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Hauptuntersuchung beim TÜV mit vielen Änderungen

28.06.2012 | 08:45 Uhr
Hauptuntersuchung beim TÜV mit vielen Änderungen
Der Termin für die nächste Hauptuntersuchung orientiert sich künftig nicht mehr wie bisher am eigentlichen Fälligkeitsdatum, sondern am tatsächlichen HU-Termin.Foto: WAZ FotoPool

Berlin.  Probefahrten sind ab Juli Teil der Hauptuntersuchung beim TÜV. So sollen Kontrollleuchten für ABS, Airbags oder Anschnallhilfe geprüft werden. Weitere Neuerungen sind eindeutige Mängelbeschreibungen im Prüfbericht und der Wegfall der Rückdatierung.

Bei der Hauptuntersuchung (HU) für Kraftfahrzeuge treten zum 1. Juli umfangreiche Änderungen in Kraft. Die Sachverständigen von TÜV , Dekra & Co. machen künftig eine Probefahrt mit jedem Fahrzeug, die elektronischen Sicherheitssysteme des Autos werden unter die Lupe genommen, und bundesweit einheitlich gibt es keine Rückdatierung mehr. Der Termin für die nächste HU orientiert sich künftig nicht mehr wie bisher am eigentlichen Fälligkeitsdatum, sondern am tatsächlichen HU-Termin.

Eine Einladung zum Zeitschinden? "Nein", sagt Frank Volk vom TÜV Süd in München. "Wer zukünftig mehr als zwei Monate überzieht, dessen Fahrzeug wird, so schreibt es die Novelle vor, einer vertieften Hauptuntersuchung unterzogen, die mit einer um 20 Prozent höheren Gebühr zu Buche schlägt", sagt der Experte. Daneben drohe, wie bisher auch, bei Verkehrskontrollen eine Geldbuße durch die Polizei. Zudem riskierten Autofahrer, die mit einem Fahrzeug mit abgelaufener HU-Plakette einen Unfall verursachten, den Versicherungsschutz.

Die Elektronik im Fokus

Neu im HU-Programm ist eine Probefahrt. Sie steht künftig am Beginn einer jeden Prüfung. Bei der kurzen Tour mit mindestens acht Kilometern pro Stunde werden die Kontrollleuchten etwa von ABS und Airbags oder die Anschnallhinweise überprüft.

Die elektronischen Sicherheitsassistenten wie Airbag , ABS, ESP oder Abstandsregler rücken künftig insgesamt noch stärker in den Fokus der Hauptuntersuchung. Mit einem sogenannten HU-Adapter, mit dem die Sachverständigen an die OBD-Schnittstelle (On Board Diagnose) des Fahrzeugs andocken, können sie erkennen, ob die Sicherheitsassistenten auch wirklich sicher funktionieren. Diese Prüfung wird jedoch erst schrittweise ab 2013 für ab Juli neu zugelassene Fahrzeuge eingeführt.

Einheitlicher Mängelbaum

Zudem gibt es ein weiteres Novum auf dem Weg zur Plakette: Ab Juli arbeiten alle Prüforganisationen bundesweit mit einem einheitlichen Mängelbaum. Die praktische Folge für den Autofahrer ist, dass es im Prüfbericht zu Beanstandungen nun eine eindeutige Beschreibung gibt, wo der Mangel festgestellt wurde.

"Fehlt es zum Beispiel an der Beleuchtung, bekommt es der Autofahrer künftig schwarz auf weiß, dass die Einstellung beim Scheinwerfer rechts nicht stimmt. Er kann dies mehr oder weniger direkt als Reparaturauftrag an die Werkstatt geben", sagt TÜV-Süd-Autoexperte Philip Puls.

Was sich konkret für Autofahrer ändert, hat der TÜV Süd in einem Film im Internet unter http://www.tuev-sued.de/auto_fahrzeuge zusammengefasst. (dapd)


Kommentare
01.07.2012
11:39
Hauptuntersuchung beim TÜV mit vielen Änderungen
von silverstone | #2

Fangen wir mal mit der Siegelzange für die Abgasuntersuchung an.Ich dachte und glaubte wirklich das es gegen Missbrauch hilft.Kostenpunkt 220€ nur die Zange.
Ich musste dann aber schnell feststellen das man auch so eine Abgasuntersuchung bekommt,auch wenn das Fahrzeug den Katalysator entfernt bekommen hat oder die Abgaswerte nicht stimmen.Dann lese ich hier das der Prüfer die Kontrolllampen kontrollieren sollte/soll.Dies sollte er eigentlich immer schon machen.Auch hier nix neues.Probefahrten mit Rollern und Motorrädern etc das ist neu.Allerdings würde ich dann keinen TÜV mehr bekommen.Denn ich würde den Püfer von meiner Maschine prügeln!Was die sich erlauben wärend der Prüffahrt,schlägt dem Fass den Boden aus!!!
Vollbremsungen das man einen "Bremsplatten" bekommt davon.Warghalsige Fahrmanöver etc pp.Eindeutig zuviel für meine Nerven.Wenn ich so an 99% der Autofahrerinnen und Fahrer denke,ist es sinnvoll.Die meisten sind ja schon unfähig den Oelstand zu kontrollieren!

28.06.2012
09:03
Hauptuntersuchung beim TÜV mit vielen Änderungen
von donfernando | #1

Aha! Eine um 20 Prozent höhere Gebühr wird fällig. Dafür prüfen sie dann auf Probefahrten den Airbag. Wenn er funktioniert muss man wahrscheinlich zur Nachuntersuchung erscheinen, um nachzuweisen, dass alles wieder ordentlich zusammengefaltet ist. Sicherheit hat halt ihren Preis!

3 Antworten
Hauptuntersuchung beim TÜV mit vielen Änderungen
von oppa | #1-1

Wer lesen kann ist klar im Vorteil.
Die um 20% erhöhte Gebühr gilt für über 2 Monate verspätet zur HU vorgeführte Fahrzeuge. Also "Normalgebühr + 20%". Nichts desto Trotz werden bestimmt auch die allgemeinen Gebührensätze angehoben, um all die elektronischen Helferlein zu überprüfen.

Hauptuntersuchung beim TÜV mit vielen Änderungen
von calibraturbo | #1-2

Kann mich 1-1 nur anschließen. Wer lesen kann...

Geprüft wird nicht der Airbag, sondern die Kontrollleuchte. Aber Hauptsache, man hat mal wieder schmerzfrei losgebrabbelt.

Und wer pünktlich hinfährt, zahlt auch keine 20 Prozent extra.

Hauptuntersuchung beim TÜV mit vielen Änderungen
von TorstenB | #1-3

@1-1/1-2: Da muss man bei Ihnen sagen: wer zwischen den Zeilen lesen kann ist noch mehr im Vorteil. Der Kommentar strotzt doch wohl vor Ironie!

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