Rekord-Blitzer: 100.000 Raserfotos in sechs Monaten
19.05.2009 | 11:51 Uhr 2009-05-19T11:51:00+0200
Essen. Geschwindigkeitskontrollen an Autobahnen sind ein einträgliches Geschäft für die Städte. Ein neuer Blitzer an der A 2 bei Bielefeld beispielweise schaffte in Rekordgeschwindigkeit 100.000 Fotos und 16 neue Jobs in der Verwaltung. Aber auch die Blitzerquote an der A 40 kann sich sehen lassen.
Sie lauern an Autobahnen, Bundesstraßen, in Ortschaften: Radarfallen. Eine Anlage an der A 2 bei Bielefeld schaffte jetzt einen für Autofahrer traurigen Rekord. In einem halben Jahr schoss sie 100.000 Fotos. Beileibe kein Einzelfall: In NRW gibt es zahlreiche Blitzer, die es zu fragwürdiger Berühmtheit gebracht haben. Eine (höchst subjektive) Auswahl.
„Wie mir das passieren konnte, ist mir unbegreiflich.” Pendler Jörg F. aus Hagen musste tief in die Tasche greifen, als er an der A 45 zwischen dem Kreuz Dortmund-Süd und dem Westhofener Kreuz in die Tempofalle der Polizei Dortmund rasselte.
Fast jeden Morgen stehen die Beamten der Verkehrsüberwachung an diesem Punkt der Sauerlandlinie, Fahrtrichtung Frankfurt. Hier gilt Tempo 100, für Lkw gerade einmal Tempo 60. Ein einträgliches Geschäft, dem vor allem Ortsfremde zum Opfer fallen. Und Kundige, die gedankenverloren den Blick vom Tacho schweifen und den Wagen rollen lassen.
Blitzer am Unfallschwerpunkt
Wie viele Autofahrer der Blitzer im vergangenen Jahr erwischte, vermag die Polizei nicht aufzuschlüsseln: Nur so viel: 110.000-mal blitzte es allein im vergangenen Jahr im Zuständigkeitsbereich der Polizei Dortmund. Überhaupt gibt es in Nordrhein-Westfalen bislang keine zentrale Erfassung der Blitzerdaten. Eine Rangliste? Fehlanzeige.
Und noch ein Autobahnblitzer mit hoher „Abschussquote”: Seit Anfang 2008 steht an der A 46 vor dem Kreuz Wuppertal eine Anlage, um den Unfallschwerpunkt zu entschärfen. 85.377-mal ging Autofahrern seitdem ein Licht auf, eines, das über 62.000 teuer zu stehen kam. Noch immer halten genügend Kraftfahrer die 70 Stundenkilometer für eine Empfehlung.
Im Schwelmer Kreishaus wurden neun zusätzliche Mitarbeiter eingestellt, um die Pkw-Lenker eines Besseren zu belehren. Der Spitzenreiter schaffte Tempo 173. Er musste mehrere Monate auf seine Lizenz zum Fahren verzichten. Über eine Million Euro spült die Anlage dem Kreis jährlich in die Kasse.
Mitarbeiter eingestellt
Auch in Bielefeld stockte die Bußgeldstelle auf. Der Rekordblitzer an der A2 in Höhe Bielefelder Berg bescherte 22 Sachbearbeitern einen neuen Job, allein 16 mussten neu eingestellt werden und bezogen ein eigens angemietetes Bürohaus. Schlecht für die Stadt, gut für die Autofahrer-Nation: Nur etwa die Hälfte der rund 100.000 Fotografierten konnte ermittelt werden. Seit dem 11. Dezember 2008 wurden 50.000 Bescheide verschickt. Zahlreiche Ermittlungen verliefen im Sande, weil die Raser etwa aus Ländern kamen, die mit Deutschland keine Rechtsbeihilfe vereinbart haben oder weil sie auf den Bildern nicht erkennbar waren.
Trotzdem rechnet Stadtsprecher Dietmar Schlüter damit, dass sich die Anlage langfristig rechnet: „Wir haben 3,5 Millionen Euro investiert. Es bleibt was über. In Millionenhöhe.” Doch das sei nicht das Wichtigste, stellt er klar: „Die Anlage entschärft einen Unfallschwerpunkt.”
