Kaputte Straßen - Autofahrern drohen wieder chaotische Zustände
24.11.2011 | 13:16 Uhr 2011-11-24T13:16:47+0100
Essen. Viele Straßen in NRW sind nach dem letzten harten Winter nur notdürftig geflickt worden. Und der nächste Winter steht vor der Tür. Sowohl dem Land als auch den Kommunen fehlt das Geld. Ein CDU-Landespolitiker fordert deshalb die Einführung einer Pkw-Maut.
Kaputte Straßen übersät mit Schlaglöchern: Den meisten Autofahrern dürfte der letzte Winter noch in wacher Erinnerung sein. Doch es droht, noch schlimmer zu werden.
„Viele Straßen in NRW wurden nur notdürftig repariert“, bestätigt Jacqueline Grünewald vom ADAC in NRW. „Sobald die Temperaturen wieder in den Keller gehen, werden die geflickten Stellen aufbrechen.“ Die Autofahrer müssten sich erneut auf chaotische Straßenverhältnisse einstellen, so der ADAC.
Der Automobilclub kritisiert, dass NRW seit Jahren eine Welle an Investitionen vor sich herschiebt. „Der Aufwand, die Straßen zu sanieren, wird somit immer größer“, meint Grünewald.
Wie groß der Sanierungsstau auf NRWs Straßen aktuell ist, lässt die Landesregierung gerade für ihre eigenen Straßen untersuchen. 2004 betrug der Nachholbedarf allein auf den 11.000 Kilometern Landesstraßen 322 Millionen Euro. Vier Jahre später war er schon auf 510 Millionen Euro angewachsen. Diesem Gutachten zufolge, war jede zweite Landesstraße bereits 2008 in einem schlechten bzw. sehr schlechten Zustand.
Städte arbeiten noch an den Schäden vom letzten Winter
Auch wenn aktuellere Zahlen erst nächstes Jahr vorliegen, ist schon jetzt klar: Seit der letzten Untersuchung 2008 hat sich der Zustand der Straßen in NRW weiter dramatisch verschlechtert. Schuld waren zum einen die beiden harten Winter 2009 und 2010/2011 und zum anderen fehlendes Geld für den Straßenbau.
Um die Landesstraßen auf dem Stand von 2008 zu halten, müsste die Landesregierung jedes Jahr 153 Millionen Euro investieren, so ein Gutachten. Tatsächlich investierte das Land zwischen 2008 und 2011 insgesamt rund 330 Millionen Euro – also pro Jahr im Schnitt 82,5 Millionen.
Nicht besser ist die Situation auf den städtischen Straßen. Kurz vor Einbruch des nächsten Winters arbeiten die Städte noch an den Schäden des vergangenen Winters. „Wir sind immer noch dran“, sagt Essens Stadtsprecher Detlef Feige.
Land und Städten fehlt das Geld für den Straßenbau. Woher soll es kommen?
Die meisten Straßen konnten jedoch nur notdürftig repariert werden. Täglich sind auf Essens Straßen zwei Flickkolonnen unterwegs. Pro Tag stopfen sie etwa 150 Löcher mit Kaltasphalt. Dabei nimmt die Stadt in Kauf, dass die Flickschusterei mit Kaltasphalt nur wenige Wochen hält. „Da, wo wir heute arbeiten, werden wir in ein paar Wochen wieder ran müssen“, sagt Feige. 8,6 Millionen Euro hat die Stadt Essen dieses Jahr in ihrem Haushalt für den Straßenbau vorgesehen, etwa zwei Millionen mehr als 2010. Wie viel Geld sie bräuchte, um alle Straßen in Ordnung zu bringen, lässt sie gerade untersuchen.
Nothaushalte verhindern Investitionen in den Straßenbau
Die Stadt Hagen würde etwa das Doppelte pro Jahr an Geld brauchen, um bei der Beseitigung der Straßenschäden hinterherzukommen, schätzt Matthias Hegerding von den Hagener Wirtschaftsbetrieben. Doch die Stadt, die einen Nothaushalt hat, kann sich das nicht leisten. Vor allem viele Neben- und Wohnstraßen seien seit Jahrzehnten in einem schlechten Zustand, konnten immer wieder nur notdürftig repariert werden.
