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Hohe Spritpreise

Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie

22.02.2012 | 19:12 Uhr
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie

Ruhrgebiet.   Der Schock an der Zapfsäule sitzt in diesen Tagen so tief wie der anschließende Griff in die Brieftasche. Der ADAC fordert wegen der Rekord-Benzinpreise eine höhere Pendler-Pauschale. Die effektivste Art zu sparen liegt im Gasfuß des Fahrers. Längst gibt es aber auch den Trend weg vom Auto.

Das aktuelle Grauen ist natürlich durch nichts zu toppen: 1,64 Euro für den Liter Super E 10, 1,54 Euro für Diesel. Da mag man kaum noch hingucken und tanken schon gar nicht. Doch Ende der 70er gab es diese Tage, als der Liter Benzin die Eine-Mark-Grenze erklomm. Unerbittlich, mit Komma hinter der Eins. Ein Schock. Manche Zapfsäule war darauf nicht eingerichtet, man behalf sich kurzerhand mit dem Preis für den halben Liter.

Andere Zeiten, andere Benzinpreise, möchte man meinen. Weh tut es allemal, damals wie heute. „Für manche kann das durchaus existenziell bedrohlich werden“, sagt Maxi Hartung vom ADAC . Auf der Facebook-Seite des Autoclubs regen sich die Autofahrer auf, sind wütend und hilflos zugleich. Einer schreibt, er könne sich den Weg zur Arbeit kaum leisten: „Diese Woche gibt’s nur trockene Nudeln!“

„Die Leute fahren Auto, weil sie müssen“, erklärt Maxi Hartung, „gerade in der Fläche, auf dem Land, ist der öffentliche Nahverkehr schlecht aufgestellt“. Da ist die ländliche Bevölkerung, die zur Arbeit pendeln muss. Da sind die jungen Familien, in denen beide täglich zur Arbeit fahren und zwischendurch die Kinder von Schule und Kindergarten abholen. 40 Cent Pendlerpauschale statt der geltenden 30 fordert der ADAC deshalb und wird vom Bund der Steuerzahler wie vom Bundesverband der Mittelständischen Wirtschaft unterstützt.

Eine halbe Million Benzinmotoren wurde schon auf Autogas umgerüstet

Doch das Bundesfinanzministerium zeigte dieser Forderung eilig die Rote Karte. Also zahlen und weiterjammern. Dabei hat das Umdenken unserer Autogesellschaft längst begonnen. Lange waren nicht mehr so viele Fahrradfahrer auf den Straßen wie heute. Und auch die Autofahrer rüsten um: Inzwischen gibt es rund eine halbe Million Benzinmotoren, die auf Autogas umgestellt wurden, das bis 2018 von der Mineralölsteuer befreit ist. Auf diese Art und Weise lassen sich die Treibstoffkosten fast halbieren. Nicht zuletzt dadurch sank der bundesdeutsche Spritverbrauch seit 1999 von 49,4 Milliarden Liter Benzin auf 45,5 (2009) um zehn Prozent.

Autos, keine Frage, sind nach wie vor Status-Symbole, mit wenig lässt sich so ausladend protzen wie mit einem Porsche Cayenne und dessen kleinen Brüdern. PS-Bombasten für Stadt-Cowboys. Doch daneben gibt es anderes. „Es gibt den Trend weg vom Auto“, sagt Florian Häupl vom Hamburger Trendbüro. Große Autokonzerne machten in Car-Sharing, die Führerschein-Quote bei jüngeren Leuten sinke, und in der städtischen Mobilität verliere das Auto an Bedeutung.

Kurzstrecken auf dem Fahrrad

Selbst in den kalten Wintermonaten wird wieder verstärkt Fahrrad gefahren auf deutschen Straßen. „Wir beobachten bereits seit Jahren, dass immer mehr Leute gerade für Kurzstrecken auf das Fahrrad umsteigen“, sagt Bettina Cibulski vom Allgemeinen Deutschen Fahrrad Club . Auch der Boom der so genannten E-Bikes mit ihren Hilfsmotoren zeige das. In der Folge sänken die Unfallzahlen bei Radfahrern, da diese inzwischen von Autofahrern bewusster wahrgenommen würden.

Gemurrt über die hohen Benzin-Preise wird allüberall. Nicht nur von jenen, für die es finanziell eng wird. Dabei könnte man selbst beim Autofahren viel Sprit sparen. Wenn man wollte! Die effektivste Art liegt im Gasfuß des Fahrers. Im Schnitt 25 Prozent Verbrauchsminderung sind bei der Beachtung einfacher Tipps möglich, ohne dabei „unsportlicher“ unterwegs zu sein. Doch die Spritspar-Trainings sind nicht beliebt, die Resonanz bescheiden. So gibt es 9,1 Millionen Volkswagen in Deutschland, aber nur 140 000 VW-Fahrer haben ein solches Training absolviert. Beim Naturschutzbund NABU waren es 3000 Autofahrer – in zehn Jahren.

