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IAA 2011 - Autobranche stellt sich auf ein schwieriges Jahr 2012 ein

13.09.2011 | 11:45 Uhr
IAA 2011 - Autobranche stellt sich auf ein schwieriges Jahr 2012 ein
Nach den starken Absatzzahlen in den vergangenen Jahren erwartet die Autobranche nun für 2012 mehr Gegenwind. Foto: Opel

Essen.  Nach den starken Verkaufszahlen in den vergangenen beiden Jahren stellt sich die schwankungsanfällige Auto-Branche für 2012 auf einen schwächeren Markt ein. Die Gefahr einer Krise sehen die Experten allerdings nicht.

Schuldenkrise, Börsenturbulenzen, Rezessionsängste: Kaum hat sich die schwankungsanfällige Autobranche vom letzten Tief erholt und erneut mit Rekorden geglänzt, ziehen neue Wolken auf. Die westlichen Pkw-Märkte Amerika und Europa sind gesättigt, im autohungrigen China gehören die sagenhaften Wachstumsraten von 30, 40 und noch mehr Prozent der Vergangenheit an. "Das Schiff ist ein bisschen ins Schlingern geraten, aber es geht nicht unter", sagt Autoexperte Matthias Bentenrieder von der Unternehmensberatung Oliver Wyman.

Daimler will zurück an die Spitze

Auf mehr Gegenwind hat sich die Branche längst eingestellt - nicht jedoch auf Schlimmeres. "In unserer Industrie rechnet gegenwärtig keiner mit einer tiefen Rezession", betont Matthias Wissmann, Präsident des Verbandes der Automobilindustrie (VDA) . "Momentan sehen wir noch keine Krise", sagt auch BMW -Finanzchef Friedrich Eichiner kurz vor Beginn der Automesse IAA, auf der sich die Hersteller in den kommenden Tagen wohl für die jüngsten Spitzenwerte selbst feiern werden. BMW-Rivale Audi dürfte die große Bühne nutzen, um seine Absatzziele zu erhöhen. Und Daimler-Chef Dieter Zetsche sagte, er wolle den Spitzenplatz in der Oberklasse zurückerobern. Die deutschen Konzerne können selbstbewusst sein, da ihre Autos, vor allem die teuren Limousinen, im Ausland besonders gefragt sind.

Insgesamt wird die Zahl der weltweit verkauften Pkw nach Expertenschätzungen in diesem Jahr um gut zwei Millionen auf rund 70 Millionen steigen. Die Hersteller rund um den Globus dürften dabei laut Unternehmensberatung McKinsey erstmals wieder so viel Gewinn einfahren wie 2007, vor der Krise: fast 60 Milliarden Dollar (rund 42 Milliarden Euro). In den schlechten Jahren 2008 und 2009 betrug der Profit nur einen Bruchteil davon. 2010 nahm die Branche erstaunlich schnell wieder Fahrt auf und verbuchte Anfang 2011 kräftige Zuwächse. Für die nächsten Monate wird allerdings weniger Tempo erwartet. Wenn die momentan hohen Auftragsbestände Anfang 2012 abgearbeitet sein werden, rechnen Branchenexperten mit weniger Geschäft. "Das Jahr 2012 wird uns ein Stück mehr fordern als 2011", sagt Verbandschef Wissmann. "Aber einen Einbruch sehe ich nicht."

Auch die Autobranche muss sparen

Die Auswirkungen der Schulden-, Börsen- und Finanzkrisen seien noch nicht klar, könnten aber zur Kaufzurückhaltung der Kunden führen, gibt Berater Bentenrieder zu bedenken. "Die Investition in ein neues Auto kann schnell aufgeschoben werden." Autoexperte Helmut Becker, Leiter des Münchner Instituts für Wirtschaftsanalyse und Kommunikation, sagt: "Es muss weltweit gespart werden. Das trifft natürlich auch die Autobranche."

Große Hoffnungen setzt die Fahrzeugindustrie weiter auf China. Im größten Automarkt der Welt fallen zwar die Wachstumsraten seit Jahresbeginn 2011 niedriger aus als im Boomjahr 2010, weil die Vergleichswerte hoch sind, staatliche Prämienprogramme zu Ende gingen und Regionalregierungen zudem mit Zulassungsbeschränkungen versuchen, des Verkehrschaos Herr zu werden. Allerdings ist der Hunger nach Mobilität und dem eigenen Auto weiter groß, vor allem außerhalb der Metropolen und in der wachsenden Mittelschicht. "Von einer Sättigung der Pkw-Nachfrage ist China anders als die Automärkte in Europa oder den USA noch weit entfernt", sagt Liang Cheng von der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC). In China kämen im Schnitt 44 Autos auf 1000 Einwohner - in Deutschland sind es 500, in den USA mehr als 800. Für 2011 rechnen Analysten von MorganStanley mit 15,2 Millionen verkauften Autos - das wären zehn Prozent mehr.

Tote Hose in den USA

Den Markt der Vereinigten Staaten schätzen Fachleute in diesem Jahr auf 13 Millionen Pkw. Die 17 Millionen von einst scheinen in naher Zukunft unerreichbar. "So lange die Arbeitslosigkeit hoch bleibt und die Probleme am Häusermarkt nicht gelöst werden, bleiben diese Höchstwerte außer Reichweite", sagt BMW-Vertriebschef Ian Robertson. "In den USA ist tote Hose", bilanziert Autoexperte Becker. "Hier hatten wir schon vor dem Ausbruch der Krise Stagnation." Im August überraschte, dass sich die amerikanischen Kunden trotz Hurrikan "Irene" und der Börsenturbulenzen neue Autos gönnten.

Auch in Europa ist der Markt gesättigt und wurde in der Krise lange durch staatliche Kaufanreize auf Kurs gehalten. Wachstum gibt es vor allem in Osteuropa, während im verschuldeten Südeuropa die Verkaufszahlen schrumpfen. Stabilisator ist hier Deutschland. (rtr)

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Kommentare
13.09.2011
13:31
IAA 2011 - Autobranche stellt sich auf ein schwieriges Jahr 2012 ein
von tom009 | #1

tja bei den preisen ist das ja auch kein wunder.

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