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Blitzmarathon

Mehr als 24.000 Raser beim Blitzmarathon erwischt

25.10.2012 | 16:13 Uhr
An mehr als 3300 Stellen im Land nahm die Polizei am Mittwoch Raser ins Revier. 700.000 Autofahrer wurden kontrolliert, 24.000 von ihnen waren zu schnell unterwegs.Foto: Stephan Eickershoff/WAZ FotoPool

Düsseldorf.  24.000 erwischte Raser, davon 23 unter Alkoholeinfluss, und fast 280 Autofahrer, die ihren Führerschein zumindest vorübergehend abgeben müssen - das ist die Bilanz des dritten Blitzmarathons in NRW. Leichtsinniger Spitzenreiter: ein Mann in Düsseldorf, der 116 Stundenkilometer zu schnell fuhr.

Über 24.000 Autofahrer sind beim Blitzmarathon in Nordrhein-Westfalen mit überhöhter Geschwindigkeit erwischt worden. Dies entspreche drei Prozent aller gemessenen Fahrzeuge, teilte Innenminister Ralf Jäger (SPD) am Donnerstag in Düsseldorf mit. An anderen Tagen seien durchschnittlich acht Prozent der kontrollierten Verkehrsteilnehmer zu schnell.

7000 Polizisten hatten von 6 Uhr am Mittwochmorgen bis 6 Uhr am Donnerstagmorgen an 3335 Messstellen im Land den Verkehr kontrolliert. Jäger zog eine positive Bilanz aus dem 24-stündigen Blitzmarathon, der am Donnerstagmorgen endete: "Die allermeisten Autofahrer sind verantwortungsbewusst gefahren und haben sich an die Geschwindigkeitsregeln gehalten."

278 Fahrer bekommen ein Fahrverbot

Dennoch hätten 278 Fahrer ein Fahrverbot erhalten, 23 Fahrer seien alkoholisiert gewesen oder hätten unter Drogeneinfluss gestanden. Polizisten in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und den Niederlanden hatten zum ersten Mal länderübergreifend Jagd auf Raser gemacht.

Video
Beim dritten 24-Stunden-Blitzmarathon wurde auch in Essen-Rüttenscheid die Geschwindigkeit der Autofahrer gemessen. Wir haben mit durchs Blitzgerät geschaut. Die Polizei zieht eine erste Bilanz der Aktion.

Auch der niedersächsische Innenminister Uwe Schünemann (CDU) bezeichnete den Blitzmarathon als Erfolg und lobte die "hohe Akzeptanz in der Bevölkerung".

Mit Tempo 138 statt 50 in der Stadt unterwegs

Dennoch gab es einige Unbelehrbare, die trotz offensiver Ankündigung der Kontrollaktion viel zu schnell unterwegs waren. In NRW wurde der schlimmste Raser auf einer Autobahn im Raum Düsseldorf ertappt. Statt der erlaubten 60 fuhr er Tempo 176. Als Strafe erwarten ihn nun 680 Euro Bußgeld, drei Monate Fahrverbot und vier Punkte in der Flensburger Verkehrssünderkartei.

Eine hohe Strafe ist auch bei einem Autofahrer fällig, der bei Euskirchen auf einer Landstraße mit Tempo 160 geblitzt wurde - erlaubt waren an dieser Stelle 70 Stundenkilometer. In Gelsenkirchen fuhr ein Autofahrer in der Stadt 138 statt der zulässigen 50 Stundenkilometer. Manch einer der ertappten Raser war nicht um Ausreden verlegen. Sein Auto sei "so gut gerollt", argumentierte etwa ein Mann in Herne.

In Niedersachsen wurden an rund 350 Messstellen fast 120.000 Fahrzeuge überprüft. Dabei stellten die Behörden knapp 3000 Verstöße fest, die nun mit Verwarngeldern geahndet werden. Weitere 895 Temposünder müssen Bußgelder bezahlen. Im Raum Braunschweig war ein 19-jähriger Fahranfänger in einer geschlossenen Ortschaft 66 Stundenkilometer zu schnell - außerdem hatte er Alkohol getrunken. Auf einer Bundesstraße zwischen Gronau und Elze blitzen die Beamten einen Pkw-Fahrer mit Tempo 173 - erlaubt waren dort lediglich 100 Stundenkilometer. (dapd/afp)

Kommentare
29.10.2012
20:32
Mehr als 24.000 Raser beim Blitzmarathon erwischt
von meinemeinungdazu | #16

Bei der heutigen Verkehrsdichte sind die Kontrollen absolut richtig. Die Anwohner werden sowieso zuwenig geschützt. Wer nimmt Rücksicht darauf?

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Mehr als 24.000 Raser beim Blitzmarathon erwischt
Mehr als 24.000 Raser beim Blitzmarathon erwischt
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http://www.derwesten.de/auto/mehr-als-24-000-raser-beim-blitzmarathon-erwischt-id7228708.html
2012-10-25 16:13
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