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Navis dürfen nicht vor Tempokontrollen warnen

26.01.2009 | 14:55 Uhr
Navis dürfen nicht vor Tempokontrollen warnen

München. Auf Navigationsgeräte, die vor mobilen oder fest installierten Geschwindigkeitsmessstellen oder Blitzampeln warnen, macht die schweizerische Polizei verstärkt Jagd. Ähnlich rigoros verfahren Ordnungshüter in Tschechien und Norwegen.

Auf Navigationsgeräte, die vor mobilen oder fest installierten Geschwindigkeitsmessstellen oder Blitzampeln warnen, macht die schweizerische Polizei verstärkt Jagd. «Mitglieder berichten uns immer wieder von gezielten Kontrollen im grenznahen Bereich», schildert ADAC-Jurist Michael Niessen die Erfahrungen des Autoclubs. Wer erwischt wird, zahlt.

Dabei spielt es keine Rolle, ob das Gerät in Betrieb ist oder nicht. Polizei und Zollbehörden stellen solche Geräte sicher, erstatten gegen den Besitzer Anzeige. Niessen erläutert: «Der muss mit einer hohen Geld- oder sogar mit einer Freiheitsstrafe rechnen.» Feste Regelsätze gebe es nicht, die Geldbuße orientiere sich am Einkommen. Zudem würden die Geräte eingezogen und vernichtet. Auch Gerätekombinationen wie Handys und Notebooks, die solche Warnfunktionen enthalten, sind in der Alpenrepublik unzulässig und somit illegal.

Navi-Einstellungen vor Einreise überprüfen

ADAC-Jurist Niessen empfiehlt den Autofahrern vor einer Reise in die Schweiz, Navis oder vergleichbare Geräte so einzustellen, dass sie nicht über die illegalen Warnfunktionen verfügen können. Ist dies nicht möglich, darf ein solches Gerät nicht mitgenommen werden. Ähnlich rigoros verfahren Ordnungshüter in Tschechien und Norwegen. In den Nachbarländern Frankreich, Belgien und den Niederlanden werde bislang keine Navi-Fahndung betrieben, sagt Niessen.

Allerdings, auch in Deutschland sind Navis mit Radarwarnfunktion verboten. Wer sie trotzdem benutzt, riskiert eine Geldbuße von mindestens 75 Euro und einen Eintrag von vier Punkten ins Flensburger Verkehrszentralregister. Ebenfalls kann die Polizei die Geräte beschlagnahmen und vernichten. Legal ist es allerdings, sich auf speziellen Web-Seiten über Kontrollen zu informieren. Der Hamburger Website-Betreiber radarfalle.de offeriert beispielsweise eine Datenbank für ganz Europa und hat derzeit mehr als 22 300 Blitzer im Download, «80 Prozent davon vor Ort überprüft», schildert Geschäftsführer Matthias Eifrig den Informationsstand und «täglich kommen neue hinzu, geliefert von unseren Mitgliedern». Also heißt es, Fahrtroute aussuchen, den Fallenkatalog ausdrucken.

Auch das Mitführen ist nicht erlaubt

Das wäre sozusagen online viel praktischer, aber der Kornwestheimer Rechtsanwalt Michael Winter zeigt die Grenzen des Erlaubten: «Laut Straßenverkehrsordnung - Paragraf 23/1 b StVO - ist es untersagt, im Auto ein technisches Gerät zu betreiben oder betriebsbereit mitzuführen, das dafür bestimmt ist, Verkehrsüberwachungsmaßnahmen anzuzeigen oder zu stören.» Dabei habe der Gesetzgeber den Begriff sehr weit ausgelegt, weiß ADAC-Verkehrsjurist Marcus Schäpe. Und so werden von dieser Formulierung nicht nur die gängigen Radarwarnapparate oder Laserstörgeräte erfasst, sondern beispielsweise auch eben Navigationssoftware, die in einem Untermenü die Möglichkeit anbietet, stationäre Geschwindigkeitsmessanlagen örtlich anzuzeigen und schon mehrere 100 Meter vor diesem Messpunkt zu warnen.

Neben dem tatsächlichem Betreiben wird sogar das betriebsbereite Mitführen untersagt. «Hierdurch wird Polizei oder kommunalen Tempofahndern die Beweisführung dafür abgenommen, dass eines der genannten Geräte tatsächlich betrieben wurde», erläutert Rechtsanwalt Michael Winter den juristischen Hintergrund. Ob diese Navigationshilfe der besonderen Art tatsächlich in Deutschland verboten ist, darüber streiten sich allerdings Fachleute. Manche Juristen meinen, nur wenn das Gerät primär der Warnung vor Kontrollen diene, sei es verboten.

