Kuss im Auto führt zu Verantwortung für schweren Unfall

Verunglückt ein Auto, weil der Fahrer die Beifahrerin küsst, trägt derjenige, der hinterm Steuer saß, die Verantwortung.
Verunglückt ein Auto, weil der Fahrer die Beifahrerin küsst, trägt derjenige, der hinterm Steuer saß, die Verantwortung.
Foto: Getty
Was wir bereits wissen
Baut ein Autofahrer einen Unfall, weil er die Beifahrerin küsst, trägt er allein die Verantwortung für die eventuellen Unfallfolgen. Das haben Richter des Saarbrücker Landgerichts entschieden.

Saarbrücken.. Küsst ein Autofahrer während der Autofahrt die Beifahrerin, trägt er für die eventuellen Unfallfolgen die alleinige Schuld. Selbst dann, wenn das Unfallopfer im geschädigten Fahrzeug nicht angeschnallt war. Dies haben Richter am Landgericht Saarbrücken entschieden (Az.: 5 O 17/11).

Sie verhandelten den Fall eines Golf-Fahrers, der beim Küssen mit Tempo 70 auf die Gegenfahrbahn steuerte. Nach dem Frontalzusammenstoß mit einem Fahrzeug wurde die schwangere Fahrerin schwer verletzt, nach der Geburt ihres Kindes starb sie. In der Unfallanalyse stellten Gutachter fest, dass der Golf-Fahrer schon zuvor an einer Ampel die Beifahrerin küsste und dabei fast einen Unfall verursachte.

Nach Ansicht der Richter wiegt sein gesamtes Verhalten so schwer, dass eine Mitschuld der nicht angeschnallten Schwangeren 'vollständig in den Hintergrund gerät'. Jetzt muss der Golf-Fahrer rund 1.200 Euro Unterhalt monatlich für das Kind zahlen. (mid)