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Kolumne

"Tesla Model S" - Teuerstes Elektroauto der Welt in Kalifornien vorgestellt

29.06.2012 | 16:54 Uhr
"Tesla Model S" - Teuerstes Elektroauto der Welt in Kalifornien vorgestellt
Fünf Meter lang, in weniger als fünf Sekunden ruckfrei auf 100 km/h, je nach Ausführung 170 bis 210 km/h schnell: das Model S von Tesla.

Essen.   Wie viel steckt wirklich hinter der Behauptung des Batterieauto-Pioniers Tesla, mit der neuen Limousine Model S das "beste Auto der Welt" zu bauen? Auf jeden Fall steckt dahinter das teuerste Elektroauto der Welt.

Sehr, sehr medienwirksam hat Tesla am Stammsitz in Kalifornien die erste Handvoll seiner neuen Limousine an Kunden übergeben, unter anderem einen der eigenen Vorstände. Die ganze Belegschaft war versammelt, und bei den Reden fiel dann auch das große Wort vom „Besten Auto der Welt“. Die Medien bekamen ihre bunten Bilder. Das ist das „Beste Auto“ sein soll, ist jedoch sehr zweifelhaft. Wie beim Roadster mit seinen 6831 zusammengelöteten Handy-Akkus setzt Tesla auch beim S wieder auf diese komplizierte Bündelung von kleinen Zellen. Die Zukunft des Batterieautos ist dies sicher nicht.

Zudem ist die Limousine zwar gefällig gezeichnet, aber sicher nicht das schönste Auto der Welt. Für ein Elektroauto , das die Zukunft erobern soll, ist das Design sogar stockkonservativ. Absurd die Begründung des Chef-Designers Franz von Holzhausen dazu: „Wir sind eine Marke ohne Historie“, wird er zitiert, „Wenn Tesla etablierter ist, können wir auch im Design experimenteller werden.“ Klar, Herr Holzhausen, so ist das: Die etablierten Hersteller machen immer das avantgardistische Design, Musterbeispiel: Porsche mit seinen ewigen Neunelfer-Variationen.

Auch die Verarbeitung ist nicht Weltklasse. Eher ein Witz: die beiden Sitzplätze Nummer sechs und sieben im Kofferraum.

In einer halben Stunde geladen

Und was kostet der Spaß? Platt umgerechnet von Dollar keine 40.000 Euro! Der Model S kostet in den USA zwischen 57.500 und 105.000 Dollar. Aber nur die beiden teuersten Versionen werden zurzeit gebaut. Nur die teureren Versionen lassen sich schnell laden: halbvoll in einer halben Stunde. Die Produktion des Einstiegsmodells ist für den Winter versprochen. Strom für 100 Kilometer Reichweite werden an der speziellen Ladestationen mit Haushaltsspannung laut Tesla pro Stunde gespeichert.

Die Batteriekapazität bei den teuren Modellen: 86 Kilowattstunden (kWh), gut für eine maximale Reichweite von 480 Kilometer bei sehr stromsparender Fahrweise. Am Aufpreis erkennt man, wie teuer die Lithium-Ionen-Technik immer noch ist. 45 kWh mehr kosten 20.000 Dollar Aufpreis, 20 kWh 10.000 Dollar. Garantie auf die Batterie gibt es für acht Jahre. Und dann?

Nach Europa kommt das Model Anfang 2013

Anfang 2013 soll das Model S nach Europa kommen. Was es dann in Euro kosten wird? Auf jeden Fall viel, viel mehr als der umgerechnete Preis. Der Tesla Roadster, von dem von 2008 bis 2011 nicht mehr als 2300 Stück gebaut worden sind, kostete in Europa bereits 100 000 Euro. Sollte das Model S in Euro so viel kosten wie in den USA in Dollar, wäre das schon eine positive Überraschung.

Ohne die Schützenhilfe von Daimler , Toyota und Co. wäre die 2003 gegründete Firma in Palo Alto dreimal pleite gewesen, mindestens. Jetzt verlangt Tesla als Anzahlung für das Model S 5000 Dollar, 10.000 Vorbesteller soll es geben. Tesla will Ist ja auch immer nur das Beste.