Hayke Lanwert und Gerd Heidecke

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Kommentare
23.02.2012
12:17
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von meinemeinungdazu | #17

Das böse Erwachen kommt erst, wenn sich der Trend gegen das Auto wendet. Die Autofahrer werden abgezockt bis über die Ohren, wenn man mal bedenkt, welche Kosten tatsächlich rund ums Auto entstehen. In 90 % der Fälle rechnet sich das nicht. Wenn die Politik nicht gegensteuert, werden langfristig hunderttausende Arbeitsplätze verloren gehen.

23.02.2012
11:01
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von bibabulla | #16

Tja "dicke" Autos sind immer noch sehr beliebt , warum soll die Automobilindustrie ihr Produktion auf echte (unter) drei Liter Autos umstellen oder dafür sorgen das die aktuellen Serienautos mit 50% weniger Sprit fahren können solange der Umsatz noch stimmt ?

Das es möglich ist , hat Greenpeace bereits mit ihrer smILE-Technik vor Jahren bewiesen....

Bessere wäre es natürlich , wem es möglich ist, den Wagen ganz stehen zu lassen um auf andere Beförderungsmittel (Bus,Bahn,Mopped, Fahrrad) oder auf Verkehrsmittel mit anderen Antriebsarten soweit vorhanden,bezahlbar (Elekromobilität,Wasserstoff) die vorzugsweise aus regenerativen Energien gespeist werden umzusteigen.


5 Antworten
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von dumper | #16-1

Elekromobilität??? Träumt weiter. Wir können froh sein das wir dieses Jahr nicht den Winter hatten wie die letzten 2 Jahre. Dann sehe es ganz düster aus mit der Stromerzeugeung ! Wir sind in dieser kurzen Kälteperiode ganz knapp an Stromabschaltungen mangels Masse vorbeigekommen. Wie würde es aussehen, wenn das vorhaben der Kanzlerin 1 Mio E-Autos auf die Strasse zu bringen ,mit der Stromversorgung im allgemeinen ? Da wäre das geschrei aber riesengroß ! Ich kann mir gut vorstellen das dann die Forderung kommt ,bei Stromengpässen die E-Autos stehen zu lassen .
Ach ich vergaß.der Strom kommt ja aus der Steckdose .

Strom kommt ja aus der Steckdose
von Catman55 | #16-2

@dumper
und warum verkaufen/exportieren wir dann unseren Strom nach Frankreich?

Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von dumper | #16-3

Ganz einfach,weil die Steuerbereinigt für den KW mehr bezahlen als wir !
Was unseren Strom so teuer macht sind doch die versteckten Steuern die wir bezahlen müssen.

Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von dumper | #16-4

Hab noch vergessen darauf hinzuweisen das der Strom an der Strombörse ver-und gekauft wird,dort wird genauso brutal und dumm spekuliert wie an der Ölbörse !
Hier geht es nicht um Überkapatzitäten,hier geht es um reine Gewinnmaximierung zum nachteil der deutschen Stromverbraucher.
Aber glaubt ruhig weiter an die Märchen von diversen Ökofuzzis die Stromversorgung ist sicher !
Die ist nur solange sicher wie wir es bezahlen können. Das dieses schon lange nicht mehr für jeden bezahlbar ist,sieht man an der steigenden Anzahl von abgeklemmten unter dem Existensminimum lebenden Familien .

Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von teamtronic | #16-5

@dumper ,
wenn Sie uns versprechen, daß wir immer so viel Sonnenschein wie zu der Zeit des Exportes deutschen Stroms haben würde ihre Theorie aufgehen. Allerdings um 19 Uhr zur Tagesspitze wäre sie von der Natur widerlegt. Wegen der Dunkelheit ist es aus mit Solarstrom. Dann beginnt der Stromimport, den wir auch während des schönen Wetters hatten.
Auch wenn an einigen Tagen die Bilanz des Stromexportes überwiegt sind wir dennocjh Stromimporteur.

23.02.2012
10:18
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von wohlzufrieden | #15

Audi Q3 beliebtestes Auto. Noch Fragen?

23.02.2012
09:58
Autogas
von scheffe123 | #14

Ich rüstete vor über 7 Jahren auf LPG um und bin seitdem über 250 TKM mit LPG gefahren. Auch da änderte sich im Laufe der Zeit der Preis: nun 0,80/l . Aber immer noch besser als 1,60/l (oder mehr) und so kann ich weiterhin meinem 200 PS Turbo bei Bedarf die Sporen geben. :-)

23.02.2012
09:50
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von datwilli1 | #13

Fachbook ruft zun Boykott auf.
Die Facebook Aktion ist ja nicht dumm, aber falsch. Angeblich sollen schon 50000 User sich dem Boykott angeschlossen haben. Der Fehler ist: Sie rufen zum Boykott aller Marken auf. Es muß EINE Marke boykottiert werden, un zawr die, mit dem geringsten Gewinn. Wenn die dann die Preise senken, ziehen die anderen Marken nach. (es ist doch kein Kartell, oder...)
Funktioniert nicht? So eine Maßnahme hat einen Ölmulti schon mal in die Kniee gezwungen. Greenpeace hat die Versenkung der Plattform Brent Spa verhindert.

