Dortmund soll "Hauptstadt der Elektromobile" werden
24.11.2008 | 10:23 Uhr 2008-11-24T10:23:00+0100
Dortmund. Auto-Experten sagen dem Elektroauto eine große Zukunft voraus. Laut Kfz-Papst Prof. Ferdinand Dudenhöffer (FH Duisburg-Essen) sollen Elektro- und Hybridantriebe bereits ab 2015 zum Massenphänomen auf deutschen Straßen werden. Dafür kämpft die Initiative Solarmobil Ruhrgebiet aus Dortmund.
Die Initiative Solarmobil Ruhrgebiet aus Dortmund hört die Kunde gerne: „Wir wollen Dortmund bis 2010 zur Hauptstadt der Elektromobile machen.” Die Krise der Autoindustrie kann auch mit dem „fossilen” Antrieb zusammenhängen. Dass ausgerechnet amerikanische Marken beim Absatz besonders schlecht dastehen, könnte auch daran liegen, dass sich US-Autobauer bislang nicht am Verbrauch messen lassen mussten. Energieverknappung und gestiegene Anforderungen an die Umweltverträglichkeit rufen nach neuen Lösungen.
Mit null Emissionen sehr mobil
„Das Auto der Zukunft muss leise, sparsam und sauber sein”, betont Gerd Petrusch, der der Initiative Solarmobil Ruhrgebiet (ISOR) vorsitzt. Dieser Verein von Freunden des Elektroantriebs beweist schon seit 1992, dass es möglich ist, mit null Emissionen sehr mobil sein. Nicht nur bei Fahrten im Alltagsverkehr, sondern auch bei alljährlich stattfindenden Wettfahrten.
Laut Energieexperte Thomas Rux vom Energieversorger DEW 21, der selbst seit Jahren am Steuer eines Elektroautos sitzt, könnte das lautlose Mobil kurz vor dem großen Durchbruch stehen. Seiner Meinung nach sind es die herkömmlichen Bleibatterien gewesen, die mit ihrer zu geringen Lebensdauer für wenig Freude am Fahren sorgten.
Eine neue Generation von Lithium-Ionen-Akkus könnte der „grünen” Mobilität den nötigen Vorschub geben. Doch die neuen Batterien sind teuer. Jeder Kilometer Reichweite mehr kostet richtiges Geld. Für Rux ist eine batteriegestützte Reichweite von rund 100 Kilometern völlig ausreichend. Die Autoindustrie steht in den Startlöchern. So wird ein Elektrosmart mit 110 Kilometern Reichweite nun im Praxisbetrieb getestet.
Verbrennungsmotor nur für "Reichweitenverlängerung"
Wer weiter rollen möchte, soll im Hybridbetrieb auf einen Mini-Verbrennungsmotor umschalten können, stellt Rux sich vor. Als „Reichweitenverlängerer”. ISOR-Chef Gerd Petrusch möchte ein Wegbereiter für die ökologisch wie wirtschaftlich interessante Antriebs-Alternative sein. „Dortmund soll Hauptstadt der Elektromobile” werden, stellt sich Petrusch vor und will jetzt die Stadtspitze ansprechen.
Zwei Euro für 100 Kilometer
Denn außer den unschlagbar günstigen Verbrauchswerten, die mit rund zwei Euro auf 100 Kilometern zu Buche schlagen, sollen einige zusätzliche Anreize geschaffen werden. Dazu zählen Stromtankstellen in der City, verbunden mit einem reservierten Parkplatz. Dazu zählen außerdem Stromtankstellen in Siedlungen für Fahrer, die keine eigene Garage besitzen. Und dazu zählt auch eine Null-Emissions-Plakette.
„Das bedarf minimaler Investitionen und würde signifikante Anreize zur Markteinführung von Null-Emissionsfahrzeugen bieten”, glaubt Petrusch. Am 15. Dezember laden ISOR und DEW ab 10 Uhr zum Kolloquium über klimafreundliche Mobile.
Rund ums Thema:
10:28
Oh mann, was hier alles für ein Unsinn steht...
#20: Der Wirkungsgrad von Elektromotoren ist sehr gut, so gut, dass sich eine weitere Verbesserung da erstmal nicht mehr rechnet, da an anderer Stelle mehr Verluste entstehen.
Wenn der Strom in einem modernen Kohle- oder Gaskraftwerk erzeugt wird ist der Gesamtwirkungsgrad von Kraftwerk, Leitung, Ladeelektronik und Motor immer noch besser als eines üblichen Benzin-Motors.
Dann zum diskutierten Gewicht:
Der allergrößte Teil der Gewichtszunahme in den letzten 20 Jahren ist auf Sicherheitssysteme zurückzuführen, die zu einem massiven Rückgang der Todeszahlen im Straßenverkehr geführt haben.
So einfach ist das also nicht.
Allerdings sind hier mit dem Einsatz von anderen - teuren - Materialien wie CFK natürlich neue Sicherheitskonzepte denkbar.
So, nun zu den großen Problemen von Elektroautos:
1. Die Reichweite: Die Akkutechnik hat sich zwar schnell weiterentwickelt, aber insgesamt ist das noch nicht alles so wunderbar.
Immerhin, die Hoffnung besteht, dass da noch viel Verbesserungspotential da ist.
(Elektromotoren brauchen viel höhere Spannungen also z.B. Handys. Man kann das Know-How aus dem Bereich also nicht 1:1 übertragen).
2. Man kann nicht mal so eben tanken:
Jeder mit nur bissl Ahnung von Elektrotechnik kann sich leicht selbst ausrechnen, dass man Akkus für z.B. 200km Reichweite oder gar noch mehr, mal nicht mal eben so aufladen kann.
Mögliche Lösung: Die Akkus an sich werden getauscht.
