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Online-Börsen dominieren den Gebrauchtwagenmarkt

20.04.2009 | 13:28 Uhr
Online-Börsen dominieren den Gebrauchtwagenmarkt

Duisburg. Ohne Online-Börsen sind der Gebrauchtwagen-Markt und das Gebrauchtwagen-Geschäft nicht mehr vorstellbar. Dabei haben die Online-Anbieter allerdings unterschiedliche Angebotsschwerpunkte. Das ergab eine Studie des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen.

Gesucht wird per Maus, gekauft per Klick. Seit mehr als zehn Jahren haben sich die Online-Fahrzeugbörsen in Deutschland als eigenständige Unternehmen im Gebrauchtwagenmarkt fest etabliert und die Transparenz des Gebrauchtwagenmarkts wesentlich erhöht. Ohne Online-Börsen sind der Gebrauchtwagen-Markt und das Gebrauchtwagen-Geschäft nicht mehr vorstellbar. Dabei haben die Online-Anbieter allerdings unterschiedliche Angebotsschwerpunkte. Das ergab eine Studie des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen. Die Stars des Internets wie etwa Google, die Autobauer selbst oder gar Verbraucherorganisationen wie der ADAC spielen beim Kauf mittels Computer allerdings keine Rolle.

Gebrauchtwagen auf dem Hof eines Kreuztaler Händlers. Ohne Online-Börsen sind der Gebrauchtwagen-Markt und das Gebrauchtwagen-Geschäft nicht mehr vorstellbar.

Bei den Neuwagen habe bislang offenbar noch niemand ein tragfähiges Konzept für die Internet-Vermarktung von Autos gefunden. «Aber bei den Gebrauchtwagen ist das Internet nicht mehr wegzudenken», so das Resümee von CAR-Leiter Ferdinand Dudenhöffer: «Gut 3,3 Millionen gebrauchte Pkw wurden im April auf den von uns analysierten wichtigsten Online-Gebrauchtwagen-Börsen in Deutschland angeboten. Dabei dürften gut 1,6 Millionen der angebotenen Pkw auf mehr als in einer Börse stehen. Auf der größten Online-Börse in Deutschland - mobile.de - wurden nach unserer Studie im April 1,078 Millionen Pkw angeboten.» Auf Platz Zwei rangiere Autoscout24. Auf ihnen und den Seiten der Mitbewerber tummelten sich 85 Prozent Angebote des Gebrauchtwagenhandels. Nur knapp zehn Prozent des Pkw-Bestandes der Online-Börsen würden aus Neuwagen bestehen, die überwiegend von EU-Importeuren angeboten würden.

Sieben Online-Börsen unter der Lupe

Insgesamt nahmen die Wissenschaftler des CAR sieben Online-Börsen unter die Lupe. «Die Fahrzeugbörse Auto.de wurde in unserer Untersuchung aus dem Vergleich herausgenommen, da Auto.de nach unseren Recherchen große Bestände von anderen Autobörsen - wie etwa Autoscout24 - einfach in ihr Angebot übernommen hat», erläuterte Dudenhöffer. Ein tatsächliches Bild von der Stärke dieser Börse sei unmöglich. So verblieben Autoscout24, Gebrauchtwagen.de, mobile.de, Motoso.de, Pkw.de und Webmobil24.de.

Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des CAR-Instituts an der Universität Duisburg-Essen. (Foto: DerWesten/A. Bauer)

Bei klassischen Gebrauchtwagen besitzt mobile.de laut der Untersuchung einen deutlichen Angebotsvorsprung. Bei den reinen Neuwagen liegt Autoscout24 mit mobile.de nahezu gleich auf. Geht es um Fahrzeuge, die älter als sieben Jahre sind, hat mobile.de die Nase vorne. «Bei Fahrzeugen, die vor dem Jahr 2002 erstzugelassen wurden, ist das mobile.de-PKW-Angebot um 48 Prozent größer ist als vom zweitplatzierten Autoscout24», erklärte Dudenhöffer. Bei den jüngeren Fahrzeugen werde der mobile.de-Vorsprung geringer und sinke im aktuellen Jahrgang 2009 auf zwei Prozent. Bei den reinen Neuwagenangeboten würden Autoscout24 mit 102 000 Fahrzeugen und mobile.de mit 103 000 PKW nahezu gleichauf liegen.

Bei Händler-Anzeigen verfügt mobile.de laut Untersuchungsergebnis über das größte Gebrauchtwagen-Angebot. Auch die Untersuchung der reinen Händlerangebote, die bei allen Börsen den Hauptanteil der Inserate ausmachten, zeigte einen deutlichen Vorsprung von mobile.de. «Auf den Hauptkonkurrenten Autoscout24 beträgt der Vorsprung rund 145 000 Inserate», sagte Dudenhöffer. (ddp)

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