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Führerschein

Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern

15.06.2011 | 08:22 Uhr
Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern
Foto: dapd

Saarbrücken.   Wer gehofft hatte, seinen Fahrlehrer nach der Prüfung nicht mehr wiedersehen zu müssen, könnte bald enttäuscht werden. Die Regierung plant eine Nachschulung für Fahranfänger. Schuld ist die hohe Zahl an Verkehrstoten und Unfällen bei jungen Leuten.

Fahranfänger müssen künftig möglicherweise nach erfolgreicher Führerscheinprüfung noch einmal Fahrstunden mit einem Fahrlehrer nehmen. Das Bundesverkehrsministerium erklärte am Mittwoch in Berlin, dass die Einführung von sogenannten Feedback-Fahrten als Teil eines Gesamtpakets geprüft werde. Ziel ist es, die Unfallzahlen bei Fahranfängern zu senken.

Inwieweit eine zweite Ausbildungsphase nach dem Erwerb der Fahrerlaubnis "notwendig und sinnvoll ist, steht noch nicht fest", erklärte das Verkehrsministerium. Welche Einzelmaßnahmen sinnvoll und umsetzbar seien, werde noch geprüft. Die "Saarbrücker Zeitung" hatte zuvor berichtet, dass Fahranfänger nach Plänen von Union und FDP künftig nach Erhalt des Führerscheins noch einmal eine oder zwei Fahrstunden mit einem Fahrlehrer nehmen sollen.

Das Bundesverkehrsministerium gab nach eigenen Angaben bei der Bundesanstalt für Straßenwesen ein "Rahmenkonzept zur Fahranfängervorbereitung in Deutschland" in Auftrag. Die "Feedback-Fahrten" werden einem Ministeriumssprecher zufolge innerhalb dieses Konzepts geprüft. Im Spätsommer oder Herbst seien erste Ergebnisse zu erwarten. Als Maßnahmen zur höheren Sicherheit von Fahranfängern bestehen bislang das "begleitete Fahren mit 17" und das "Alkoholverbot für Fahranfänger".

Führerschein soll nicht teurer werden

Vorbild für die Regelung solle Österreich sein, wo Wiederholungsfahrten nach drei Monaten Pflicht seien, um falsche Angewohnheiten beim Autofahren zu beseitigen. „Österreich hat mit dem nachbereitenden Schulungskonzept seit 2003 gute Erfolge erzielt“, bestätigte CDU-Verkehrexperte Gero Storjohann die Pläne gegenüber der Zeitung. So gebe es dort in der Altersgruppe junger Fahrer 30 Prozent weniger Unfälle.

FDP-Experte Oliver Luksic sagte dem Blatt, das Vorhaben müsse rasch in einem Bundesland getestet „und bei positiven Ergebnissen verpflichtend eingeführt werden, um die zu hohe Zahl von Verkehrstoten und Unfallopfern bei jungen Fahrern zu senken“. Durch eine Straffung der Theorieausbildung und günstige Prämienmodelle der Versicherungen könne verhindert werden, dass der Führerschein dadurch teurer werde.

"Es gibt keinen erhobenen Zeigefinger", sagte Luksic zur Philosophie des Ansatzes. Es gehe darum, dass die Fahranfänger selbst ihre Fehler sähen. Er räumte zugleich ein, dass mit einer moderaten Erhöhung der Preise zu rechnen sei. Er plädierte aber zugleich für Reduzierungen vor der Prüfung. Luksic regte zudem zunächst einen Modellversuch in den Ländern an.

ACE: "Forderungskatalog der Fahrlehrerlobby"

Der ADAC sprach sich grundsätzlich dafür aus, weitere Maßnahmen zur besseren Ausbildung von Fahranfängern einzuführen. "Die Diskussion ist angestoßen. Jetzt ist die Bundesregierung gefordert, schnellstmöglich eine entsprechende Initiative zu starten", erklärte ADAC-Vizepräsident Ulrich Klaus Becker. Junge Fahrer zwischen 18 und 25 Jahren stellten unverändert die Hauptrisikogruppe im Straßenverkehr dar.

Der Auto Club Europa (ACE) äußerte dagegen Zweifel am Erfolg von "Feedback-Fahrten" nach bestandener Fahrprüfung. "Zusätzliche Pflichtstunden hinterm Steuer entstammen dem Forderungskatalog der Fahrlehrerlobby", erklärte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner. Er plädierte stattdessen dafür, den Kreis der Teilnehmer am begleiteten Fahren ab dem 17. Lebensjahr zu erweitern. (afp)

DerWesten

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Kommentare
15.06.2011
22:50
Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern
von I_am_anonym | #37

#36 Oberhausen sag ich da nur.... passt doch .