In einem ähnlichen Dilemma wie Hagen steckt auch Hattingen. Die Kommune hat keinen genehmigten Haushalt. „Wir können daher nur das Nötigste machen“, sagt Stadtsprecher Thomas Griesohn-Pflieger. Auch wenn viele kommunale Straßen in Hattingen sanierungsbedüftig sind, am meisten rege die Bürger jedoch der Zustand der Landesstraßen auf, über die meist der größte Verkehr läuft. „Der Zustand einiger dieser Straßen ist verkehrsgefährdend“, meint Griesohn-Pflieger. Auf solchen Strecken in Hattingen musste deshalb schon die Geschwindigkeit herabgesetzt werden. Der Stadt seien die Hände gebunden. Griesohn-Pflieger: „Es wird jedes Jahr schlimmer.“
CDU-Politiker spricht sich für Pkw-Maut aus
Auch der Deutsche Asphaltverband bestätigt: Auf den deutschen Straßen hat sich 2011 nicht viel getan. Die Produktion der Asphalthersteller steigt 2011 voraussichtlich nur um zwei bis fünf Prozent. „Vieles davon waren jedoch Überhangaufträge aus 2010 wegen des frühen Winters“, so ein Sprecher. 2010 war die Asphaltproduktion um 20 Prozent auf 45 Millionen Tonnen eingebrochen, das war der niedrigste Wert seit der Wiedervereinigung. 2011 wird damit ein ähnlich schlechtes Jahr.
Die rot-grüne Landesregierung betont zwar, dass sie den Schwerpunkt auf den Erhalt des Straßennetzes legt. Die Opposition im Landtag zweifelt jedoch: „Die Mittel, die im Haushalt vorgesehen sind, werden nicht reichen“, sagte Olaf Lehne von der CDU und Mitglied im Verkehrsausschuss, - „egal, wie viel wir in den Haushalt einstellen.“ Lehne sprach sich deshalb für eine Pkw-Maut mit Vignette aus. Allerdings unter der Voraussetzung, dass gleichzeitig den Autobesitzern die Kfz-Steuer erlassen wird und die eingenommenen Maut-Mittel ausschließlich in den Straßenbau fließen.
05:38
In Frankreich und anderen Ländern wird seit Jahren! schon Nano und langlebige asphaltsorten verwendet. Kein Wunder das die Flickkollonen kaum Hinterherkommen wenn deren Flickereri nur 6 Wochen hält. Da nützt mehr Geld auch nicht viel wenn am Material gespaart wird. Aber das ist Deutsch-Politische-Logik : Lieber 10 mal schlampig als einmal grüdlich gemacht.
Zudem gibts genung Statistiken das nur 1/3 der KFZ Steuern in den Straßenerhalt fließen!! Würde man die ganze Summe endlich mal zweckgebunden verwenden gäbs keinerlei Probleme mit der Finanzierung. Aber nein, Lieber den Pendler der auf sein Auto angewiesen ist, um zur Arbeit zu kommen noch mehr Geld aus der Tasche ziehen, weil der Staat nicht schon genung an der Zapfsäule kassiert...
22:45
seit einem Jahr gibt es Nanoasphalt, der weitaus resistenter gegen Kälte und Wassereinbrüche ist.
-http://www.welt.de/wissenschaft/article7662475/Asphalt-mit-weniger-Schlagloch-Gefahr-erfunden.html
PKW-Maut? sollen wieder alle für Planungsfehler einzelner zahlen ?
Der ADAC hat ausgerechnet, das von 60-80 Milliarden € Einnahmen im Jahr, die dem Straßenverkehr zuzurechnen sind, nur ein Bruchteil für den Erhalt des Straßennetzes reinvestiert wird.
Warum wird nicht einmal richtig Geld locker gemacht und ein Straßenzustand geschaffen, der auf Dauer kostengünstiger ist ?
20:38
Recht hast DU!
"Es kann nicht angehen, das wir H4ler fürs Nichtstun unterstützen und dann auch noch ukrainische Bauarbeiter bezahlen."
Nichts anderes steckt hinter dem ewigen Geschrei des angeblichen Fachkräftemangel und der Ruf nach ausländischen "Fachkräften".
Und was ich immer wieder festellen muss:
Wenn Politker als Sklaven der Lobbyisten und die Lobbyisten selbst nach ausländischen Fachkräften schreien, hinterfragt kein Einziger, aber wirklich kein Einziger, aus den Medien wie Zeitung, Rundfunk oder Fernsehen ob da überhaupt was dran ist.
