrenene Fahrer und 5 km-Tagespendler unterschieden werden
16:21
4. Allein durch die Umstellung kann man seinen Führerschein nicht verlieren.
a) Sollte jemand allein durch die Umstellung auf über 8 Punkte kommen, so hat dies erstmal keine Konsequenzen. (Man kann also mehr als 8 Punkte haben und trotzdem den Führerschein behalten)
b) Kommen weitere Punkte hinzu (und der Fahrer liegt immer noch über 8 Punkten), ist der Führerschein sofort weg.
c) Sind mit der Zeit genügend Punkte verfallen, so dass der Fahrer wieder unter 8 Punkten liegt, so gilt auch für ihn die normale Punkte-Grenze von 8 Punkten.
Das hat jetzt noch nicht mal 10 Minuten gedauert. Ich mach den Job auch für weniger Geld!
16:15
Die Umrechnung ist doch ganz einfach, weil (hoffentlich) alles genau registriert ist...
1. Wofür hat man die Punkte bekommen?
2. Wie viele Punkte hätte man dafür nach dem neuen System bekommen?
alle Punkte anrechnen
3. Welche Verstöße liegen schon so weit zurück, dass die Punkte nach dem neuen System schon verfallen wären?
diese Punkte wieder abziehen
Das wäre die einzig logische und auch wohl gerechteste Lösung.
Aber das Politikerwesen im allgemeinen und logische Denkfähigkeit unterliegen wohl von Natur aus einem wechselseitigen Ausschluss; das haben Erfahrungen in den letzten Wochen, Monaten, Jahren zur Genüge gezeigt!
17:34
Zunächst ist zu prüfen, ob diese Reform überhaupt Sinn macht. Man könnte ja einzelne Verstöße anders gewichten, ohne gleich das ganze System über den Haufen zu werfen.
Wenn man nun wirklich an dieser Reform festhalten will, muss amn eben die Punkte entsprechend umrechnen, Das ist ja wohl nicht so schwer. Dabei muss man nur darauf achten, dass niemand durch das Umrechnen schlechter dasteht als vorher.
Kann das sein, dass Herr Nehm vielleicht auch ein gut gefülltes Punktekonto in Flensburg hat?
16:35
wenn einer jetzt 11 Punkte hat, muss man die doch in das neue System nicht mit 11 Punkten übertragen. Wenn das neue System seine Grenze schon bei knapp der Hälfte hat, überträgt man halt auch nur die Hälfte - hier also 5 Punkte. Ist doch klar, oder?
11:04
was wäre die alternative?
jemand der nach jetzigem katalog 11 punkte hat verliert automatisch bei umstellung seinen lappen obwohl er sich vielleicht seit jahren nichts hat zu schulden kommen lassen?
ein sauberer neustart ist die einzige möglichkeit härtefälle dieser art zu verhindern....
klar wird es dabei gewinner geben,klar werden dann leute ein sauberes konto haben die eigentlich aus dem verkehr gezogen gehörten.....aber so ist das dann halt......man will die änderung dann muss man auch mit den negativen problemen leben....
18:10
Verkehrsgerichtstags-Präsident Kay Nehm hat wohl mehr als einen an der Waffel. Die Punkte nach dem neuen Katalog sind andere Punkte, als die nach dem neuen. Nur weil die Vergehen mit deutlich weniger Punkten belastet werden, sind sie doch nicht anders.
Wie immer bei Gesetzesänderungen gibt es Grenzfälle. Hat ein Autofahrer 11 Punkte angesammelt und bekommt dann 7 neue hinzu, hat er 18 und ist seinen Führerschein los. Allerdings hätte er wahrscheinlich nach altem Katalog den Lappen schon eher verloren.
Aber ich glaube mehr, dass Ramsauer eher eine Klientel bedienen will, denn die Reduzierung der Punkte, und dass eine Kumulationswirkung entfallen soll, riecht verdächtig nach Schutz. Magath wäre da besser weggekommen.
Was sagt denn Herr Nehm zu den geringen Bußgeldern?
16:59
Ich hatte gelesen, Verkehrsrichter empfehlen Amnesie...
Obwohl, darin flüchtet sich ja so mancher.
Also so ganz aus der Luft gegriffen auch nicht