Gerd Heidecke



Kommentare
08.07.2012
21:11
woelly kann es nicht lassen
von Schlaumischlumpf | #7

#6
ach woelly, wer so begrenzt in der Sicht ist, der argumentiert mit konventionellen Kraftwerken zur Stromlieferung. Was soll das für einen Sinn machen? Nach Ihrem mehrfach bekundeten Verständnis für ökologische Zusammenhänge und Umwelt wundert mich aber auch dieser Beitrag von Ihnen nicht wirklich. Er passt zu dem ganzen übrigen anderen Murks, den Sie da tagtäglich miteinander zusammenhauen. Bitte unterlassen Sie dies öffentlichen Zahlenbeispiele, es könnten Schulkinder zusehen, die das Ende noch ernst nehmen, was Sie da so von sich geben. Ich vermute mal, dass Sie beauftragter Mitarbeiter von EON sind.

03.07.2012
16:25
Energievernichtugsanlagen!
von woelly | #6

Das Fahrzeug wurde hier sehr realistisch beschrieben! Wenn man die eingesetzte Primerenergie eines konventonellen Kraftwerkes mit fossielen Brennstoffen mit 100% ansetzt, so gehen noch max. 55% an elektrischer Energie ins Netz. Leitungsverluste von 10-15% müssen noch abgezogen werden, bleiben also noch 40% die an der Ladestation ankommen. Nun müssen noch besagte 20% Ladeverluste(Wärme) abgezogen werde, bleiben also 20-25% nutzbare elektrische Energie in der Battarie. Jetzt fallen noch 5-10% Stand- und Entladeverluste (Wärme) an. Bleiben also nur noch 15-20% mechanische Energie, die auf die Straße gebracht werden. Die sonstigen Verbraucher, wie Heizung, Scheibenwischer, Fahrlicht, Fensterheber usw, nicht mitgerechnet. Da kommt man nicht weit! Das E-Auta kann man also vergessen und ist nichtmal als Sitzheizung zu gebrauchen. Bei Einsatz von Windenergie sieht es nicht besser aus, da der Wirkungsgrad eine Windenergieanlage bei 100% installierter Leistung nur 25% beträgt. Verlustkette w.o.

02.07.2012
23:34
Batterieautos - alter Wein in neuen Schläuchen
von prorevier | #5

Vor 100 Jahren wurde diese Technik zu Grabe getragen. Der Grund war der gleiche wie heute: Die speicherbare Energie ist einfach viel zu gering. Wegen der Subventionsversprechungen kramt die Industrie diese Uralttechnik wieder hervor und verspricht das Blaue vom Himmel.
Für z.B. Flurförderfahrzeuge und andere Spezialeinsätze ist die Technik sinnvoll, das Automobil konnte sie vor 100 Jahren nicht ersetzen und wird es auch nie können.

02.07.2012
10:05
Da hatte aber der Kolumnist ein schlechtes Wochenende, oder...
von andu | #4

... was war der Grund, so einseitig schreiben zu müssen?

Das "beste Auto der Welt" nutzt eine mögliche Zukunftstechnologie zur Fortbewegung und keine ressourcen-begrenzten thermischen Motoren. Es hat Fahreigenschaften und Beschleunigungswerte, von denen viele andere träumen bei einem Verbrauch, der neidisch machen kann.

Dass das "beste Auto" auch das "schönste Auto" sein soll, hat Tesla nicht behauptet, sondern nur der Autor hier, um es anschließend wieder schlecht zu schreiben.

Gibt es einen Beleg für die dreimalige Fast-Pleite des Unternehmens? Oder ist auch das nur mal so rufschädigend dahin geschrieben? Ich lese nur, dass Toyota und Daimler anscheinend mit Freude eingestiegen sind, um das Know-How in ihren Fahrzeugen nutzen zu können. So entwickelt Tesla aktuell für die neue B-Klasse für Daimler den Antriebsstrang (war übrigens vor ein paar Tagen breit in kompetenten Medien).

Die Aktie liegt übrigens aktuell bei rund 25 EUR, Börsengang war 12,50 EUR. WKN A1CX3T

Toller Autor!

