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Auto-Ausstattung

Welche Extras sich beim Autokauf lohnen - und welche eher nicht

14.01.2013 | 18:08 Uhr
Welche Extras sich beim Autokauf lohnen - und welche eher nicht
Sicherheitsfeatures zählen bislang zu den wenigen Extras, die beim Wiederverkauf eines Autos honoriert werden.Foto: dapd

Essen.   Wer ein Auto kauft, kennt das: Zur Grundausstattung gibt es noch allerlei Zusatz-Möglichkeiten. Mehr Metallic-Lack und Breitreifen, Navi, Standheizung und andere Extras können schnell mehrere Tausend Euro kosten. Wir geben Tipps, was Kunden beim Kauf beachten sollten.

Welche Extras sind beim Autokauf wirklich sinnvoll? Antwort frei nach dem Muster der Radio-Eriwan-Witze: Im Prinzip alle, wenn sie einem den Aufpreis wirklich wert sind. Im Hinterkopf muss man haben, dass mit den Extras prozentual mehr verdient wird als mit dem Auto selbst. Ertragreich sind Fahrzeuge, wenn ihre Käufer in der Aufpreisliste viel Kreuze machen – anstatt sich die Individualausstattung nachträglich im Zubehörhandel zusammenzustellen.

Ein Musterbeispiel für einen hohen Ausstattungsgrad ist der Mini, Hauptgrund für den hohen Profit, den der Lifestyle-Kleinwagen für BMW einfährt. Erster und bester Tipp also beim Neuwagenkauf, der auch für Gebrauchtwagenkäufer gilt: Lassen Sie sich nichts aufschwatzen, das sie im Grunde nicht wirklich wollen. Und nehmen Sie die günstig erscheinenden Ausstattungspakete der Hersteller auseinander. Bekomme ich wirklich einen Rabatt auf die gewünschten Einzelteile, oder zahle ich drauf für Dinge, die gar nicht haben wollte?

Stärkere Maschine

Kaum etwas haben die Autohersteller so exklusiv im Angebot wie mehr PS. Einzige Alternative ist Tuning, das nur selten günstiger als der Aufpreis für die stärkere Maschine ab Werk ist. Oftmals unterscheiden sich die Leistungsstufen eines Serienmotors nur durch die Softwaresteuerung. Positiver Effekt der Gleichteiligkeit: Die Unterhaltskosten für Kfz-Steuer, Versicherungseinstufung und Verbrauch steigen nicht automatisch mit der PS-Zahl.

Breitere Räder

Felgen und Reifen sind Gold wert für den Verkäufer. Denn die Spanne zwischen Ein- und Verkaufspreis ist besonders groß. Hier lässt sich sparen.

Radio- und Navi-Systeme

Recht
Autozubehör muss gemeldet werden

Wer sein Auto nach dem Kauf noch mit Extra-Teilen "aufmotzt" sollte aufpassen. Jedes nachträglich angeschaffte Teil muss zusätzlich versichert werden,...

Hier gilt das Gleiche wie für Räder. Besonders fest eingebaute Navigationssysteme sind sehr teuer gegenüber Nachrüstsystemen, ohne dabei besser den Weg zu finden. Technisch gleichwertige Radios aus dem Zubehörhandel sind billiger.

Lack

Als der offene Audi TT neu auf den Markt kam, gab es absurderweise überhaupt keine Farbe ohne Aufpreis. Grundsätzlich lassen sich die Hersteller jede populäre Lackierung extra bezahlen. Volkswagen verlangt beim neuen Golf für Tornadorot 137 Euro. Gerechtfertigt durch einen Mehraufwand bei der Herstellung sind diese in der Regel nicht. Allerdings hat der Käufer keine Alternative außer hart zu verhandeln. Grundsätzlich können extreme Farben den Wiederverkaufswert erheblich mindern. Die angesagte Modefarbe der Saison kann in einigen Jahren auch einen an sich begehrtes Gebrauchtwagenmodell in einen Ladenhüter verwandeln.

Sicherheitsfeatures

ESP und Airbags lassen sich nicht nachrüsten, und Sicherheitsfeatures zählen bislang zu den wenigen Extras, die beim Wiederverkauf honoriert werden. Auf einen der neuen radargesteuerten Aufprallverhinderer sollte man nicht verzichten, wenn er angeboten wird. Und der oftmals verlangte Aufpreis für die hinteren Seitenairbags ist ärgerlich, aber gut angelegt.

Xenonlicht & Co.

In wie fern sind extrastarke Scheinwerfer ein Sicherheitsmerkmal? Oder Abbiegelicht, Fernlichtassistent und verschiedene Ausleuchtungsprogramme? Darüber kann man lange streiten. Tatsache ist, dass der Anteil nächtlicher Fahrten über unbeleuchtete Landstraßen gering ist, die Kosten für Xenonscheinwerfer & Co aber sehr hoch.

Allradantrieb

Sinngemäß gilt das Gleiche wie für die „Lichtspiele“ für einen Allradantrieb. Nur wenige brauchen ihn und seine bessere Zugkraft beim Anfahren wirklich, aber viele zahlen hohe Aufpreise für ihn, beim A4 von Allrad-Marktführer Audi rund 2300 Euro (versprochen hatte der damalige Audi-Boss Ferdinand Piech einst den quattro-Antrieb „zum Preis eines Satz Winterreifen“). Außerdem steigt mit Mehrgewicht durch zwei angetriebenen Achsen der Verbrauch, wenn auch nicht mehr so stark wie bei früheren Allradlern.

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Beim neuen Golf schlägt die Lederausstattung mit stattlichen 2000 Euro zu Buche. Was bei einem Jaguar einfach dazugehört, ist bei einem Volkswagen Sache des Geschmacks – ob des guten oder des schlechten, lautet die Frage. Bequemer oder besser als heutige Textilien sind die meist zu Tode gegerbten und gefärbten Tierhäute längst nicht mehr. Dagegen bringt eine Standheizung (1285 Euro beim Golf) einen echten Komfortgewinn. Und das „Upgrade“ auf eine vollautomatische Klimaanlage (Aufpreis 350 Euro beim Opel Astra) spart Sprit.

Feuerlöscher & Co.

Jede Preisliste hält kleine, gemeine und überteuerte Posten parat, Quengelware für Autokäufer sozusagen. Fußmatten für 99 Euro, einen Minifeuerlöscher für 56 Euro und ein Stahl-Ersatzrad für 75 Euro (alles aus der Golf-Preisliste).

Gerd Heidecke

Kommentare
15.01.2013
10:17
Welche Extras sich beim Autokauf lohnen - und welche eher nicht
von captainkawa | #2

Den Wiederverkaufswert, respektive die Möglichkeit ein Fahrzeug als Gebrauchtwagen überhaupt gut verkaufen zu können, sollte bei der Auswahl der...
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2013-01-14 18:08
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