Hohe Neuwagenrabatte als Warnsignal aus dem Automarkt
07.09.2011 | 08:45 Uhr 2011-09-07T08:45:00+0200
Düsseldorf. Wer sich derzeit einen Neuwagen zulegen will, kann sich freuen: Die Rabatte steigen wieder. Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer sieht darin allerdings ein Anzeichen für das Ende des Autobooms - und ein Warnsignal für den deutschen Markt.
Noch floriert der Automarkt in Deutschland. Im August wurden nach Angaben des Kraftfahrtbundesamts 18 Prozent mehr Personenwagen zugelassen als im Vorjahresmonat. Doch sieht der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg Essen erste Anzeichen, dass der Boom sich dem Ende nähern könnte. Das wichtigste Warnsignal: Die Rabatte für Neuwagen steigen wieder. Der deutsche Automarkt sei fragiler als die offiziellen Zulassungszahlen zeigten, warnte Dudenhöffer bei der Präsentation des vom Center Automotive Research (CAR) regelmäßig erstellten Rabatt-Index.
Im August seien die Preisabschläge wieder auf das Niveau des Krisenjahres 2010 gestiegen. "Die hohen Rabatte sind ein Zeichen, dass die Krise der Finanzmärkte erste Auswirkungen auf die Realmärkte zeigt", sagte der Wissenschaftler Die Branchenbeobachter zählten im August 318 Verkaufsförderungsaktionen der Autobauer, vier mehr als im Vormonat und 18 mehr als im Vorjahreszeitraum. Der durchschnittliche Preisnachlass betrug knapp elf Prozent. Doch wurden von ausländischen Herstellern auch 18 Modelle mit Rabatten von mehr als 25 Prozent in den Markt gedrückt.
"Der deutsche Automarkt ist damit in einer fragilen Situation"
"Eine so große Anzahl von Rabattaktionen mit über 25 Prozent Nachlass bei so vielen Modellreihen wurde von uns seit Januar 2010 nicht mehr gemessen. Und 2010 war das schlechteste Jahr im deutschen Automarkt seit der Wiedervereinigung", schrieb Dudenhöffer. Vor allem Fiat, Citroen und Renault buhlten der Studie zufolge mit Spitzenrabatten um Kunden. Doch auch Honda, Toyota, Volvo und Chevrolet boten für einzelne Modelle Preisnachlässe von mehr als 20 Prozent.
Auch die Neuwagen-Rabatte bei Internet -Vermittlern stiegen der Studie zufolge auf den höchsten Stand in diesem Jahr an. Der durchschnittliche Händler-Rabatt für die 25 verkaufsstärksten Modellreihen habe im August 14,9 Prozent erreicht, hieß es in der Studie. "Dass die Rabatte im deutschen Automarkt mittlerweile das hohe Rabattniveau des letzten Jahres erreicht haben, ist ein bedenkliches Zeichen", sagte Dudenhöffer. Es spiegele die hohen Konjunkturrisiken der Staatsschuldenkrisen und die Erwartung eines deutlich nachlassenden Wirtschaftswachstums wider. "Der deutsche Automarkt ist damit in einer fragilen Situation", urteilte der Experte. (dapd)
12:01
Nein, die Rabatte verringern die Margen für Händler und Hersteller. Ein Teufelskreis, da es auch den Spielraum für Arbeitsplätze und Löhne einschränkt.
Niedrige Preise, unbedachtes Konsumverhalten und ruinöser Wettbewerb hat auch in anderen Branchen bereits unzählige Jobs gekostet.
09:21
Die Rabatte sind in die Listenpreise bereits eingerechnet. Diese sind einfach zu hoch.