23.02.2012
09:43
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von Meinemal | #12

Tja, wo sollen denn die 130 Mrd. EURO für Griechenland herkommen, wenn nicht von der Masse der tumben Autofahrer? Allein die Druckmaschine anwerfen reicht halt nicht, da muss auch etwas Konkretes her. Und wenn man dann noch iranische Freunde hat, die die Fahrenge von Homruz? sperren wollen. Passt doch alles. Super Abzocke (incl. Volksverdummung)!

23.02.2012
09:40
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von GeraldBohne | #11

2€/l ? Klasse, das bringt die 3er - BMW - Honks von der Straße.
Ach ne, die haben ja Kohle aus dem Drogenverkauf ...

2 Antworten
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von AntonC | #11-1

warum kaufen sie denen das Zeug den ab?

Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von dumper | #11-2

Absolut dämliches Argument !

23.02.2012
09:24
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von Funakoshi | #10

Lasst uns noch mehr substanzloses Geld drucken, noch mehr Pleitestaaten "retten" (gerettet wird hier eh nur das Großkapital), dann sehen wir dieses Jahr auch noch die 2€ und die Reg(uli)erung wird uns natürlich erklären, dass alles "alternativlos" ist. Erst wenn 10 Billionen Sparvermögen der Deutschen weginflationiert worden ist, wirds langsam aufhören, aber dann sind wir hier genau so platt wie die PIIGS. Passt ja von der Zeit auch schon fast wieder: "Hauptsache, 12 Jahre gut gelebt!"!!!

23.02.2012
09:24
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von WaddeHaddeDuddeDa | #9

Ich hab gestern 1.68 € für Super bezahlt. Das muss man sich mal vorstellen... fast 3.40 Mark... da darf man gar nicht drüber nachdenken...
Ich hätte den Wagen auch stehen lassen können und mit meinem Ticket 2000 fahren können...

23.02.2012
09:21
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von Mr.Q | #8

@ 1 Eduard79: Stimmt, von diesen Unverbesserlichen gibt es immer noch zu viele.
Was aber wäre, wenn wir alle im großen Stile anfingen, Sprit zu sparen? Was wäre, wenn die Automobilindustrie endlich das 3-Liter-Alltagsauto zu einem akzeptablen Preis auf den Markt werfen würde? Was wäre, wenn große Teile der Pendler auf ÖPNV umstiegen, auf Fahrgemeinschaften setzten oder gar an ihren Arbeitsort zögen? Der Verbrauch würde flächendeckend sinken, entsprechend natürlich auch die Nachfrage, die Gewinne der Mineralölkonzerne brächen ein. Damit die Konzerne trotzdem ihren Reibach machen (auf den sie natürlich nicht verzichten wollen und können, Stichwort Arbeitsplätze!), würden die Preise nur noch höher geschraubt. Ein Teufelskreis. Wie man’s macht, ist es verkehrt. Wir haben uns offensichtlich in eine Abhängigkeit begeben, aus der wir nicht mehr herauskommen.

1 Antwort
Rekord-Benzinpreis - teurer tankte es sich in NRW noch nie
von dumper | #8-1

Zu viel wäre und wenns.
Wir sind vor 25 Jahren nach Essen gezogen, in die nähe unseres Arbeitsplatzes.
Da haben wir uns Eigentum zugelegt,nach 5 Jahren hat unsere Firma gemeint in den Trierer Raum umzusiedeln ,nach weiteren 8 Jahren hat man sich entschieden Kundennähe ist wichtig und ist wieder zurück ins Ruhrgebiet .Wer in Gottesnamen soll den die anfallenden Kosten für die Umzüge übernehmen ?Der Unternehmer ? Im Leben nicht. Zumal,wenn man Wohneigentum hat welches z.g.T. der Bank gehört,kann man nicht so dir nichts mir nichts einfach seine Wohnung aufgeben um in die nähe seines Arbeitsplatzes zu ziehen nur um Spritkosten zu sparen. Das ist das blödeste Argument seit 10 Jahren. In den 80er Jahren hat man uns Gebetsmühlenartig seitens einiger Regierungskoalitionen vorgebetet das man als Arbeitnehmer Flexibel sein muss um zu seinem Arbeitsplatz zu kommen,da wären tägliche Entfernungen vo 100 Km ,wohlbemerkt eine Strecke, kein Grund seinen Arbeitsplatz zu wechseln .

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