Jetzt ist Zeit für den Wechsel auf Sommerreifen
15.04.2009 | 11:38 Uhr 2009-04-15T11:38:00+0200
München/Landau. Ostern ist vorbei und damit die Zeit gekommen, die Winterreifen einzumotten. Wer in der kalten Jahreszeit mit Alu-Felgen unterwegs war, sollte auch sie nun in den Frühjahrsputz einbeziehen. Wir geben Tipps zu Reifenlagerung und Felgenpflege.
Von Oktober bis Ostern - so lautet die Faustformel für die Nutzung von Winterreifen. Demnach ist nun der Zeitpunkt für einen Wechsel gekommen. «Um die Winterreifen vor unnötigem Verschleiß zu bewahren», empfiehlt Maximilian Maurer vom ADAC, «sollte bei nächster Gelegenheit auf Sommerreifen umgerüstet werden.»
Winterreifen, die weniger als vier Millimeter Profil aufweisen, sind für die nächste Wintersaison nicht mehr geeignet. Wenn überhaupt, sollte man sie jetzt noch aufbrauchen. Dabei ist allerdings zu beachten, dass nicht alle Winterreifen für die Höchstgeschwindigkeit des Fahrzeugs zugelassen sind. Ein Aufkleber auf dem Armaturenbrett informiert den Fahrer über die gültige Höchstgeschwindigkeit.
Vor Einlagerung Reifendruck erhöhen
Die demontierten Winterreifen lagert man am besten liegend und auf Felgen aufgezogen. Der Untergrund muss trocken sein. Dazu ist eine Holzpalette geeignet. Alternativ kann man Reifen auf Felgen auch an der Wand aufhängen. Spezielle Befestigungen gibt es im Zubehörhandel. Der Lagerplatz sollte kühl, trocken und nicht der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt sein.
Vor der Einlagerung empfiehlt es sich, Reifen und Felgen zu säubern, auf Fremdkörper zu untersuchen und den Reifendruck um circa 0,5 bar zu erhöhen. Wer die Position der Reifen an der Flanke mit Kreide kennzeichnet, erleichtert sich im Herbst die Montage. Für Autofahrer, die keinen geeigneten Platz für die Aufbewahrung ihrer Reifen haben, bieten viele Werkstätten und Reifendienste gegen Gebühr ganzjährige Lagerungsmöglichkeiten. Aber auch bei diesem Service gilt, einen vorherigen Preisvergleich anzustellen.
Auch Felgen brauchen Pflege nach dem Winter
Glänzende Felgen sind Hingucker. Damit sie strahlen, lohnt sich eine intensive und regelmäßige Pflege. Vor allem nach den Wintermonaten sollten die Zierstücke intensiv geputzt werden, wenn sie während der nassen und kalten Jahreszeit ihren Dienst versehen haben. Die sachgerechte Reinigung verschmutzter Felgen ist leider nicht einfach. Salz, Straßenschmutz und der Bremsstaub setzen Autofelgen echten Härten aus. Trotz spezieller Felgenreinigung reicht ein Besuch in der Waschstraße oftmals nicht aus. Will man hier manuell nacharbeiten, muss man, auch wenn man mit geeigneten Reinigern arbeitet, Verschmutzungen an Händen und Kleidung einkalkulieren. Mithin sind Anzug oder Kostüm deplatziert, alte Klamotten oder Arbeitskleidung dringend angeraten. Zudem empfiehlt sich eine Schutzbrille, um die Augen vor Spritzern zu bewahren.
Bremsstaub und Straßenschmutz setzten sich an den Felgen fest und hinterlassen beim Auto besonders an den Vorderrädern grau-schwarze Beläge, die oftmals nur schwer entfernbar sind. Der Abrieb der Bremsbeläge gräbt sich förmlich in die Felgenoberfläche ein und kann sie sogar dauerhaft schädigen.
Spezialreiniger lösen Verkrustungen
Im Allgemeinen ist der meiste Schmutz auf Felgen Staub. Auch der lässt sich nur bis zu einem gewissen Grad ohne Reiniger mit Wasser und Schwamm beseitigen. Trotzdem empfiehlt sich die Methode als erste Maßnahme, denn dem verbliebenen hartnäckigeren Schmutz kann dann deutlich besser mit speziellen Felgenreinigern zu Leibe gerückt werden. Haushaltsreiniger oder Autoshampoos helfen bei diesen besonderen Verschmutzungen nicht weiter. Sie besitzen nicht die nötige Reinigungskraft. Felgenreiniger zahlen sich mithin aus, erleichtern die Reinigung der hartnäckigen Verkrustungen und gelangen auch an die schwer zugänglichen Stellen der Felge.
Zum Einsatz dürfen nur säurefreie Präparate kommen. «Säurehaltige Reiniger greifen die Oberflächen der Felgen, der Reifen und der umliegenden Materialien an», warnt Olaf Menzel, Pflegeexperte des Putzmittelherstellers Nigrin in Landau. Schlimmer noch: «Sobald sie an die Bremsbeläge kommen, können sie die Bremsleistung reduzieren und es entsteht ein erhebliches Sicherheitsrisiko.»
Am besten auf Waschplätzen anwenden
Üblicherweise werden die Reiniger flächendeckend aufgesprüht. Dann müssen sie einwirken. Wie lange, dass verrät die Gebrauchsanweisung. Manche Produkte zeigen mit einem Farbwechsel, etwa von blau nach violett, an, wann die reinigende Kraft ihr Werk getan hat. Danach wird die Felge abgespült, am besten mit einem Hochdruckreiniger. Wer seine Felgen langfristig schützen möchte, kann sie versiegeln. Die entsprechenden Mittel verhindern, dass Bremsstaub und Straßenschmutz haften bleiben und sich in die Felgen einbrennen.
Doch nicht nur an die Schönheit des eigenen Autos, sondern auch an die Umwelt sollte der Besitzer bei seiner Putzaktion denken. TÜV-Süd-Experte Günter Schmid mahnt: «Selbst wenn viele Felgenreiniger der Wassergefährdungsklasse eins angehören, sollten Fahrzeugreinigungen an dafür geeigneten Waschplätzen mit Ölabscheidern durchgeführt werden.» (ddp)
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