Tempokontrolle
Seit 50 Jahren blitzt es am Straßenrand
13.02.2009 | 19:19 Uhr 2009-02-13T19:19:00+0100
Düsseldorf. Der Geburtstag ist rund, doch gratulieren fällt schwer. Denn der Jubilar ist nicht beliebt. Die Radarkontrolle wird 50 Jahre alt. Das erste Radarmessgerät stand in Düsseldorf.
Kontrolliert wird die Geschwindigkeit der Deutschen schon lange zuvor, wie Felix Hoffmann, Leiter des Deutschen Polizeimuseums in Salzkotten weiß. Aus Hamburg etwa ist eine „Polizey-Bekanntmachung wider das schnelle Fahren” aus dem Jahre 1841 überliefert. Mit „Geld- und Leibesstrafen” droht die Ordnungsmacht da ohne allerdings Einzelheiten über die Ermittlungsmethoden zu verraten.
Stoppuhr als Beweis
Etwas präziser ist da schon der Zeitungsartikel aus dem Jahr 1913. Da steht der „Herrenfahrer Professor O.” vor dem Potsdamer Amtsgericht, weil er mit 36 Stundenkilometern statt der erlaubten 25 gefahren sein soll. Herausgefunden hat es ein Gendarm mit seiner Stoppuhr.
Viel weiter ist die Polizei auch gut 50 Jahre später noch nicht. Doch in der Zeit des Wirtschaftswunders, in der sich immer mehr Deutsche ein eigenes Auto leisten können, reichen Beamte mit einer Stoppuhr in der Hand nicht mehr aus. Nicht zur Kontrolle, erst recht nicht zur Abschreckung.
Groß und auffällig
Seit 1957 testet die Polizei in NRW deshalb Radargeräte zur Geschwindigkeitsmessung. Mit Hilfe des Doppler-Effekts wird die Geschwindigkeit des vorbeifahrenden Fahrzeugs festgestellt und bei Überschreitung der Messschwelle ein Fotoapparat ausgelöst. Nach Beseitigung einiger technischer „Kinderkrankheiten” geht die Weltneuheit 1958 in die Serienproduktion. Am 15. Februar 1959 schließlich wird die erste Radarfalle in Düsseldorf „scharf gestellt” - wobei das Gerät so groß und auffällig ist, dass man von „Falle” kaum sprechen kann. „Jedenfalls nicht für den entgegenkommenden Verkehr”, findet auch Hoffmann.
Eine Wunderwaffe
Dem Erfolg tut das keinen Abbruch. Schon weil viel von hinten geblitzt wird. Schnell spricht die begeisterte Polizei von einer „Wunderwaffe”. Die Autofahrer teilen die Begeisterung über die wegen ihrer Ähnlichkeit zu Vogelnisthilfen auch „Starenkästen” genannten Geräte meist nur am Anfang. „Gebühreneinzugsmaschine” schimpfen die, die erwischt werden.
Erste Zweifel
Schon kurz nach der Einführung der Geräte wird deshalb ihre Zuverlässigkeit hinterfragt. Der ADAC zweifelt an der Unfehlbarkeit des Radars. Anscheinend nicht ohne Grund. Denn schon bald muss Autofahrern das Recht zur Stellungnahme eingeräumt werden. Und alle Messungen dürfen nur noch abzüglich einer Toleranz verwendet werden. Auch sonst erfüllt nicht jeder Blitzer die in ihn gesetzten Erwartungen. Regelmäßig erzwingen Rechtsanwälte den Abbau solcher Anlagen, die offensichtlich mehr dem Auffüllen der Staatskassen als der Unfallverhütung dienen sollten
Beschossen, angezündet, abgesägt
Trotzdem werden viele „Blitzer” immer wieder Opfer brutaler Gewalt. Beschossen, angezündet, abgesägt oder mit Farbe besprüht. Längst gibt es Internetseiten, die die besten Methoden zur Zerstörung einer stationären Radarfalle sammeln. Doch die Ordnungsmacht hält dagegen: mit undurchsägbaren „Anti-Sabotage-Masten” und Geräten, bei denen die Bilder nicht mehr in der Kamera gespeichert, sondern sofort nach der Aufnahme online zur Polizei geschickt werden.
Die Zukunft: "Section Control"
Ob die Blitzer ihren 75. Geburtstag noch erleben, ist allerdings aus einem anderen Grund fraglich. Weil die Technik nicht stehen bleibt. Die Polizei jedenfalls greift immer öfter zur Lasermessung, die genauer und weitreichender ist. Und in anderen Ländern läuft bereits die unter Datenschützern heftig umstrittene „Section Control”. Dabei wird die Durchschnittsgeschwindigkeit ermittelt, indem alle Autofahrer am Beginn und am Ende der Kontrollstrecke erfasst werden und die Fahrzeit dazwischen per elektronischer Stoppuhr gemessen wird.
Geschichten wie die über einen Sperrmüllsammler aus dem Ruhrgebiet, der ein mobiles Radargerät vor den Augen der Polizei demontierte und in seinen Wagen verfrachtete, würden damit endgültig der Vergangenheit angehören. Er habe, entschuldigte sich der Mann damals bei den verdutzten Beamten, die Gerätschaften für eine ausrangierte Stereoanlage gehalten.
13:31
Ich gratuliere auch gerne! Eine gute Erfindung, den Uneinsichtigen, das Geld aus der Tasche zu ziehen!
Auf die nächsten 50 Jahre - Prost!
17:02
Da bin ich ja mit 15 Euro noch günstig davongekommen. (War auch nur geringfügig über dem Limit)
14:53
ja herzlichen glückwunsch. ich habe mich gerade erst für 180 € an einem Geburtstagsgeschenk beteiligt.
13:59
Herzlichen Glückwunsch zu diesem denkwürdigen Geburtstag. Hat schon einmal jemand Statistik geführt, wieviele Kranke, Ältere und Kinder gestorben sind, weil die Radarfallen an einnahmeträchtigen Strecken statt vor Krankenhäusern, Seniorenheimen und Schulen standen?
13:49
Letzte Woche bin ich auf dem Fußweg geblitzt worden. War wohl ein bisschen zu schnell.
12:58
Hoffentlich kann man bald auch Fotos machen von der allerasozialsten Verkehrsteilnehmespezies: Autofahrende Raucher, die ihre brennenden Kippen aus dem Fenster werfen. Diese Schweine sollte man anschließend so richtig fett bestrafen.
12:55
Im Regelfall blitzt es nur, wenn man sich an die vorgeschriebene Geschwindigkeit hält. Daher: Herzlichen Glückwunsch und weiter so!
12:11
Herzlichen Glückwunsch !!!
11:22
Dann gibts die Blitzfotos zum Jubiläum wohl im goldenen Rahmen ... :o)