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Reifenwechsel

Warum Winterreifen im Sommer keine gute Wahl sind

02.11.2012 | 10:56 Uhr

Essen. Zweimal jährlich steht der Reifenwechsel an - für die meisten Autofahrer eine lästige Pflicht. Viele fragen sich, ob die Winterreifen nicht auch im Sommer am Auto bleiben können. Das ist jedoch keine gute Idee. Warum, lesen Sie hier.



Das Magazin Focus zitiert die Untersuchung eines Reifenherstellers, wonach fast drei Millionen Pkw in Deutschland auch im Sommer mit Winterreifen unterwegs sind. Diese Fahrer müssen jedoch ihre Reifen voraussichtlich deutlich früher austauschen als Fahrer, die regelmäßig zwischen Sommer- und Winterreifen wechseln. Die weichere Gummimischung der Winterreifen, die für den Einsatz auf Reifglätte und Schnee ausgelegt ist, nutzt sich nämlich auf heißem, trockenem Asphalt im Sommer stark ab.

Zudem sind Winterreifen, die auch im Sommer genutzt werden, ein unnötiges Unfallrisiko: Der Bremsweg verlängert sich bei warmen Temperaturen auf trockener Fahrbahn deutlich - nach einer Untersuchung des ADAC kommt das Auto bei Tempo 100 je nach Temperatur bis zu 16 Meter später zum Stehen als eines mit Sommerreifen.

Noch gefährlicher wird es, wenn Sie Ihr Auto für eine Fahrt in den Sommerurlaub bis oben hin beladen, aber im Frühjahr den Reifenwechsel vergessen haben. Je schwerer Ihr Auto ist, desto stärker verschlechtert sich die Fahrstabilität mit Winterreifen im Sommer. Auf Autobahnausfahrten oder in lang gezogenen Kurven können Sie dann schnell ins Schleudern geraten.

Wenn Sie Ihr Auto im Sommer wie im Winter nur wenig benutzen und daher den Reifenwechsel scheuen, sind Ganzjahresreifen eine Alternative. Diese lohnen sich besonders, wenn Sie lediglich innerstädtische Fahrten unternehmen. Da die Qualitätsunterschiede bei Ganzjahresreifen allerdings erheblich sein können, lohnen sich ein ausgiebiger Vergleich verschiedener Modelle und eine fachkundige Beratung.

sw

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Kommentare
06.11.2012
12:48
Warum Winterreifen im Sommer keine gute Wahl sind
von Mr.Observer | #3

In der Tuningszene werden für Beschleunigungsrennen auch im Sommer oft Winterreifen gefahren - wegen der besseren Traktion durch die weichere Gummimischung. Sicher verschleißen die Reifen dann schneller. Aber wieso sollte sich bei einer besseren Traktion der Bremsweg verlängern? Bremsen ist schließlich eine negative Beschleunigung...

06.11.2012
08:53
Warum Winterreifen im Sommer keine gute Wahl sind
von captainkawa | #2

Winterreifen machen Sinn auf Schnee, ansonsten sind Sommerreifen immer im Vorteil.
Dieser sinnbefreite +7°C Quatsch ist eine tolle Erfindung der Reifenhersteller.

02.11.2012
12:47
Warum Winterreifen im Sommer keine gute Wahl sind
von Juelicher | #1

Im Flachland wäre man vermutlich mit Sommerreifen über das gesamte Jahr am besten unterwegs - sofern man die Reifen nicht wechseln wollte. Aus rechtlichen Gründen kann man dies aber heutzutage nicht mehr. Die Reifenlobby läßt grüßen! So bleiben dann allenfalls Ganzjahresreifen, die aber ebenfalls eher auf Winterverhältnisse optimiert sind.
Im milden Ruhrgebiet bzw. im gesamten norddeutschen Flachland herrschen i.d.R. nur in den Monaten Dezember bis Februar zu den meisten Tageszeiten derart kalte Temperaturen, dass Winterreifen überhaupt Sinn ergeben. Selbst im November oder März sind die Temperaturen in den überwiegenden Fällen meist hoch genug für Sommerbereifung.
Im übrigen ist mir keine unabhängige Studie bekannt, die jemals den Beweis erbracht hätte, dass es eine Grenztemperatur von 7 Grad oder ähnliches gäbe, ab der Winterreifen nachweisbar überlegen sind. An den - langjährig betrachtet - wenigen Schneetagen im Flachland sind die Winterreifen naturgemäß deutlich überlegen.

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