3. Die Energieproduktion:
Woher soll die Energie für die ganzen Autos kommen? Wenn wirklich der gesamte Verkehr auf Elektroautos umgestellt wird, müssen viele neue Kraftwerke her.
Andererseits kann man die Akkus natürlich bewußt zu Zeiten mit wenig Stromverbrauch laden bzw. in Spitzenzeiten sogar aus den Akkus wieder zurück ins Netz speisen. Das wird einen höheren Anteil an unzuverlässigen Energiequellen wie Solar und Wind am Energiemix überhaupt erst ermöglichen.
Hierzu sind aber ganz extreme Investitionen in die Stromnetze nötig.
Sehr interessante Berechnungen hierzu (mögliche Szenarien zur Energieversorgung von Großbritannien ohne den Einsatz von Erdöl und Erdgas):
http://www.inference.phy.cam.ac.uk/sustainable/book/tex/synopsis.pdf
Kurz: Mal eben so schnell auf Elektroautos umstellen ist nicht. Es wird nicht anders gehen, aber es ist definitiv kein einfacher Weg.
09:11
Opel hätte vielleicht einen besseren Start seines neuen Modells Insigna hingelegt, wenn es auch als Hybrid angeboten worden wäre. Die Technik dafür gibt es bei der Mutter in Detroit und verkauft sich auf dem amerikanischen Markt nicht schlecht.
21:35
Wird Dudenhöfer jetzt von der Hochschule oder der WAZ-Gruppe bezahlt? Der selbsternannte Auto-Pabst ist jedenfalls hauptsächlich in den Medien zu finden.
18:11
Es wird wohl weiter ein Streit zwischen den Energiekonzernen und den Mineralölkonzerne geben, die die Weiterentwicklung für neue Fahrzeuge und Fahrzeugkonzepte blockieren wird.
Klar - die Mineralölkonzerne wollen eine wie-auch-immer chemisch angetriebene Verbrennungsmotortechnik und die Energiekonzerne wollen eine E-Motor-Lösung. Es ist offensichtlich warum...
Klar ist für mich, dass verschiedene zukünftige Fahrzeugformen/Gewichtsklassen von verschiedenen (umweltfreundlichen) Antriebstechniken betrieben werden können. Konkurrenz könnte tatsächlich mal belebend sein...
Zum Thema Verluste bei E-Motor. Wenn der Strom durch regenerierbare Energie erzeugt wird, dann ist der Wirkungsgrad nicht ganz so wichtig - Es zählt der Preis auf 100 km. Da ist 1 Euro für 100km recht akzeptabel.
15:56
Das Problem ist der schlechte Wirkungsgrad der Elektromotore, das GEwicht der großen Batterien. Ob die Ladestationen mit Solarenergie betrieben werden oder anders ist eher unerheblich.
Der Wirkungsgrad der Elektromotoren könnte nur durch den Einsatz von supraleitfähigem Material bei Normaltemperatur verbessert werden. Dann brauchte man kaum mehr Batterien. Die Forschung muss dort mehr unterstützt werden.
21:15
Elektromobile? Wer kennt noch diese Elektrokarren, die auf den Bahnsteigen früher fast lautlos die Postwägekchen zogen.
Was machen denn dann all die jungen Bengels, die gern mit laut aufheulenden Motoren und mit Hochgeschwindigkeit durch die Innenstädte preschen, um ihre Potenz zu zeigen und um Aufmerksamkeit zu erzielen ...?! Da sinken Sex- und Heiratschancen ...
21:09
Habt ihr Euch mal überlegt,was passiert wenn alle Elektroautos fahren?
Dann ist der deutsche Staat pleite.
Keine Mineralölsteuer.
Keine sonstigen Steuern und Abgaben auf Öl basierende Treibstoffe.
Die großen Mineralölkonzerne gehen in Konkurs.
Die ganze Wertschöpfungskettre von der Öl-Förderung bis zum Endverbraucher geht kaputt.
Huch.
Schlimm,Schlimm.Anarchi.
21:07
Radfahren bei Schnee und und Eis ist möglich: Es gibt Spikereifen. Sollen sehr gut funktionieren, hab ich mir sagen lassen.
Ich muss aber zugeben, Rad fahren ist was für Individualisten. Wer es mag, tut es, die anderen kriegt man auch mit Argumenten nicht drauf.
Aber denk dran: Ein Radfahrer ist ein Auto weniger im Stau vor Dir!
Zum Thema: Ich finde es richtig, seine Einstellung zur Mobilität grundsätzlich zu überdenken. Wer weiterhin eine Person mit 1,5 Tonnen Material durch die Gegend kutschieren will, soll auch dafür bezahlen. Egal ob mit Benzin oder elektrisch angetrieben. Ein Elektroauto braucht auch Energie, steht auch im Ampelstau usw...
Warum gibt es eigentlich keine Fahrgemeinschaften mehr?
17:12
Cool, wenn der Bus in Spitzenverkehrszeiten einmal pro Stunde mit einem oder zwei Passagiere unterwegs ist.
Noch cooler wenn der Bus abends ab 18:00 nicht mehr fährt.
Am coolsten, wenn man mit dem Fahrrad bei Wind und Wetter durch den dicksten Wald erst mehrere Kilometer auf unbeleuchteter Landstraße Serpentinen den Berg hinaufradeln muss.
Tatsächlich:
Hier ist Umdenken auf breiter Front von nöten!
Die Zukunft ist nicht so determiniert wie manche es gerne möchten. Widerstand ist sinnvoll.
16:05
Die Lösung ist der Umstieg aufs Fahrrad und auf öffentliche Verkehrsmittel. Das Auto wird nur dann noch genutzt, wenn es nicht anders geht.
Hier ist Umdenken auf breiter Front von nöten!