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Mit dem rollenden Feriendomizil unterwegs

25.09.2012 | 09:21 Uhr
Foto: /dapd/Oliver Lang

Kaum eine andere Urlaubsart bietet wohl so viel Freiheit, Flexibilität und Unabhängigkeit wie Ferien mit einem Wohnmobil oder einem Caravan. "Kurzurlaube wie etwa die bevorstehenden Herbstferien sind hervorragende Möglichkeiten, um das einmal auszuprobieren", schildert der Chefredakteur des Fachmagazins "Caravaning", Ingo Wagner, seine Erfahrungen.

Stuttgart (dapd). Kaum eine andere Urlaubsart bietet wohl so viel Freiheit, Flexibilität und Unabhängigkeit wie Ferien mit einem Wohnmobil oder einem Caravan. "Kurzurlaube wie etwa die bevorstehenden Herbstferien sind hervorragende Möglichkeiten, um das einmal auszuprobieren", schildert der Chefredakteur des Fachmagazins "Caravaning", Ingo Wagner, seine Erfahrungen. Nach den Sommerferien seien die Mietpreise oft schon niedriger als in der Hauptsaison.

Gleichzeitig steige die Chance, dass der Vermieter eine große Auswahl an Fahrzeugen habe. "Das wiederum hat den Vorteil, dass die Mieter sich ihr Wunschmobil oder ihren Wunsch-Caravan aussuchen können", sagt Wagner. "Doch man sollte das Ganze nicht spontan starten", warnt er zugleich. "Denn vom Beladen bis zum Fahren gibt es einiges zu beachten."

Ein Wohnmobil beispielsweise entspreche im Fahrverhalten mehr einem Klein-Lkw als einem Pkw, sagt Martin Altepost von TÜV Süd: "Der Schwerpunkt ist höher. Daher kann das Fahrzeug leichter kippen, durch die größere Angriffsfläche ist es windanfälliger und kann bei Sturm um einige Meter versetzt werden, oder es beginnt zu pendeln."

Auch mit einem Wohnwagen am Haken fährt es sich anders als mit dem vertrauten Pkw. Deshalb empfiehlt Roland Frisch, Pkw-Chefinstruktor des österreichischen Autoclubs ÖAMTC, "Fahrtechnik, also Kurvenfahren, Bergab- und Bergauffahren oder Rangieren, mit Gespann zuvor üben. Wenn etwa der Anhänger zu pendeln beginnt, muss die richtige Reaktion automatisch ablaufen", sagt der Experte.

Längere Beschleunigungsphasen und längere Bremswege

Das Gewicht eines beladenen Wohnmobils oder eines Anhängers macht sich ebenfalls bemerkbar. "Daher sollte man genügend Abstand halten, und zwar mindestens zwei Sekunden oder den halben Tachowert", empfiehlt Frisch. Überholmanöver sollten aufgrund der schlechteren Beschleunigung gut abgewogen werden.

Vor dem Start steht das Kapitel sichere Beladung an. Schweres Gepäck wird unten und in Achsnähe oder zwischen den Achsen transportiert. Denn "die richtige Verteilung und Sicherung des Gepäcks ist entscheidend für die Stabilität des Gefährts", erläutert der ÖAMTC-Experte.

Gründliche Einweisung für eine problemlose Fahrt

Ebenfalls zu den Startvorbereitungen sollte eine gründliche Einweisung durch den Vermieter gehören. Technische Besonderheiten wie der sichere Umgang mit der Gasanlage oder das Entleeren der Kassettentoilette sind gerade für Neulinge wichtig zu erfahren. Bei einem Rundgang um das rollende Feriendomizil sollten alle Vorschäden protokolliert werden.

Doch noch bevor man zu einem Vermieter aufbricht, sollte man die eigene Fahrerlaubnis prüfen. "Personen, die einen Führerschein Klasse 3 vor 1999 erworben haben, dürfen nahezu jeden Caravan ziehen beziehungsweise jedes Reisemobil lenken", erläutert der auf Verkehrsrecht spezialisierte Rechtsanwalt Michael Winter die rechtlichen Voraussetzungen für eine Reise mit Camper oder Caravan. Wohnmobile mit bis zu 7,5 Tonnen und Anhängerkombinationen von bis zu 18,75 Tonnen seien für sie kein Problem.

"Doch Vorsicht, eine Berechtigung ersetzt nicht die Praxis", warnt Winter. "Anders sieht es bei allen aus, die einen Führerschein der Klasse B nach 1999 gemacht haben." Hier gebe es eine Beschränkung der Gesamtmasse auf 3,5 Tonnen. Zahlreiche komfortable und großzügig ausgestattete Reisemobile dürften jedoch bereits mit einem Führerschein der Klasse B gefahren werden.

dapd

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