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Markenpolitik

Mit Infiniti will Renault-Nissan in die Luxussparte

30.09.2009 | 15:32 Uhr
Mit Infiniti will Renault-Nissan in die Luxussparte

Hamburg. Frei nach Frank Sinatra gilt für Automobilmarken in Deutschland: Wer es hier schafft, der schafft es überall. Einige Male hat bereits der deutsche Markt eine Marke geschafft. Jetzt versucht der Renault-Nissan-Konzern, seine Luxussparte Infiniti zu etablieren.

Infiniti ist das Pendant von Nissan zur Toyotas Premiumableger Lexus. Beide Marken wurden 1989 gegründet und sind in den USA mit ihrer hohen japanischen Qualität außerordentlich erfolgreich. Toyota brachte den ersten Lexus schon 1990 nach Deutschland und hat sich unter finanziellen Schmerzen über lange Jahre der Bedeutungslosigkeit ein paar Krümel vom Tisch der dominierenden großen Drei Audi, BMW und Daimler ergattert. (Foto: obs/Infiniti)

Gelungene Imagepflege mit Lexus

Im besten Jahr 2006 wurden über 5000 Lexus in Deutschland verkauft. Im vergangenen Jahr waren es 3700 handgezählte Neuzulassungen, davon mehr als die Hälfte fortschrittliche Hybridfahrzeuge. Zu Toyotas Imagewandel von der grauen Maus zum Technologieunternehmen hat Lexus in Europa zweifellos beigetragen, zum wirtschaftlichen Gewinn weniger.

Wofür sich Toyota zwei Jahrzehnte Zeit gelassen hat, das soll Infiniti in Zeitraffer erledigen. Die Stückzahlen von Lexus in Deutschland will Infiniti mit fünf Modellen bereits 2013 an den selbstständigen Mann oder die selbstbewusste Frau gebracht werden, die sich zu Premiumpreisen von 40.000 bis 72.000 Euro bewusst von Mercedes & Co. Absetzen wollen. Aus dem ersten Händler in Hamburg sollen bis 2011 in Deutschland zehn werden, gleich drei davon im Westen: in Essen, Düsseldorf und Köln.  In der schweizer Unternehmenszentrale hofft man, dass sich 2013 westeuropaweit ein Jahresabsatz von rund 20.000 der in Japan gebauten "Nissinitis" erreichen lässt.

Renault bleibt in der Mittelklasse stecken

Konzern-Boss Carlos Ghosn braucht eine Luxusmarke für die Wohlhabenden in der EU und die Neureichen in Osteuropa, nachdem seine Hausmarke Renault beim versuchten Aufstieg schon in der oberen Mittelklasse kein Rad an den Boden gebracht hat und Milliarden versenkte. Dagegen ist das zwar mehrere hundert Millionen Euro teure Infiniti-Engagement ein vergleichsweise günstiges strategisches Investment.

Das Dienstwagen- und Flottengeschäft wird der weitegehend unbekannten No-Name-Marke Infiniti verschlossen bleiben. Aber auch bei Mini-Stückzahlen werden die Edel-Nissans am Leben gehalten werden, so will es Ghosn. Das war anderen Neu-Marken auf dem hart umkämpften deutschen Markt nicht vergönnt.

Proton aus Malaysia suchte nur sechs Jahre lang Kunden bis 2001. SsangYong aus Korea landete nach schwachem Start erst komplett beim Automobilhändler Kroyman und verschwand dann mit dessen Pleite, um jetzt angeblich wiederzukommen. Isuzu aus Japan kam, ging, kam und ging wieder.

Die erfolgreichste Markeneinführung in Deutschland war die der japanischen Autobauer Anfang der Siebziger Jahre. Aus dem Nichts heraus haben sich Honda und die Nachfahrenden einen Marktanteil von über zehn Prozent erkämpft. Strebten sie nach höheren Preisen, scheiterten sie, so etwa zu Beginn der Neunziger Jahre mit dem Versuch, potente High-Tech-Sportwagen unters deutsche Volk zu bringen.

Gerd Heidecke

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Kommentare
01.10.2009
12:58
Mit Infiniti will Renault-Nissan in die Luxussparte
von holmark | #9

Immer wieder toll zu lesen, dass alle Autobauer gern premium sein wollen. Die Masse der Kunden hat aber kein premium Konto...

01.10.2009
11:12
Mit Infiniti will Renault-Nissan in die Luxussparte
von bernieabg | #8

Das wird nichts. Der deutsche Markt für die Oberklasse ist gesättigt, das merkt gerade Toyota, die mit Lexus trotz guter Technik nur ein unrentables Nischendasein führen.

01.10.2009
08:18
Mit Infiniti will Renault-Nissan in die Luxussparte
von Christian123456 | #7

@ Pete2009:
Der Unterschied zu VW besteht darin, dass Renault-Nissan eine neue Marke etablieren will - wie in den USA, wie der Konkurrent Toyota. Im Gegensatz zu VW haben es beide geschafft - auf ihren wichtigsten Absatzmärkten.

01.10.2009
08:17
Mit Infiniti will Renault-Nissan in die Luxussparte
von nie88 | #6

Ja wir haben verstanden das die Autoindustrie nichts verstanden hat

01.10.2009
08:03
Mit Infiniti will Renault-Nissan in die Luxussparte
von Lexus ist Luxus | #5

Altbackene Fahrzeuge mit Technik von gestern. So wird das nichts, Nissan.

30.09.2009
21:36
Mit Infiniti will Renault-Nissan in die Luxussparte
von AmericanV8 | #4

......und nicht nur in den USA.

30.09.2009
21:06
Mit Infiniti will Renault-Nissan in die Luxussparte
von opirus | #3

Infiniti Fahrzeuge gehen in den USA sehr ordentlich über die Ladentheke. Seit langer Zeit...die rosarote Markenbrille sitzt bei den Amerikanern wesentlich lockerer als hierzulande.

30.09.2009
19:53
Mit Infiniti will Renault-Nissan in die Luxussparte
von nipponfan1 | #2

Infiniti: Tolle Autos mit starker Motorisierung. Aber ob das noch in den heutigen Zeitgeist passt?

Nach mehrfacher Terminverschiebung gibt es ja nun endlich ein Center in Hamburg. Weitere sollen 2010 und 2011 entstehen. Aber was nutzt mir der schönste Wagen, wenn die nächste Werkstatt über 50 km entfernt ist?

Ich glaube, dass es ohne Einbindung der vorhandenen, größeren Nissanhändler eine Totgeburt wird.

30.09.2009
18:13
Mit Infiniti will Renault-Nissan in die Luxussparte
von Pete2009 | #1

Immer wieder wird es versucht und immer wieder geht es in die Hose. Nicht mal VW hat es mit dem Phaeton geschafft in diese Bereiche vorzudringen.

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