15.06.2011
19:24
Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern
von Hemeriwan | #36

GTA?
Da wird aber auch geschossen!

15.06.2011
14:25
Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern
von dummmberger | #35

Das ist doch bescheuert.
Es hat doch nichts mit dem Können zu tun, sondern mit dem Verhalten im Straßenverkehr. Und kein jugendlicher Raser wird doch bei so einer Nachprüfung mit 100 durch den Ort rasen. Da wird er schön mit 50 herumzockeln und am nächsten tag steigt er wieder ins ein Auto und rast los.
ABer dafür muss die großen Mehrheit der verantwortungsvollen Fahrer diesen ganzen Mist mitmachen.

Das Problem ist doch, dass man ziemlich ungehindert regelmäßig dei geschwindigkeit übeschreiten kann, ohne jemals erwischt zu werden.
Wo sind denn Samstag nachts, wenn die Kids aus der Disco kommen, die Kontrollen?
Die finden doch normalerweise nur da statt, wo möglichst viele Autos vorbeikommen und die Straße so ausgebaut ist, dass fast jeder etwas zu schnell fährt.
Aber da, wo es wirklich gefährlich ist, finden Kontrtollen fast nie statt.

15.06.2011
14:08
Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern
von kollest | #34

Vor allem sollten diese Oberlehrer-Opas mal zur Nachschulung; gleich dazu die Mittelspurschleicher...

15.06.2011
13:53
Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern
von buckel | #33

Ich möchtere meine älteren Mitmenschen ja nicht angreifen, aber ich kann mir schon vorstellen, dass durch, ich nenn es mal vorsichtig übervorsichtiges Fahren (u.a. Tempo 40 im Tempo 70 Bereich), junge Fahrer eher dazu veranlasst werden hier auch risikoreich zu überholen.

15.06.2011
13:17
Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern
von I_am_anonym | #32

und 700000 km in über 50 Jahren ist nicht gerade eine hohe Fahrleistung, ich hab in 6 Jahren schon 100.000 km abgespult - ebenfalls unfallfrei und punktefrei!

15.06.2011
13:11
Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern
von I_am_anonym | #31

#29 selbst einer vielleicht? die merken das selbst nämlich nie. so mit 110 auf der mittleren Spur wenn die nächsten 50 km frei ist rechts sieht man hundertfach täglich.

Ich weiß ja nicht woher sie kommen, aber hier reichen schon 10 km um alle erdenklichen Vergehen täglich zu erleben.

Die jungen Fahrer bauen die Unfälle aber nicht aufgrund gesundheitlicher Probleme oder altersbedingten Beschwerden - diese Ursache bei älteren Fahrern kann man abstellen und jeder Verkehrstote ist das doch bitte wert. die gefährden sich ja auch selbst.

15.06.2011
12:56
Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern
von wohlzufrieden | #30

Rücksichtsloses Verhalten im Straßenverkehr ist keine Frage des Alters. Hier hilft nur die Enteignung des Fahrzeuges, wie in anderen Ländern schon üblich.

15.06.2011
12:38
Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern
von peterderalte | #29

Wer baut denn die schwehrsten und die am tödlichsten verlaufenden Unfälle ??
Nicht die alten und erfahrenden Verkehrsteilnehmer.
Es sind immer die jungen und in der Praxis unerfahrenen sich selbst überschätzenden Fahrer.
Ich fahre schon über 50 Jahre unfallfrei Auto. Habe mittlerweile schon über 700000km hinter mir
und das nicht, wie viele Dummschwätzer immer wieder von den Mittelspurfahrern und ähnlichen
Verkehrsteilnehmern hier rumschwafeln.

15.06.2011
12:35
Regierung will Fahranfänger zur Nachprüfung verdonnern
von I_am_anonym | #28

#24 vorrauschauendes Fahren, aufmerksam (!) fahren, dabei nicht einschlafen, mit Fehlern anderer, die regelmäßig eintreten, rechnen, sich einfach an einfache Regeln halten, niemandem die Vorfahrt klauen, auf der Autobahn rechts fahren, Einsatzfahrzeugen vernünftig platz machen und nicht geistlos vollbremsen usw, den Blinker sinnvoll nutzen, bei Regen mit Licht fahren.... das kann man endlos fortsetzen.

Oder einfach gesagt: Selbst in GTA fahren die Leute vernünftiger als hier.

Da gibts sehr vieles.

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