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Der Fahrradi - ein Ferrari im Rausch der Langsamkeit

04.06.2012 | 15:28 Uhr
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Der Fahrradi - ein Ferrari im Rausch der Langsamkeit
Künstler Hannes Langeder mit seinen mit Muskelkraft betriebenen Werken, dem mit Goldfolie verzierten Porsche 911, seinem neuen Fahrradi-Ferrari und dem kommenden, noch abgedeckten Bugatti Veyron.

Essen.  Der Künstler Hannes Langeder persifliert Traumwagen. Diesmal hat er sich am Ferrari Enzo vergriffen – mit Erfolg, muss man sagen.

Der Erfolg des Automobils ist ohne den damit verbundenen Rausch der Geschwindigkeit nicht denkbar, und deshalb wird schneller immer besser sein. Dieses Auto unterstreicht die These perfekt. Es zählt zu den Rekordhaltern in Sachen Geschwindigkeit und wurde deshalb direkt im Museum geparkt. Der Fahrradi (mit Apple-I) Farfalla FFX ist der Weltmeister der Entschleunigung. Keiner baut langsamer Tempo auf.

Ferrari-Pressebildern nachempfundenes Foto von Künstler Langeder und seinem Farfalla.

Hannes Langeder persifliert nicht zum ersten Mal einen rauschhaften Sportwagen. Ein goldener Porsche 911 Ziel stellte bereits die Hülle für seinen Spott, diesmal die Ferraris Sportwagen-Ikone Enzo. Nächstes Lustobjekt: ein Bugatti Veyron .

Der Farfalla – italienisch für Schmetterling – setzt sich über den stark untersetzten Pedalantrieb eines Fahrrads in langsame Bewegung. Dabei werden die Flügeltüren zum Schlagen gebracht. Die entstehende „Antigravitation“ bewirkt leichtes Abheben sowie eine bessere Belüftung. Positiver Nebeneffekt: Verschwendung von Energie, die sonst in den Antrieb fließen würde. „Ich wurde schon von Fußgängern überholt“, sagt Langeder stolz.

Wer es bis Anfang Juli nicht zum Farfalla-Parkplatz ins Linzer Museum schafft, dem sei ein Online-Abstecher auf die Internetseite fahrradi.han-lan.com empfohlen. Kunstvoll imitiert wird da die Kunstwelt der Automobilindustrie. Sehenswert das Video, das die durchgestylten Werbefilme der PS-Branche karikiert. Und das Bild von Langeder mit dem Farfalle wurde genauso inszeniert, wie Ferrari seine Boliden ins Bild rückt. Schnell merkt man: Von Bolide bis Bloedi ist es nicht weit.

Gerd Heidecke

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