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Experten fordern von ARD Rückkehr von Sendung "Der 7. Sinn"

24.02.2016 | 16:55 Uhr
Experten fordern von ARD Rückkehr von Sendung "Der 7. Sinn"
Der Logo der Der 7. SinnFoto: Archiv/WDR

Essen.   Weil Probleme bei der Verkehrssicherheit drängen, fordern Experten und User mehr Aufklärung im Fernsehen: Gebt uns den „7. Sinn“ wieder! ARD lehnt ab.

Raser und Drängler. Viele Handy-Sünder. Mehr Tote Motorradfahrer und Fußgänger. Was tun, wenn der Rettungswagen kommt? Die Unfallbilanz für 2015 sieht nicht so gut aus – auch wenn, wie auf den Straßen in NRW, insgesamt 123 Menschen weniger starben als noch 2011.

Die Notwendigkeit, sich auch in Medien mit einer höheren Verkehrssicherheit auseinanderzusetzen, bleibt deshalb eine dringende Forderung, meinen Experten wie der Oberhausener Rettungsdienst-Einsatzleiter Wilfried Abel oder der Münchner Fahrlehrer und Buchautor Jörg Holtmann („Ein Fahrlehrer packt aus!“). Sie haben da auch eine Idee: Die ARD sollte ihre einstige dreiminütige Kultsendung „Der 7. Sinn“ wiederbeleben . Sie wurde zwischen 1966 und 2005 ausgestrahlt, lebte von ihrer markanten Erkennungsmelodie und erreichte mit manchen Terminen Beiträgen Einschaltquoten bis zu 20 Millionen Zuschauer.

WDR gibt Wunsch nach neuem "Der 7. Sinn" Absage

Doch will die mächtige öffentlich-rechtliche Sendeanstalt das überhaupt? Einer unserer Nutzer hat als Reaktion auf unseren Bericht über die Probleme mit Rettungsgassen an den federführenden Westdeutschen Rundfunk (WDR) geschrieben. „Ich bin mir sicher, viele Fernsehzuschauer würden sich über eine erneute Ausstrahlung freuen. Themen gäbe es viele. Auch könnte man sicher die Anzahl der Verletzten und Verkehrstoten senken“.

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Die Antwort kam prompt – als klare Absage und mit bemerkenswerten Argumenten. Das zentrale: Die ARD fürchtet, mit dem „7. Sinn“ Zuschauer ihres Hauptabendprogramms zu verscheuchen.

Sender will Autofahrer nicht "belehren"

Die Sehgewohnheit habe sich verändert. „Ein kurzer Clip zwischen zwei Sendungen, wie es der 7. Sinn war ist für die Zuschauerinnen und Zuschauer inzwischen Anlass zum Zappen, sprich, eine Gelegenheit, das Programm zu verlassen bzw. zu wechseln“, schreibt die Serviceabteilung des Kölner Senders. Und zweitens: „Auch ist der Grundgedanke einer öffentlichen Verkehrs- „Erziehung“ heute nicht mehr zeitgemäß und würde auf Ablehnung beim Zuschauer führen“.

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Verkehrswissen, beteuert der Sender, werde anders weitergegeben: Mit den Landesprogrammen („Aktuelle Stunde“), der Servicezeit oder auch der „Tagesschau“. „Da die Beiträge zur Verkehrssicherheit hier in nach dramaturgischen Gesichtspunkten aufgebaute Sendungen eingebunden sind, werden die Zuschauer auch besser erreicht und fühlen sich nicht „belehrt““.

Frauen als schlechte Autofahrer

Mit der „Tagesschau“? Wenn das so wäre... „Das öffentlich-rechtliche Fernsehen hat einen Bildungsauftrag“, reklamiert unser Nutzer die Antwort aus Köln. „Es wird über Gebührengelder bezahlt und sollte nicht nur auf die Quoten schauen.

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Fällig wäre sicher eine komplette Überarbeitung. Was tatsächlich nicht in die Gegenwart passt: Der Ton des „7. Sinn“. Heute provozieren zwei Clips von 1973 und 1975 im Netz einen Mix von Schenkelklopfen und Fremdschämen, wenn dort Frauen als die untauglicheren Teilnehmer am Verkehrsgeschehen charakterisiert werden. Die, die nicht einparken können, die die Vorfahrt grundsätzlich missachten und überhaupt die, die sich nicht nur wegen „zu enger Hosen“ in Gefahr begeben: „Hochhackige Schuhe können schön sein. Aber die Eitelkeit verdrängt nachhaltig die Sicherheit“. Oder: „Der Rückspiegel als Schminkspiegel. Welche Frau könnte da widerstehen?“.

Auch der Bundesverkehrsminister bekam eine Absage

Dennoch: Grundsätzlich gehe es „um die Verkehrssicherheit. Ich habe kein Verständnis, dass die ARD-Anstalten als öffentlich-rechtliches Fernsehen sich einem solchen, plausiblen, wichtigen und populären Anliegen verschließen“, forderte noch 2012 der damalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) Seite an Seite mit den Länderverkehrsministern , den Polizeigewerkschaften und sogar dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub ADFC die Wiedereinführung. Ramsauer bot eine Mitfinanzierung der Sendung durch den Bundeshaushalt an.

Nichts zu machen. „Finanzielle, produktionstechnische und inhaltlich-konzeptionelle Überlegungen haben zu keinem Ergebnis geführt, das Ihrem Anliegen entsprechen würde“, schrieb ihm die ARD-Intendantin Monika Piel damals die Absage. Das öffentlich-rechtliche Fernsehen will einfach nicht. Punkt.

Dietmar Seher

Kommentare
25.02.2016
18:59
Experten fordern von ARD Rückkehr von Sendung "Der 7. Sinn"
von haguero | #20

Sehr gut. Dann kann man den Autofahrern und -fahrerinnen noch einmal erklären, wo der Blinkerhebel im Auto zu finden ist und wann man ihn betätigen...
Weiterlesen

1 Antwort
Experten fordern von ARD Rückkehr von Sendung "Der 7. Sinn"
von NotrufManni | #20-1

.... oder wofür die rechte Fahrspur da ist .....

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Experten fordern von ARD Rückkehr von Sendung "Der 7. Sinn"
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http://www.derwesten.de/auto/experten-fordern-von-ard-rueckkehr-von-sendung-der-7-sinn-id11591812.html
2016-02-24 16:55
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