Opel Astra
Es ist nicht alles Golf, was glänzt
29.01.2010 | 05:00 Uhr 2010-01-29T05:00:00+0100Essen. Bochum, er kommt nicht mehr aus Dir. Dabei hängt am Astra das Ruhr-Werk und seine Arbeiter wie nie zuvor seit der Werksgründung 1962; ein Flop des meisterverkauften Opel wäre das Ende vom wackeligen Neuanfang der Marke. Doch das „Auto des Jahres“ wird kaum durchfallen.
Zum ersten Mal seit dem seligen C-Modell des Kadett sieht ein Kompaktwagen mit dem Blitz im Kühlergrill endlich mal wieder gut aus, modern und elegant - und das ohne auf kurzlebige modische Effekte zu setzen. Es ist nicht alles Golf, was glänzt.
Deutlich lehnt sich das Design am Insignia an. Und auf dem großen Bruder aus der Mittelklasse basiert der Astra ja auch, weshalb er in Deutschland wie der Vectra-Nachfolger in Rüsselsheim gebaut wird und nicht in Bochum. Auf das Konto der engen Verwandtschaft geht das happige Längenwachstum auf über 4,40 Meter, bei einer stolzen Breite von über 1,80 Meter. Das Platzangebot hat sich jedoch nicht verbessert, die Raumausnutzung wurde wie die Übersichtlichkeit dem Design untergeordnet. Somit ist die Bewegungsfreiheit für lange Beine auf der Rücksitzbank eine Enttäuschung. Mit dem Kofferraumvolumen kann man für Kompaktwagenverhältnisse gut leben.
Maße & Gewichte: Länge 4,42 m, Breite 1,81 m, Höhe 1,51 m, Radstand 2,69 m, Wendekreis 11,4 m, Minimalgewicht mit Fahrer 1490 kg, Kofferraumvolumen 370 l.
Motor & Fahrleistungen: Turbo-geladener Vierzylinder-Benziner mit 1,6 Liter Hubraum, 180 PS/5500 Upm, 230 Newtonmeter zwischen 2200 und 5400 Upm, Sechsgang-Schaltgetriebe, Frontantrieb, Höchsttempo 221 km/h, 0 auf 100 km/h in 8,5 sek., unrealistischer Normverbrauch 6,8 Liter gleich 159 g CO 2 /km. Abgasnorm Euro 5.
Preis: 22.100 Euro mit guter Sicherheits- und Komfortausstattung. Automatik plus 1650 Euro
Lohn des langen Radstands und der neuen Plattform sind Komfort und Fahrfreude: Der Astra fühlt sich eine halbe Klasse höher an, die Straßenlage ist souverän. Es muss keinen Vergleich scheuen, ohne jedoch neue Maßstäbe zu setzen. Das gilt auch für das Sicherheitspaket. Und für den Preis ab 16900 Euro (mit Klima- und Radioanlage).
"Kleiner" Insignia
Die Abstammung vom Insignia bringt dem Astra rund 200 Kilogramm Mehrgewicht, und damit beginnt das Kapitel von der größten Schwachstelle des Neuen: Die Motoren sind ganz die alten, und hier hat Opel wegen der jahrelangen blindwütigen Fehlentscheidungen der Konzernmutter General Motors einen hohen Nachholbedarf. Den Benzinern fehlt die spritsparende Direkteinspritzung. Die beiden wichtigsten Dieselmodelle treibt der überholte 1,7-Liter-Motor an.
In Sachen Automatik ist nur eine konventionelle Sechsganggetriebe im Angebot. Eine spritsparende Start-Stopp-Schaltung ist noch nicht zu haben. Das hohe Gewicht und die nicht mehr zeitgemäße Antriebstechnik bescheren dem Astra keine verbesserten Fahrleistungen und einen klaren Verbrauchsnachteil gegenüber der Konkurrenz, besonders gegenüber Volkswagen.
Design lässt sich eben schneller von einer Modellgeneration zur nächsten revolutionieren als Technik. Um dies zu kompensieren, haben die deutschen Opel-Entwickler getan, was sie konnten. Die Sitze sind serienmäßig sehr gut, das Fahrwerk auf Wunsch Richtung einem Plus an Sportlichkeit verstellbar (es geht aber auch genauso gut ohne). Der ins Fahrzeugheck integrierte Fahrradträger fällt in die Kategorie gute Idee. Mit der Verkehrsschilder erkennenden Kamera beweist man zumindest den Willen zu High-tech-Ausstattung ohne Rücksicht darauf, das dies nur ein Bruchteil der Massenmarkt-Kundschaft wirklich zu bezahlen wünscht.
Bochum, er kommt nicht mehr aus Dir – schade. Aber wenn es hilft.
13:24
gut geschrieben
13:53
toller beitrag!
22:53
golf 4 ever!
17:43
super beitrag, danke dafür!
17:42
klasse auto !
11:55
danke
11:23
super text
10:41
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10:39
ok
10:37
Danke