Fahren bei Glatteis und Schnee - Zehn Tipps für Autofahrer

Was unter normalen Umständen eine Autobahn ist, kann bei Glatteis schnell zur Rutschbahn werden. Autofahrer müssen da sehr vorsichtig sein.
Was unter normalen Umständen eine Autobahn ist, kann bei Glatteis schnell zur Rutschbahn werden. Autofahrer müssen da sehr vorsichtig sein.
Foto: Dirk Bauer, WAZ FotoPool
Was wir bereits wissen
Auf Glatteis ist der Bremsweg länger - das weiß jeder Autofahrer. Doch trotzdem kommt es jedes Jahr zu Unfällen, sobald die Straßen glatt sind. Und vielen Autofahrern wird mulmig, wenn ihr Auto nicht wie gewohnt reagiert. Wir haben zehn Tipps, wie Sie trotz Eis und Schnee sicher ans Ziel kommen.

Essen.. Schnee, Glatteis, Matsch - Wer sich bei diesen Witterungsverhältnissen ins Auto setzt, muss aufpassen. Das Auto reagiert nicht so, wie Autofahrer es gewohnt sind, zudem sind die Sichtverhältnisse meist miserabel. Wer Pech hat, der kommt gar nicht vom Fleck, weil der Motors seines Autos nicht starten will. Wir haben zehn Tipps zusammengestellt, die Autofahrern helfen, auch im Winter sicher ans Ziel zu kommen.

1) Gefühlvoll Gas geben

Um zu verhindern, dass das Auto ausbricht, sollte das Gaspedal auf glatter Straße nur sehr behutsam bedient werden. Das gilt sowohl fürs Gas geben als auch fürs Gas wegnehmen. Sonst droht das Auto, ins Schlingern zu geraten.

2) Vorsicht vor fliegenden Eisplatten

Der ADAC warnt vor Eisplatten auf fahrenden Lkws. Die Platten könnten durch den Fahrtwind ins Rutschen geraten und auf nachfolgende Autos stürzen. "Wenn Platten auf die Windschutzscheibe fallen, kann lebensgefährlich werden", sagen die Experten.

Wer auf der Straße vor sich einen Lkw mit Eisplatten entdeckt, sollte großen Abstand halten. Zudem sollte man den Lkw-Fahrer per Lichthupe auf seine unerwünschte Ladung aufmerksam machen. Im Zweifelsdalle rät der ADAC sogar dazu, die Polizei zu informieren.

Wann eine Vollbremsung auf Glatteis besser ist

3) Vollbremsung nur bei Autos, die ABS haben

In Autos, die mit einem Anti-Blockier-System (ABS) ausgestattet sind, sollten die Fahrer das Bremspedal voll durchtreten. Nur so kann das System richtig arbeiten. Dabei nicht von dem "Rattern" der Bremsen irritieren lassen. In älteren Autos, die noch kein ABS haben, sollten Vollbremsungen vermieden werden. Stattdessen auskuppeln und das Pedal nur vorsichtig drücken.

Bei einer Notbremsung ohne ABS gilt: Wenn das Auto ausbricht, sofort den Fuß vom Pedal nehmen. Erst wieder bremsen, wenn sich das Auto stabilisiert hat. Sonst besteht die Gefahr, in den Gegenverkehr zu rutschen.

Winter 4) Mehr Abstand halten

Drei Fahrzeuglängen soll der Abstand zum Vordermann normalerweise betragen. Wenn die Straßen glatt sind, raten Experten, sollte der Abstand zum Vordermann mindestens doppelt so groß sein. Wenn die Straßen glatt sind, wird der Bremsweg nämlich deutlich länger.

Besser im zweiten Gang anfahren

5) Erst auskuppeln, dann gegenlenken

Auf glatter Strecke gerät das Auto leicht ins Schlingern. Geschieht das, sollten Autofahrer die Kupplung durchtreten und dann behutsam gegenlenken. So lässt sich das Auto am besten stabilisieren und in die Spur zurückführen. Auf keinen Fall ruckartig lenken!

6) Früher hochschalten

Auf rutschiger Straße gestaltet sich das Anfahren häufig schwierig, weil die Räder durchdrehen. Kommt man gar nicht von der Stelle, rät der ADAC dazu, im zweiten Gang anzufahren.

Die beste Übersetzung hat man bei niedrigen Drehzahlen. Für Autofahrer bedeutet das: Auf glatter Strecke möglichst früh hochschalten und niedrigtourig fahren.

Auch Winterreifen geraten auf Glatteis ins Rutschen

7) Winterreifen überprüfen

Auf Schnee und Matsch haben Winterreifen gegenüber Sommerreifen klare Vorteile: Ihre Gummimischung bleibt auch bei niedrigen Temperaturen weicher, deshalb greifen sie besser. Auf Glatteis hilft das allerdings nur wenig, dort finden auch Winterreifen nur schlecht Halt.

Zudem verlieren Winterreifen nach längerem Gebrauch an Profiltiefe - und damit an Rutschfestigkeit. Autofahrer sollten also regelmäßig prüfen, ob das Profil noch ausreichend ist. Als Richtwert gilt: mindestens vier Millimeter.

8) Auf den richtigen Kraftstoff achten

Fahrer von Diesel-Autos müssen im Winter besonders darauf achten, dass ihnen der Kraftstoff nicht "einfriert". Bei eisigen Temperaturen kann es passieren, dass kleine Paraffinkristalle den Kraftstofffilter verstopfen - der Motor stirbt ab. Vermeiden lässt sich das nur, indem Autofahrer den richtigen Kraftstoff tanken, nämlich Winterdiesel. Dieser wird so hergestellt, dass er bis zu minus 20 Grad Celsius keine Kristalle bildet.

Ab Oktober bis Mitte November verkaufen Tankstellen einen Übergangsdiesel, der leichten Frost verkraftet. Ab dem 15. November gibt es dann den richtigen Winterdiesel, der bis Ende Februar aus der Tankstelle kommt. Wer jetzt noch Diesel aus dem Sommer im Tank hat, sollte darauf achten, dass sein Auto es warm hat, also möglichst windgeschützt parken, idealerweise in einer Garage.

Wenn Streusalz auf den Bremsen zum Problem wird

9) Streusalz von den Bremsen entfernen

In langen, kalten Wintern, in denen viel Salz gestreut wird, können sich Streusalz-Rückstände zwischen Bremsscheiben und Bremsbelag sammeln. Das reduziert die Wirksamkeit der Bremse. Autofahrer sollten deshalb auf nicht gestreuten Strecken häufiger leicht auf die Bremse treten, um diese Rückstände zu beseitigen.

10) Gewicht auf die Antriebsräder verlagern

Streusalz Besonders wenn es bergauf geht, tun sich viele Autos auf Glatteis schwer. Leichter wird es, wenn man möglichst viel Gewicht auf die Antriebsräder legt. In Autos mit Frontantrieb sollte die Rückbank also möglichst leer sein, wenn es Probleme am Hang gibt. Bei Heckantrieb sollten Autofahrer den Beifahrer auf die Rückbank setzen.