01.07.2012
01:49
Nachrechnen lohnt sich bei dem Nonsens-Auto
von prorevier | #3

Wenn das Fahrzeug mit 86 Kw/h 480 Km fahren soll, muss es das mit durchschnittlich weniger als 25 PS tun. Da die Akkus nicht komplett entladen werden können, dürften es wohl nur um 20 PS sei.
Noch lächerlicher wird das Laden mit Haushaltsstrom beschrieben. Ohne Ladungsverlust würden ca. 3,6 Kw/h geladen, was ein Fahren mit ca. 5 PS bedeutet. Real natürlich noch weniger!
Batteriebetriebene Fahrzeuge sind grober Unfug. Der oben beschriebene Unsinn belegt dies wieder einmal. Das wird sich auch nicht ändern, da die Speicherung von chemoelektrischer Energie so ziemlich am Ende des physikalisch machbaren angelangt ist.

2 Antworten
Wo liegt das Problem?
von energii | #3-1

Ich verstehe nicht, wo bei dem Auto das Problem sein soll. 480km Reichweite decken meinen Tagesbedarf auf jeden Fall ab.

Das dieses Auto funktioniert und kein Hirngespinst ist, sollte jetzt nach der Auslieferung an die ersten Kunden auch klar sein.

Laden kann man das Auto auch mit 3-Phasen Kraftstrom, welcher in jedem Deutschen Haus vorhanden ist. Dann dauer eine volle Ladung ca. 5 Std.

Zudem wird die Akkutechnik jedes Jahr 11% leichter und kleiner pro geladene Kapazität. Und mit Li-Air der Technik wird sich das nochmals stark verbessern.

Und das Elektroautos viel Umweltfreundlicher als Benziner sind, ist ebenfalls offensichtlich: Ein e-Auto bringt ca. 90% der geladenen Energie auf die Strasse, beim Benziner sind es nur ca. 20%, der Rest geht als Abwärme verloren.
Die immer wieder gerne als Umweltsünder angeführten Akkus sind auch unproblematisch, sofern sie am Ende ordentlich recycelt werden. Und bei e-Autos gibt es viel weniger Verschleiß, da kaum bewegliche Teile gibt.

Die Probleme
von prorevier | #3-2

Das Fahrzeug erreicht natürlich nicht annähernd die 480 Km, sondern i. A. nicht einmal die Hälfte der Strecke. Das Auto funktioniert also nicht so.
3-Phasen Kraftstrom haben die wenigsten Haushalte und bei einer 40A Haushaltabsicherung macht es auch wenig Sinn.
Akkus werden auch nicht jedes Jahr 11% leichter, sondern nähern sich dem Ende des physikalisch machbaren.
Dieselautos haben eine Effizienz von fast 40%, ein Wert von dem E-Autos weit entfernt sind (unter Berücksichtigung des Primärenergieeinsatzes).
Nicht ohne Grund bescheinigt Greenpeace dem Diesel-Smart eine geringere Umweltbelastung als dem E-Smart.

30.06.2012
09:41
ein gutes Auto,
von holmark | #2

leider fehlt mir noch ein bischen Reichweite. Sonst wäre er eine gute Alternative zum Panamera.

29.06.2012
21:47
Was für ein bescheuerter Bericht
von Schlaumischlumpf | #1

Geht es noch subjektiver liebe WAZ?

Darf ich raten, welcher Lobbyverein ihnen diesen Bericht nahegelegt hat?

Einfach mal nachrechnen und feststellen, dass sich dieses Auto selbst mit der Hälfte der angegebenen Werte bei den heutigen Ölpreisen absolut rechnet. Das ist eben der Unterschied zu konventionellen Autos, die vom ersten Tag neben dem erheblichen Wertverlust tagtäglich viel Geld kosten.
Ach so, das ist die Absicht bei den ölbedürftigen Autos. Das gute alte Rockefellerprinzip lebt weiter. Na dann müssen wir wohl uns wohl weiter von den "unabhängigen Medien" (prust) erzählen lassen, dass es zu den Antriebstechniken aus der Steinzeit keine Alterntiven gibt.
Wie gesagt, der Bericht ist einfach nur billig und einseitig dazu. Fällt aber fast gar nicht auf (hüstel, hüstel).

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