Soweit die rechtliche Theorie. In der täglichen Praxis wächst das Angebot an Navigationsgeräte, die - zumeist im Untermenü «Point of Interest» (POI) - mit einer Ankündigungsfunktion ausgestattet sind, oder aber es finden sich entsprechende Nachrüstprogramme im Web. Wie auch immer, polizeiliche Kontrollen sind dem ADAC zumindest noch nicht bekannt. Wie sollte man sich eine solche auch vorstellen? «Jedes Navi ist anders und da müsste ein Polizeibeamter dann lange suchen, bis er das entsprechende Untermenü finden würde», mutmaßt ADAC-Jurist Niessen. Dem scheint so zu sein, denn «in der Praxis hat sich nach unserem Wissen noch kein Gericht mit dem Problem beschäftigt», resümiert Niessen. (ddp)

DerWesten

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Kommentare
13.03.2010
11:23
Navis dürfen nicht vor Tempokontrollen warnen
von Beekes | #15

75 Euro und vier Punkte, das klingt mehr nach Rache als nach Kontrolle!
Mein Navi warnt auch,basta, vor stationären Kontrollen und bekannten Messstellen einschl. Abstandskontrollen. Ehrlich, gerade im Ruhrpott kann es sehr nervig werden. Da Fallen und Abzocke selbst für normale Autofahrer immer perfekter werden ist es eine reine Notwehrmaßnahme!

20.05.2009
01:06
Navis dürfen nicht vor Tempokontrollen warnen
von franz62 | #14

dann müssen die Navi-Hersteller eben das Symbol/Hinweis Radar ersetzen durch Achtung gefährliche Stelle und schon ist das Problem gelöst. Kann ja wohl niemand was dagegen haben, vor Unfallschwerpunkten zu warnen. Und nur da wird ja angeblich geblitzt, also passt das ja.

Aber die Verlockung könnte groß sein, vorher auch noch daran zu verdienen. Dann müssen sich alle ein neues Navi kaufen und wir haben wieder ein Konjunkturpaket. Und mein Freund und gleich helf ich Dir, ist nochmehr überlastet (Waffengesetzverschärfung z.B auch abgelehnt wg.Personalmangel), da er ja Schulungen für alle Navis machen muss. Aber das hätte natürlich Prio 1.

19.05.2009
13:34
Navis dürfen nicht vor Tempokontrollen warnen
von Hauro | #13

In Großbritannien werden Speed cameras deutlich angekündigt. Weil man den Effekt erzielen möchte, dass die Autofahrer vom Gas gehen. In Deutschland wird versteckt und getarnt und heimlich aus dem Hinterhalt geblitzt. Weil man an das Geld will. Denn in dem Moment, wo es blitzt, ist das Auto ja zu schnell, und damit offensichtlich eine vergrößerte Gefahr. D.h., mit dem Blitzen an sich wird die Gefahr nicht geringer, da die Gefahr nicht erkannt wird. Nur mit dem Hinweis auf den Blitzer kann erreicht werden, dass auf der Gefahrenstrecke langsamer gefahren wird.

19.05.2009
13:05
Navis dürfen nicht vor Tempokontrollen warnen
von MartinSteffen | #12

@#3 von abgebrannte, am 26.01.2009 um 16:43
Ich bin der Meinung , daß diese Art der Kippenentsorgung mit mindestens 2 Punkten im Verkehrszentralregister geahndet werden sollte , da eine Gefährdung von diesem Tun ausgeht !

19.05.2009
11:47
Navis dürfen nicht vor Tempokontrollen warnen
von paule Panser | #11

Bei uns in der Straße wird vor einem Kindergarten geblitz, aber erst dann wenn die Kinder bereits zu Hause sind.
Abzocke ist hier angesagt.
Um 16.30 erwischt man halt mehr als zwischen 12.00 und 14.00 , wenn die Kinder abgeholt werden.

19.05.2009
08:39
Blockierter Kommentar.
von Waldo187 | #10

Dieser Kommentar wurde von einem Moderator blockiert.

28.01.2009
14:46
Navis dürfen nicht vor Tempokontrollen warnen
von Christian123456 | #9

@ Rüdiger:
Da Sie das Autofahren offensichtlich überfordert, geben Sie Ihren Lappen bitte ab. Sie haben Ihre eigene Unfähigkeit gerade eingestanden.
@random:
Ihre Argumentation ist bescheuert. Geschwindigkeitsschilder warnen nicht vor einem Tempolimit oder einer Kontrolle. *kopfschüttel*

26.01.2009
23:59
Navis dürfen nicht vor Tempokontrollen warnen
von random | #8

Ist eh nur Abzocke.

Demnächst werden auch die
Geschwindigkeitsschilder entfernt, weil die warnen ja auch.

So eine völlig bescheuerte Argumentation.

26.01.2009
21:54
Navis dürfen nicht vor Tempokontrollen warnen
von Mistbiene | #7

....und im Radio wird auch vor den unfreiwilligen Fotos gewarnt.Werden die Moderatoren jetzt auch auf dem höchsten Baum aufgeknüpft?!

26.01.2009
21:37
Navis dürfen nicht vor Tempokontrollen warnen
von der_Geschwindigkeitseinhalter | #6

eigentlich sollen Geschwindigkeitskontrollen an unfallgefährdeten Stellen aufgebaut sein - wenn ich also vorher durch mein NAVI einen Hinweis auf solche Stellen bekomme, kann ich noch bewußter auf die aktuelle Geschwindigkeit achten - also ein Beitrag zur Verkehrssicherheit.

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