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Neuvorstellung: Ford Mondeo

13.09.2012 | 10:46 Uhr
Foto: /Ford Motor Company/Ford Motor Co

Ein im Rückspiegel auftauchender Ford Mondeo versetzt wohl nur die wenigsten Autofahrer in Angst und Schrecken.

Köln (dapd). Ein im Rückspiegel auftauchender Ford Mondeo versetzt wohl nur die wenigsten Autofahrer in Angst und Schrecken. Der Kölner ist das brave Kind aus gutem Hause, das nur selten von sich reden macht und hinter Klassenclown und Elite unbemerkt verschwindet. Mit dem Jahrgangswechsel wird das anders: Die Neuauflage des Mittelklassemodells, die im vierten Quartal 2013 hierzulande auf den Markt kommt, begehrt auf. Frech und selbstbewusst, ohne auf die nötige Etikette zu verzichten, hat sie das Potenzial zu Höherem.

Die von Vielfahrern wie Firmen bevorzugte Mittelklasse ist genauso hart umkämpft wie vielfältig. Wer zu zögerlich vorgeht, verliert da schnell den Anschluss. So auch Ford. Der Kölner Autohersteller liegt nicht nur hinter den Premiumherstellern Audi, BMW und Mercedes-Benz sowie dem in puncto Absatz unangefochtenen Streber Volkswagen zurück, sondern auch hinter Opel mit seinem Insignia. 15.346 Einheiten seines Flaggschiffs brachte der angeschlagene Autobauer aus Rüsselsheim von Januar bis August an den Mann. Der Ford Mondeo hat sich im gleichen Zeitraum 1.508-mal weniger verkauft. Höchste Zeit also, etwas zu unternehmen.

Selbstbewusstes Design und edler Innenraum

Die Lösung scheint so simpel wie genial. "Mehr Charakter, mehr Individualität" heißt die Zauberformel, die von den Verantwortlichen propagiert wird - und sie könnte aufgehen. Der neue Ford Mondeo punktet mit einem aufgeweckten, frischen Design. Der große, trapezförmige Kühlergrill und die langgezogenen, grimmig schauenden Scheinwerfer-Schlitze mit dem adaptiven LED-Licht versprühen die richtige Portion Aggressivität. Auch die nahezu parallel verlaufenden Sicken auf der Motorhaube und die betonten Radhäuser unterstützen den selbstbewussten Auftritt.

Die fünftürige Limousine offenbart in der Seitenansicht eine fast schon coupéförmige Dachlinie. Der cw-Luftwiderstandsbeiwert soll dadurch deutlich besser sein als beim Vorgänger. Sanft fällt die Heckscheibe ab, LED-Heckleuchten und eine markante Abschlusskante betonen das "Hinterteil". Der Kombi namens Turnier zeichnet sich dagegen durch eine große Heckklappe aus, die mittig eine kleine Wölbung hat. Auch wenn über das genaue Ladevolumen noch geschwiegen wird, sollte sich dahinter ordentlich Gepäck verstauen lassen.

Trotz der gefälligen Designneuerungen darf naturgemäß ein Aspekt nicht zu kurz kommen: der Komfort. Wer mehrere Zehntausend Kilometer pro Jahr mit seinem Auto fährt, will nicht auf aufgeschäumtes Hartplastik schauen und auf unbequemen Sitzen unterwegs sein. Das weiß Ford natürlich auch. Fahrer und Beifahrer nehmen je nach Ausstattungslinie auf gut konturierten Sitzen Platz. Hochglänzende Flächen wechseln sich im fahrerorientierten Cockpit mit Leder und anderen Materialien ab. Über das mit vielen Tasten ausgestattete Multifunktionslenkrad kann der Steuermann die meisten Anwendungen bedienen. Auch auf den Rücksitzen gibt es künftig Gurt-Airbags, die bei einem Unfall die Belastung auf den Brustkorb minimieren.

Dreizylinder und Hybridantrieb für den neuen Mondeo

Für den Vortrieb wird der Hersteller seine effizientesten Motoren bereitstellen. Neben 1,6-Liter und 2,0-Liter-Motoren kommt erstmals auch der 1,0 Liter große EcoBoost-Dreizylinder zum Einsatz. Der CO2-Ausstoß soll dadurch laut Hersteller auf 125 Gramm pro Kilometer sinken und den Mondeo in puncto Verbrauch zum Besten seiner Klasse machen. Außerdem wird er als erster Personenwagen von Ford in Europa auch mit einem Hybridmotor zu den Händlern rollen. Bis 100 Kilometer pro Stunde (km/h) lässt sich rein elektrisch beschleunigen, leichte Lithium-Ionen-Batterien dienen als Energiespeicher. Das Fahrzeug will zum Spritsparen animieren und prämiert eine ökologische Fahrweise virtuell im Cockpitdisplay, wie es andere Hersteller mit Blümchen und Blättern auch schon machen.

Der Fahrer wird ferner auf die Annehmlichkeiten elektronischer Helferlein nicht verzichten müssen. Spurhalte- und Toter-Winkel-Assistent, Müdigkeitswarner und Fernlichthelfer finden sich nun auf der ausgebauten Optionenliste.

Über die Preise wird bisher ebenso geschwiegen wie über die konkreten Absatzpläne. "Doch wir haben mit dem Ford Mondeo sowohl im gewerblichen als auch privaten Bereich eine echte Chance", sagte der Geschäftsführer Marketing und Vertrieb, Wolfgang Booms. Er erhofft sich, selbst den einen oder anderen Fahrer eines Premiumfahrzeugs vom neuen Mondeo zu überzeugen. Bleibt es bei einem Einstiegspreis von rund 24.000 Euro, dürfte das sicherlich gelingen. Doch das wird sich erst 2013 zeigen.

dapd

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