Ein solcher war auch Ursache für die Blitzer-Parade an der A 40: Hier warten gleich vier „Gebühreneinzugsmaschinen”, zwei für jede Fahrtrichtung, auf unvorsichtige Leidgeplagte, die sich tagtäglich über den Ruhrschnellweg quälen müssen. Wer viel Geschick beweist, kann gleich zweimal innerhalb weniger Minuten abgelichtet werden, einmal in der Buderus-Kurve zwischen Essen-Frillendorf und der Ausfahrt Kray und dann nochmal zwischen Kray und Gelsenkirchen.
120.000 Fälle an der A 40
120.000 aktenkundige Fälle 2008 – die Blitzerquote 2008 kann sich sehen lassen. Um mit einem Irrtum aufzuräumen: An die Verkehrsbeeinflussungsanlage, die die vorgeschriebene Geschwindigkeit der Verkehrssituation anpasst, sind die Blitzer nicht gekoppelt, können aber manuell nachjustiert werden. In Sicherheit kann sich kein Autofahrer wiegen. „Die Anlage ist ein Erfolg”, kommentiert das Rüdiger Wittkat, Leiter der Verkehrsüberwachung der Stadt Essen, knapp. „Die Ignoranz mancher Autofahrer ist einfach unglaublich.”
12:59
Hält man sich hier an die Geschwindigkeitsvorgabe, wird man bedängt und genötigt und eventuell von der Fahrbahn geschoben.
Die LKW´s küssen einem die hintere Stoßstange.
22:15
Wenn ich zu sagen hätte, würde direkt hinter der Blitzanlage eine mobile Kontrolle stattfinden.
Wenn man sich an Geschwindigkeitsbegrenzungen hält, wird man nicht geblitzt und nebenbei fließt der Verkehr auch besser(, wenn man zusätzlich noch die rechten Spuren benutzen würde).
17:32
Supersache, diese Blitzer auf der A 40. Da wird vor dem Kasten ohne jeden Grund auf 55-60!!!! km/h heruntergebremst, danach wird draufgetreten, als gäbe es kein Morgen mehr.
16:40
wie wäre es mit: einfach die Geschwindigkeit einhalten
12:26
an #103 foxbravo
es sollen keine Diktaoren unterstützt werden, sondern direkt Hilfe geleistet werden. ( Ist ja nur ein Vorschlag!) - DESWEGEN - wer weiterliest - auch eine genannte sinnvolle und gangbare geldlose Alternative !!
13:22
erst werden drei spurige straßen gebaut,um den straßenverkehr schneller zu machen, vom steuerzahler bezahlt, nach zwei - drei monaten,kommen dann die ersten 70,dann 50 beschränkungen ,etwas später wird dann abkassiert und bei wem?natürlich bei den melkkühen, uns steuernzahler !!!!!!
dort wo die stadtverwaltung oder unsere polizei gebraucht wird ,hat sie keine zeit oder sind damit beschäfftigt den bescheuerten steuerzahlern das geld aus der tasche zu ziehen
09:45
Ich liebe die Raser denn für die kann ich auch mal kurz zwischen zwei Lkw fahren und rutsch sind sie vorbei. Ich hasse die Tempomatfahrer für die ich in eine Lücke gehe und die mich dann zu einer Vollbremsung zwingen um nicht unter einen Lkw zu fahren.
23:56
................Spenden in die dritte Welt ...
Damit die Diktatoren noch mehr unterstüzt werden !
16:02
das auf diese Art und Weise eingetriebene Geld, da meine ich nicht nur flottes Fahren, auch Park-Knöllchen etc sollte künftig als Spenden in die dritte Welt überwiesen werden. Es darf nicht sein, daß hier Kommerz und nichts anders ist es inszwischen geworden, als feste Ennahmequelle in den jeweiligen Haushalt eingeplant wird. Eine Sauerei hoch drei !
Alternativ - und konsequent : Grundsätzlich keine Geldstrafe mehr, sondern auch bei verwarnungspflichtigen Delikten schon Punkte, z. Bsp falsch parken! - Bei groben Ordnungswidrigkeiten Punkte und Fahrverbot !! Führerscheinentzug dann bei 50 Punkten und
wer zweimal sein Führerschein entzogen bekommen hat - gernerell lebenslänglicher Entzug.
15:39
und wenn nun keiner mehr geblitzt wird, müssen dann die Verwaltungen zu machen ?