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Nissan-Tochter Infiniti wagt den Sprung in die Formel 1

11.09.2011 | 11:45 Uhr
Nissan-Tochter Infiniti wagt den Sprung in die Formel 1
Zwei Generationen von F1-Weltmeistern unter sich: Sebastian Vettel wird von Niki Lauda im Infiniti Cabriolet zur Rennstrecke gefahren.

Viele Automobilhersteller haben sich aus der Formel 1 zurückgezogen. Die Nissan-Tochter Infiniti hingegen hat in dieser Saison den Sprung in die Formel 1 gewagt und unterstützt den Red Bull RB7, den der Weltmeister Sebastian Vettel fährt.

Dass Automobilhersteller in der Formel 1 aktiv den Ton angeben, ist heute längst nicht mehr der Fall. BMW, Honda und Toyota sind bereits von der Bühne der Königsklasse abgetreten. Nur Ferrari und Mercedes-Benz sowie Renault als Motorenlieferant sind derzeit am Start.

Die Konzerne scheuen die hohen Kosten bei einer Teilnahme und reduzieren ihr Engagement beispielsweise auf die Lieferung des technischen Know-how wie es Renault mit seinem V8-Motor derzeit an drei Teams (Red Bull, Lotus, Renault Sport) tut – ab 2012 kommt mit Williams ein weiterer Rennstall hinzu.

Neben dieser Möglichkeit innerhalb der Formel 1 präsent zu sein, gibt es auch das Sponsoring, mit dem eine Automarke für Aufmerksamkeit sorgen will.

Die exklusive Nissan-Tochter Infiniti hat in dieser Saison den Sprung in die Formel 1 gewagt. Auf dem Red Bull RB7 , den Weltmeister Sebastian Vettel und sein australischer Teamkollege Mark Webber in dieser Saison steuern, ist der Schriftzug der japanischen Automarke zu sehen – im Heck arbeitet weiterhin (noch) Renault-Power .

„Mittelfristig wollen wir Infiniti globaler Aufstellen und unsere Produktpalette erweitern. Bezüglich dieser Vorhaben gibt uns die Formel 1 die perfekte Bühne, um unsere Stärken darstellen zu können“, sagt Infiniti Vizepräsident Andy Palmer. „Wir sind sehr glücklich, dass wir mit einem Spitzenteam wie Red Bull in die Formel 1 sind.“

Infiniti ist noch unbekannt

Der Sponsorvertrag läuft zunächst bis Ende 2012, angeblich liefert Renault seine V8-Motoren kostenneutral an Red Bull Racing. In Europa ist Infiniti noch nicht bekannt. Infiniti muss schnellstens seinen Bekanntheitsgrad erhöhen. Zunächst mit dem werbewirksamen Formel-1-Zirkus und später auch mit steigenden Verkaufszahlen.

Red Bull Motorenlieferant Renault hält 44 Prozent an Nissan, die unter der Marke Infiniti ihre luxuriöseren und teureren Modelle verkauft – in den USA mit Erfolg. Da macht das Engagement doch Sinn, wenn die Formel 1 ab 2012 in den Staaten am Start ist.

Dass dieser Sponsorvertrag auch mit einer gewissen Weitsicht abgeschossen wurde, macht das neue Motorenreglement deutlich, das ab 2014 gilt. Dann könnte „Infiniti“ auch auf dem Motor stehen.

Hintergrund: Für den neuen V6-Turbo könnte Nissan mit seiner Hybrid-Technologie als wichtiger Partner dienen. „Aus Sicht von Red Bull sind diese Aussichten entscheidend. Wir als Privatteam sind keine Spezialisten für Batterien oder KERS . Wir wollen uns auf das Design und den Bau eines Formel-1-Chassis fokussieren. Dass Nissan und Infiniti ihre Ressourcen mit einbringen können, ist natürlich fantastisch“, freut sich Teamchef Christian Horner auf die zukünftige technische Allianz.

Vettels siebter Streich

Die Partnerschaft mit Red Bull Racing und Sebastian Vettel als erster weltweiter Markenbotschafter soll für eine zusätzliche Schärfung des Markenprofils und für eine Steigerung der Bekanntheit der Marke Infiniti sorgen. Insbesondere an den Formel-1 Rennwochenenden, aber auch bei ausgewählten Veranstaltungen des Unternehmens wird Publikumsliebling Vettel offiziell als Markenbotschafter auftreten. So auch auf der IAA in Frankfurt , auf der Infiniti das erste Mal mit einem eigenen Messestand vertreten ist.

Über 300 km/h schnell

Neuheiten auf der IAA

So ist es kein Zufall, dass Vettel und Infiniti auf der IAA ihren großen Auftritt haben. Mit dem Infiniti FX trägt das erste Straßenauto das Vettel-Logo des amtierenden Formel-1-Weltmeisters, aber damit nicht genug: Dieser FX ist zudem die bislang leichteste und schnellste Variante des Infiniti Crossovers. Damit entspricht sie Vettels Vorstellungen eines 300 km/h schnellen Crossovers, „den er auf den Autobahnen seiner Heimat auch entsprechend ausfahren kann“, wie das Unternehmen mitteilt.

Die Vettel-Version des FX baut auf dem bereits in der Serienversion leistungsstarken FX50S mit 5,0-Liter V8-Benziner (390 PS) auf. Der Motor, das Fahrwerk und die Karosserie wurden überarbeitet, sowie die Aerodynamik mit Hilfe des Red Bull Racing Teams gezielt optimiert. Auch das Interieur wurde nach dem persönlichen Geschmack von Sebastian Vettel gestaltet.

Formel-1-Promis in Kerpen

Zunächst bleibt dieser FX ein Einzelstück, allerdings wäre eine exklusive Kleinserien für die europäischen und asiatischen Märkte durchaus denkbar.

Peter Hartmann

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