Schreien die o.g. übernehmen sie alle, aber wirklich alle es, als wäre es eine Tatsache, wie in Stein gemeißelt. Die ganze Sache dient nur dem Lohndumping und damit der Profit-Maximierung!
Die jetzt geplante leichtere Anerkennung von Qualifikationen ist z.B. ein Schlag ins Gesicht eines hier studierten Diplom Ingenieurs. Was sich in anderen Ländern Ing. oder Professor nennt, hat mit den Bezeichnungen in unserem Land nicht im Geringsten etwas zu tun.
20:13
das es keine Arbeitsplätze für Geringqualifizierte gibt. Und da wo wir solche Arbeitsplätze haben dürfen diese Menschen nicht arbeiten, weil nur mit dem EInsatz osteuropäuischer Arbeitssklaven genug für die Konzernherren der Strassenbaufirmen übrig bleibt.
Wir müssen im Vergaberecht dahin kommen, das der Einsatz unterhaltsberechtigter Menschen genau als das interpretiert wird was er ist, eine Kostensenkung für den Steuerzahler. Es kann nicht angehen, das wir H4ler fürs Nichtstun unterstützen und dann auch noch ukrainische Bauarbeiter bezahlen.
19:00
Politiker kennen nur die Gier nach mehr Steuern und Abgaben. Dass man auch viele Milliarden Euro unnütz verschleudert, wollen sie nicht sehen. Ohne die Kriegskosten in Afghanistan wären in unserem Land von diesem Geld alle Straßen auf dem neuesten Stand. Deutschland muss endlich wieder mehr auf sich selbst schauen. Wir können nicht die ganze Welt mit Geld bedienen. Wo sind die Politiker, die das umsetzen? Meine Stimme bekämen sie sofort.
18:28
Steuern sind nicht zweckgebunden. Oder hat der Raucher einen Anspruch darauf, dass die Tabaksteuer nur für die Erhaltung der Tabakplantagen eingesetzt wird?
Welche Tabakplantage in Deutschland, wird denn mit Steurgeldern unterstützt?
Wenn man keine Ahnung hat....
Sie haben meinen Kommentar nicht wirklich verstanden, oder?
Aber erst mal rumpöbeln.
Also noch mal im Klartext:
Ich habe lediglich darauf hingewiesen, dass Steuern nicht zweckgebunden sind für das, was der Steuerzahler gerne hätte.
Sollte das immer noch nicht klar sein, melden Sie sich ruhig noch mal.
...dass im bundesdeutschen Subventionsdschungel tatsächlich auch ein Posten für die Förderung des Tabakanbaus existiert. Oder zumindest bis vor ein paar Jahren. Damals wurde das im Rahmen einer Tabaksteuererhöhung mal publiziert und zeigte die Verlogenheit der Argumentation, dass die Regierung diese ja nur zum Schutz der Gesundheit erhöhe.
Und es stimmt halt, Steuern sind nicht zweckgebunden und waren es auch noch nie. Dass angesichts des erschreckenden Zustands vieler Straßen in NRW dringender Handlungsbedarf besteht, dürfte dennoch klar sein.
18:14
Die Melkkuh Autofahrer bezahlt bereits ein Zigfaches dessen, was für Erhalt und Ausbau der Strassen notwendig ist.
Es wird Zeit, dass das eingenommene Geld auch dafür zielgerichtet eingesetzt wird.
Es geht nur noch ums abzocken der Bürger!
17:36
Wenn kein Geld für Deutschlands Straßen da ist, möchte ich mal gerne wissen, woher Merkel das Geld nimmt, dass sie an Pleitefirmen, Pleiteländer usw. verschenkt.
Aber das wir Deutschen nicht mehr zählen und nur zum Ausbeuten da sind müßte ja inzwischen jedem bekannt sein.
Wohin verschwindet denn die Kfz. Steuer? Immer noch für den Wiederaufbau Ost?
17:10
Lieber mehr Radwege als sanierte Raserwege...
Wieviel Tonnen Lebensmittel können denn über Radwege transportiert werden ?
16:56
Laut Wiki waren 2004 in Deutschland 49.648.043 Autos zugelassen. Gehen wir mal von 100 Euro Steuern pro Auto aus wären das im Jahr 4.964.804.300 Euro selbst bei 50 Euro im Jahr/Auto wären es immer noch 2.482.402.150 ... wo ist den das ganze Geld