Das aktuelle Wetter NRW 19°C
Verkehr

TÜV-Pläne der EU - Was sich ändern soll

13.07.2012 | 17:49 Uhr
Die begehrte Plakette: Ein Ingenieur des TÜV Rheinland klebt sie in Düsseldorf an. In anderen Ländern Europas sind regelmäßige Sicherheitschecks eher selten.Foto: Volker Hartmann/dapd

Brüssel.   Der Brüsseler Verkehrskommissar Siim Kallas lobt das deutsche Prüfsystem als . Trotzdem sollen einheitliche Standards für Altautos gelten. Der ADAC ist nicht einverstanden und kritisiert die „Abzocke“.

Ältere Autos sollen nach dem Willen der EU-Kommission jährlich zum TÜV. Das schlug EU-Verkehrskommissar Siim Kallas am Freitag in Brüssel vor. Kallas hatte sich schon für den Protest aus Deutschland gerüstet, als er seinen Gesetzesvorschlag präsentierte. „Deutschland hat ein gutes Prüfsystem“, lobte er. Aber europaweit müssten einheitliche Mindeststandards bei Fahrzeug-Kontrollen gelten.

Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) und der Autofahrer-Club ADAC wettern bereits seit einiger Zeit gegen die Vorhaben aus Brüssel.

Was ist geplant – und warum?

Die Brüsseler Behörde fordert in Europa strengere Fahrzeug-Kontrollen. Das soll den Verkehr sicherer machen: Jährlich soll es EU-weit dank der neuen Regeln 36.000 Unfälle weniger geben. Zudem sinke die Zahl der Verkehrstoten um 1200.

Die EU-Experten möchten technische Mängel an Autos eindämmen. Solche Mängel seien für sechs Prozent aller Autounfälle verantwortlich. Autos, die mindestens als sechs Jahre alt sind, sollen jährlich zur Hauptuntersuchung. Bisher sind EU-weit Kontrollen im Zweijahres-Abstand für ältere Autos Pflicht.

Regelwerk seit 1977 nicht geändert

Verkehrskommissar Kallas wendet sich direkt an die Bürger, um für seine Pläne zu werben. „Wenn Sie ein Auto fahren, das nicht straßenverkehrstauglich ist, sind Sie eine Gefahr für sich selbst und für jeden anderen“, erklärt er.

Bisher gelten europaweit Regeln, die noch von 1977 stammen. Ein Auto muss nach vier Jahren erstmals zum Sicherheitscheck. Danach ist alle zwei Jahre eine Prüfung vorgeschrieben. Ein Staat kann diese EU-Vorgaben verschärfen. In Deutschland muss ein Auto bereits nach drei Jahren zum TÜV, danach alle zwei Jahre.

Was wollen die EU-Experten noch ändern?

Sie wollen strengere Mindestanforderungen für die regelmäßigen Fahrzeugchecks. Die EU-Kommission fordert zudem Mindeststandards für die Prüf-Ausrüstung und die Ausbildung der Prüfer.

In Deutschland mögen diese Vorschläge für Irritation sorgen. Doch EU-Experten erklären, dass die Prüf-Bedingungen und die Ausbildung der Kontrolleure europaweit teils sehr unterschiedlich sind.

Artikel auf einer Seite lesen
  1. Seite 1: TÜV-Pläne der EU - Was sich ändern soll
    Seite 2: Jährliche Kontrollen nach 160.000 Kilometern

1 | 2

Kommentare
16.07.2012
16:43
TÜV-Pläne der EU - Was sich ändern soll
von akaz | #51

Ich war gestern im Essener Norden unterwegs. Was da an Rostlauben rumfährt, ob mit oder ohne TÜV ist offen, spottet jeder Beschreibung. Bei den neuen...
Weiterlesen

Funktionen
article
6878016
TÜV-Pläne der EU - Was sich ändern soll
TÜV-Pläne der EU - Was sich ändern soll
$description$
http://www.derwesten.de/auto/tuev-plaene-der-eu-was-sich-aendern-soll-id6878016.html
2012-07-13 17:49
Auto,TÜV
Auto